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Deprivation und Wolfskinder. Die Folgen von schwerer Isolation am Beispiel der Wolfskinder

Title: Deprivation und Wolfskinder. Die Folgen von schwerer Isolation am Beispiel der Wolfskinder

Pre-University Paper , 2018 , 39 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Simone Walser (Author)

Sociology - Individual, Groups, Society
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Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der konkreten Frage, wie sich Sinnesberaubung auf die Entwicklung des menschlichen Körpers, der menschlichen Sinne und letztendlich auf das Sozialverhalten auswirkt. Im Zusammenhang mit der Sensorischen Deprivation wird das Phänomen der Wolfskinder veranschaulicht. Ein spezielles Augenmerk wird dabei auf die Wolfskinder im 2. Weltkrieg gelegt. Des Weiteren beleuchtet die Arbeit die Möglichkeiten und Chancen einer Resozialisierung von deprivierten Kindern bzw. Wolfskindern. Am Ende des Werkes werden die Ausführungen noch mit bekannten Fällen aus der Geschichte belegt, bevor die Ergebnisse resümiert werden. Als Methoden für die Erstellung meiner vorwissenschaftlichen Arbeit habe ich hauptsächlich spezifische Fachliteratur, Biografien und Tatsachenberichte, passendes Filmmaterial und Onlinequellen gewählt. Bereits Geschichten und Sagen aus dem 13. Jahrhundert handeln von dem Phänomen der Deprivation, welches heute ein bedenkliches Krankheitsbild darstellt. Beispielsweise besagt eine Legende alter Chronisten, dass Kaiser Friedrich II. Pflegerinnen aufgetragen haben soll, Kinder ohne jeglichen Austausch von Zärtlichkeiten zu waschen und dabei alles Reden zu unterlassen. Dies begründete er mit der Absicht, die ursprüngliche Sprache der Menschheit beibehalten zu wollen, aber aufgrund der mangelhaft liebevollen Zuwendung starben die Kinder nach kurzer Zeit. In Märchen kann man die Bedeutung der emotionalen Zuwendung ebenfalls erkennen. Stiefmütter verkörpern immer das Böse, weil die Mutterliebe nicht ersetzt werden kann. Verlassene Kinder, die zwischen bösen Menschen oder Tieren aufwachsen, entwickeln sich zu den edlen Charakteren und Helden der Geschichten. In dieser Arbeit wird zuerst der Begriff Depivation definiert, wobei die Ursachen besonders berücksichtigt werden. Im Anschluss wird ein Überblick über die Formen, die Folgen und die Diagnose der Deprivation gegeben, bevor der Schwerpunkt der Arbeit beginnt: Am Beispiel der Wolfskinder wird die Sensorische Deprivation durch Isolation aufgezeigt. Genauer durchleuchtet wird das Schicksal der Kriegswaisen, unter anderem mit einem Auszug aus der Biographie des damaligen Wolfskindes Liesabeth Otto. Als Nächstes werden die Geschichten und Legenden der Wolfskinder genauer untersucht und dementsprechend bestätigt beziehungsweise widerlegt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1 Begriffsdefinition Deprivation

2 Formen und Ursachen der Deprivation

3 Psychologische Folgen von Deprivation

3.1 Borderline – Persönlichkeitsstörung

3.2 Hospitalismus

3.3 Kaspar – Hauser – Komplex

4 Diagnose der Deprivation

5 Prävention von Deprivation

6 Wolfskinder

6.1 Begriffsdefinition Wolfskinder

6.2 Kriegswaisen als Wolfskinder veranschaulicht am Beispiel von Liesabeth Otto

6.3 Wolfskinder im Laufe der Geschichte

6.3.1 Romulus und Remus

6.3.2 Mogli

6.3.3 Homo ferus

7 Auswirkungen der Deprivation an Wolfskindern

7.1 Entwicklung des Gehirns

7.2 Sozialverhalten

7.3 Ess- und Trinkgewohnheiten

7.4 Körpermotorik

8 Resozialisierung von Wolfskindern mit Ausblick auf populäre Fälle

8.1 Die Wolfskinder von Midnapore – Amala und Kamala

8.2 Genie

Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, wie Sinnesberaubung die Entwicklung des menschlichen Körpers, der Sinne sowie das Sozialverhalten beeinflusst, wobei das Phänomen der Wolfskinder als zentrales Beispiel dient. Die Arbeit zielt darauf ab, die Möglichkeiten einer Resozialisierung deprivierter Kinder kritisch zu beleuchten und historische Fälle im Kontext wissenschaftlicher Erkenntnisse einzuordnen.

