Für Bruchrechnung, Physikformeln, der Satz des Pythagoras oder chemische Reaktionen brauchen Schüler und Schülerinnen heutzutage kaum noch einen Input von Lehrperson, die ihnen die wichtigen Sachverhalte der Allgemeinbildung näherbringen, denn es gibt YouTube. Besser gesagt Lern Tutorials, welche die Schritt für Schritt Erklärungen aus dem Unterricht bis ins Kinderzimmer auf den Laptop, auf das Smartphone oder auf das Tablett bringen. Es wird sogar behauptet, dass YouTube bereits den herkömmlichen Unterrichtsalltag verändert hat und somit Lehrer sowie Lehrerinnen in eine neue unerwartete Situation bringt. Meine Arbeit beschäftigt sich mit dem Bereich der Unterrichtsmethoden und -konzepte. Im Zuge dieser Proseminararbeit werde ich mich intensiver mit dem Flipped Classroom-Konzept beschäftigen, wobei mein Hauptaugenmerk auf der Einbindung von YouTube Tutorials liegen wird. Meine Forschungsfrage bezieht sich auf die Sicht der Lehrperson und dessen Umgang mit dem neuen Unterrichtskonzept. Zu Beginn meiner Arbeit werden Begriffe wie Unterrichtsmethoden und –konzepte insbesondere in Bezug auf traditionelle und neue beziehungsweise medienbezogene Unterrichtsformen näher erläutert, um einen Überblick über die Thematik zu bekommen. Im nächsten Schritt wird auf die Schule von morgen eingegangen, indem zuerst der letzte Forschungsstand thematisiert wird und danach das Unterrichtskonzept Flipped Classroom der Sekundarstufe I und II im Unterrichtsfach Mathematik vorgestellt wird. Darauf folgt eine SWOT-Analyse des Modells. Zu diesem Kapitel wird ein Interview mit einer Lehrperson aus dem Fachbereich Mathematik der Sekundarstufe I und II geführt, welches als Ergänzung dienen soll. Im Fazit werden alle Standpunkte der Arbeit noch einmal zusammengefasst sowie ein Resümee über das Unterrichtskonzept Flipped Classroom der Sekundarstufe I und II im Unterrichtsfach Mathematik gezogen. Zusätzlich erfolgt die Beantwortung meiner Forschungsfrage und schlussendlich wird eine Prognose für das innovative Unterrichtskonzept erstellt.
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
II. Delokalisierung des Lernens
2.1. Begriffsdefinition
2.1.1. Klassische Lerntheorien
2.1.2. Neue Lerntheorie
2.2. Lernvideos
2.3. YouTube als Plattform des Lernens
III. Schule von Morgen
3.1. Forschungsstand und Entwicklung
3.2. Projekt Flipped Classroom in der Sekundarstufe
3. 3. Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken
VI. Schlussfolgerungen
VII. Anhang
A. Literaturverzeichnis
A1. Sammelbänder
A2. Monografien
B. Onlinequellen
C. Transkription des Interviews
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den Einfluss von Lern-Tutorials (insbesondere YouTube-Videos) auf den modernen Schulalltag. Dabei liegt der Fokus auf der Forschungsfrage, wie Lehrpersonen das "Flipped Classroom"-Konzept in der Unterrichtspraxis der Sekundarstufe I und II umsetzen und welche Herausforderungen sowie Veränderungen sich daraus für ihre Rolle ergeben.
- Wandel von traditionellen zu neuen, medienbezogenen Unterrichtsformen.
- Analyse des Flipped Classroom-Modells als lernzentrierte Methode.
- Nutzen von Lernvideos zur Wissensvermittlung und Differenzierung.
- SWOT-Analyse des Einsatzes von Video-Tutorials im Schulunterricht.
- Reflexion der veränderten Anforderungen an die Lehrperson.