  • Definition und Ursachen von Deprivation
  • Psychologische Folgen wie Hospitalismus und das Kaspar-Hauser-Syndrom
  • Kriegswaisen als historische Form von Wolfskindern
  • Neurobiologische und soziale Auswirkungen extremer Isolation
  • Resozialisierungschancen anhand prominenter Fallbeispiele

Auszug aus dem Buch

6.2 Kriegswaisen als Wolfskinder veranschaulicht am Beispiel von Liesabeth Otto

Infolge des Zweiten Weltkrieges wurde Deutschland unter den Siegermächten in die amerikanische, die britische, die französische und die sowjetische Besatzungszone aufgeteilt. Die sowjetische Besatzungszone umfasste damals unter anderem auch das Königreich Preußen mit der Hauptstadt Königsberg. Am 4. Juli 1945 wurde Königsberg zu Ehren des sowjetischen Staatsoberhauptes Michail Kalinin in Kaliningrad umbenannt und auch die meisten anderen Dörfer und Städte wurden mit den Namen der Heimatorte von neuzugezogenen Sowjets versehen. Am 14. Oktober 1947 befahl der sowjetische Innenminister Kruglow, alle Deutschen des Landes zu verweisen. Millionen von Kindern verloren ihre Heimat oder sogar ihre Eltern. Sie erlebten sämtliche Bombardierungen hautnah, mussten zusehen, wie Menschen ermordet wurden und waren Kälte und Hungersnot ausgesetzt (vgl. LANGMEIER & MATĚJČEK, 1977, S. 145). Ein paar Jahre nach Kriegsende, zwischen 1948 und 1949, wurde ein Aufruf gestartet: Alle Deutschen, die sich in Litauen aufhielten, sollten von den sowjetischen Behörden zurück in ihre ehemalige Heimat gebracht werden.

Nach Beginn der Modernisierung des wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und politischen Systems der Sowjetunion unter Michail Gorbatschow siedelten sich wieder einige Deutsche aus Russland in Kaliningrad an. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion 1991 reisten Tausende gebürtige Ostpreußen zurück in ihre alte Heimat (vgl. JACOBS, 2016, S. 1-315).

Liesabeth Otto ist eines der bekanntesten sogenannten Wolfskinder des 2. Weltkriegs. Liesabeth ist am 6. Oktober 1937 in Ostpreußen, im damaligen Wehlau, dem heutigen Snamensk, geboren. Am 24. Januar 1945 wurden große Teile Deutschlands, mitunter auch die Heimatstadt des damals sieben Jahre alten Mädchens, von den Russen eingenommen. Ohne den Vater machte sich die Mutter mit Liesabeth und ihren Halbgeschwistern Christel und Manfred auf die Flucht nach Danzig. Am 24. April 1945 starb die Mutter und Liesabeth blieb mit ihren beiden Geschwistern zurück.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in das Thema Deprivation und die zentrale Fragestellung der Arbeit anhand historischer und märchenhafter Bezüge.

1 Begriffsdefinition Deprivation: Herleitung und Abgrenzung des Begriffs Deprivation von verwandten psychischen Zuständen wie Frustration oder Vernachlässigung.

2 Formen und Ursachen der Deprivation: Darstellung der verschiedenen Deprivationsformen (sensorisch, emotional, sozial) und deren Ursachen in der Erziehung und Umwelt.