Auszug aus dem Buch
3.2. Projekt Flipped Classroom in der Sekundarstufe
Als Flipped Classroom wird eine neue Unterrichtsmethode bezeichnet, die unter dem Einsatz von neuen Medien agiert. Hierbei geschieht ein Tausch zwischen der Wissensvermittlung und der Übungsphase. Beim herkömmlichen Unterrichtskonzept findet die Erarbeitung eines Themas in der Regel während des Unterrichts statt und nimmt somit viel wertvolle Unterrichtszeit in Anspruch. Die Übungsphase kommt dabei oftmals viel zu kurz und die Schüler und Schülerinnen müssen aufgrund des daraus resultierenden Zeitmangels in Form von Hausübungen abarbeiten. Bei Flipped Classroom werden vor allem Videos und Screencasts angewendet, um ein neues Thema zu erarbeiten. Diese Medienprodukte sehen sich die Schüler und Schülerinnen ortsunabhängig an einem videofähigen Gerät an und erlernen so den neuen Inhalt. Somit kann das Tempo des Inputs vom Schüler von der Schülerin selbst bestimmt werden. Im Unterricht selbst bleibt somit genug Zeit, um Übungen durchzuführen. Die Lehrperson wird hierbei zum Coach und kann jeden beziehungsweise jede individuell unterstützen (vgl. Flipped Classroom Austria: Online).
Milman (2014: 9) beschreibt das Konzept von Flipped Classroom folgendermaßen: „The idea is that rather than taking up valuable class time for an instructor to introduce a concept (often via lecture), the instructor can create a video lecture, screencast, or vodcast that teaches students the concept, freeing up valuable class time for more engaging (and often collaborative) activities typically facilitated by the instructor.”
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung: Die Einleitung führt in die Relevanz von Lern-Tutorials im Schulalltag ein und umreißt die Forschungsfrage sowie den Aufbau der Arbeit.
II. Delokalisierung des Lernens: Dieses Kapitel erläutert den theoretischen Hintergrund von traditionellen Lerntheorien bis hin zu modernen Ansätzen wie dem Konnektivismus und beleuchtet die Rolle von Lernvideos sowie YouTube.
III. Schule von Morgen: Hier wird das Konzept Flipped Classroom detailliert vorgestellt, inklusive seiner Entstehungsgeschichte, den Grundelementen und einer Analyse der Vor- und Nachteile.
VI. Schlussfolgerungen: Das Fazit beantwortet die Forschungsfrage und resümiert die Chancen, Herausforderungen sowie die veränderte Rolle der Lehrkraft im digitalen Zeitalter.
VII. Anhang: Der Anhang beinhaltet das Literaturverzeichnis, die Onlinequellen sowie die vollständige Transkription eines Experteninterviews mit einer Lehrperson.
Schlüsselwörter
Flipped Classroom, YouTube, Lernvideos, Medienkompetenz, Unterrichtsgestaltung, Sekundarstufe, Digitalisierung, Konnektivismus, Lernplattformen, Lehrperson, Differenzierung, Blended Learning, Unterrichtsmethoden, Selbstständiges Lernen, Wissensvermittlung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, wie digitale Lern-Tutorials und das Flipped Classroom-Konzept den traditionellen Unterricht verändern.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen sind der Einsatz von Lernvideos, die Digitalisierung des Unterrichts, medienpädagogische Konzepte und die Rolle der Lehrperson im 21. Jahrhundert.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, zu untersuchen, wie Lehrkräfte durch den Einsatz von Online-Tutorials den Unterrichtsalltag umgestalten und vor welchen spezifischen Herausforderungen sie dabei stehen.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Die Arbeit kombiniert eine theoretische Literaturrecherche mit einer praktischen Analyse, unter anderem durch eine SWOT-Analyse und ein Experteninterview mit einer Lehrperson.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit Lerntheorien, der Bedeutung von Lernvideos, der praktischen Umsetzung des Flipped Classroom-Konzepts und einer kritischen Auseinandersetzung mit dessen Stärken und Schwächen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Die Arbeit wird vor allem durch Begriffe wie Flipped Classroom, Medienkompetenz, Digitalisierung, Lernvideos und schülerzentrierter Unterricht charakterisiert.
Welches Experteninterview wurde im Anhang geführt?
Es wurde ein Interview mit einer 25-jährigen Mathematiklehrerin aus Österreich geführt, die selbst YouTube-Tutorials für ihren Unterricht produziert.
Warum hält die Autorin den aktiven Lehrer für unersetzbar?
Trotz der Vorteile von Lernvideos sieht die Autorin den Lehrer als entscheidende Instanz, um die Denkprozesse der Schüler zu begleiten und komplexe Inhalte individuell anzuwenden.
- Arbeit zitieren
- Karin Bergmann (Autor:in), 2017, Schule im Umbruch. Das Konzept "Flipped Classroom", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/437528