3 Psychologische Folgen von Deprivation: Untersuchung konkreter Störungsbilder, die durch Deprivation entstehen können, wie Borderline, Hospitalismus und das Kaspar-Hauser-Syndrom.

4 Diagnose der Deprivation: Erörterung der diagnostischen Schwierigkeiten bei deprivierten Kindern anhand eines medizinischen Fallbeispiels.

5 Prävention von Deprivation: Darstellung von Maßnahmen auf individueller und sozialpolitischer Ebene, um Deprivation entgegenzuwirken.

6 Wolfskinder: Definition der Wolfskinder und detaillierte Betrachtung des Schicksals von Kriegswaisen, sowie der historischen Mythen.

7 Auswirkungen der Deprivation an Wolfskindern: Analyse der physischen und psychischen Folgen, insbesondere in Bezug auf Gehirnentwicklung, Sozialverhalten und Motorik.

8 Resozialisierung von Wolfskindern mit Ausblick auf populäre Fälle: Untersuchung von Integrationsversuchen am Beispiel von Amala, Kamala und Genie.

Schlussbetrachtung: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfrage und Reflexion über die wissenschaftliche Forschungslage zur Thematik.

Schlüsselwörter

Deprivation, Wolfskinder, Isolation, Sensorische Deprivation, Emotionaler Mangel, Resozialisierung, Hospitalismus, Kaspar-Hauser-Syndrom, Kindesentwicklung, Bindungstheorie, Kriegswaisen, Psychologie, Sozialverhalten, Traumata, Homo ferus

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Phänomen der Deprivation, also den Mangel an essenziellen Reizen und emotionaler Zuwendung im Kindesalter, und analysiert deren Auswirkungen anhand des extremen Beispiels der sogenannten Wolfskinder.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Themen umfassen die Definition und Prävention von Deprivation, die psychologischen Folgen wie Hospitalismus, das Schicksal von Kriegswaisen sowie die Analyse bekannter "Wolfskind"-Fälle.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit geht der Frage nach, welchen Einfluss schwere Isolation auf die Entwicklung eines Menschen hat und welche Erkenntnisse die Menschheit über die Jahrhunderte hinweg über Wolfskinder gewinnen konnte.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?

Die VWA ist eine reproduktive Arbeit, die auf der Analyse von Fachliteratur, Biografien, Tatsachenberichten, Filmmaterial und Onlinequellen basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen der Deprivation, die Diagnose und Prävention, sowie eine intensive Auseinandersetzung mit der Entwicklung und Resozialisierung von Wolfskindern.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Deprivation, Isolation, Wolfskinder, Resozialisierung und psychologische Entwicklung.

Welche Rolle spielten Kriegswaisen für die Definition der Wolfskinder in dieser Arbeit?

Kriegswaisen, insbesondere im Kontext des Zweiten Weltkriegs in Ostpreußen, dienen als historisch belegtes Beispiel für Kinder, die durch Isolation und den Verlust familiärer Bindungen Verhaltensweisen entwickelten, die dem Konzept der "Wolfskinder" entsprechen.

Warum ist die Resozialisierung bei Wolfskindern laut der Autorin oft nur begrenzt erfolgreich?

Die Autorin stellt fest, dass kritische Entwicklungsphasen (z.B. für Sprache oder soziales Bindungsverhalten) oft unwiderruflich verpasst wurden, was eine vollständige Integration in die menschliche Gesellschaft erschwert oder unmöglich macht.

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Details

Title
Deprivation und Wolfskinder. Die Folgen von schwerer Isolation am Beispiel der Wolfskinder
Grade
2,0
Author
Simone Walser (Author)
Publication Year
2018
Pages
39
Catalog Number
V437337
ISBN (eBook)
9783668778184
ISBN (Book)
9783668778191
Language
German
Tags
Deprivation Wolfskinder Isolation Kaspar Hauser Liesabeth Otto Entwicklungsrückstand
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Simone Walser (Author), 2018, Deprivation und Wolfskinder. Die Folgen von schwerer Isolation am Beispiel der Wolfskinder, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/437337
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