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Gegenüberstellung zweier Kommunikationsmodelle: Die vier Seiten einer Nachricht und das kybernetische Gesellschafts- und Kommunikationsmodell

Title: Gegenüberstellung zweier Kommunikationsmodelle: Die vier Seiten einer Nachricht und das kybernetische Gesellschafts- und Kommunikationsmodell

Seminar Paper , 2004 , 24 Pages , Grade: 2,7

Autor:in: Christina Zopp (Author)

Communications - Theories, Models, Terms and Definitions
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Der Begriff Kommunikation ist aus unserem Sprachschatz nicht mehr wegzudenken. Es liegt daher nahe, seine Bedeutung in unserer Gesellschaft zu hinterfragen. Kommunikation ist ein menschliches Grundbedürfnis. Sie eröffnet den Menschen die Möglichkeit zum Aufbau zwischenmenschlicher Beziehungen. Kommunikation ist also eine unabdingbare Voraussetzung für die Sozialisation und die Persönlichkeitsbildung eines Individuums. Außerdem ist sie entscheidend für die Entstehung und den Ablauf von sozialem Geschehen.

Fehler im zwischenmenschlichen Kontakt haben oft ihre Ursachen in der Persönlichkeit der Gesprächspartner. Es geht also immer um den Sachinhalt sowie um eine persönliche Bedürfnisbefriedigung der Kommunizierenden. Aus dieser Tatsache und deren Bewältigung entstehen notgedrungen Zielkonflikte, die die Kommunikation so vielschichtig und komplex machen. Vom Sprechenden wird erwartet, sich dieser Dinge bewusst zu sein und entsprechend darauf zu reagieren. Er muss sich die überaus wichtige Fähigkeit aneignen, sein eigenes Verhalten reflektierter zu gestalten und sich darüber hinaus in den Gegenüber hineinzuversetzen. Diesen Prozess nennt man Metakommunikation. Metakommunikation und Kommunikationsfähigkeit bilden die Eckpfeiler eines funktionierenden zwischenmenschlichen Kontaktes. Ihnen liegen verschiedene Modelle zugrunde, die sich ausschließlich damit beschäftigen, den Ablauf der Kommunikation zu analysieren und zu verbessern.

Im Folgenden werden zwei verschiedene Kommunikationsmodelle vorgestellt und deren konkrete Anwendung in einer bestimmten Gesprächssituation dargelegt: Das Modell von Friedemann Schulz von Thun und ein kurzer Abriss des kybernetischen Gesellschafts- und Kommunikationsmodells nach Georg Klaus. Interessanterweise unterscheiden sich beide Modelle grundlegend in ihrer Anwendung. Das kybernetische Modell ist vor allem systemorientiert, wohingegen das Modell nach Friedemann Schulz von Thun an der Praxis angelehnt ist. Die folgende Gegenüberstellung dieser beiden Modelle soll ihre Berechtigung in der Kommunikationstheorie aufzeigen und in Frage stellen.

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Inhaltsverzeichnis

1. Kommunikation und Kommunikationsprobleme

2. Darstellung verschiedener Kommunikationsmodelle

2.1 Kommunikationsmodell nach Friedemann Schulz von Thun “Die vier Seiten einer Nachricht”

2.2 Anwendung in einer konkreten Gesprächssituation: Das Lehrer-Schüler-Gespräch

2.3 Das kybernetische Gesellschafts- und Kommunikationsmodell

2.4 Anwendung in einer konkreten Gesprächssituation: Das Lehrer-Schüler-Gespräch

3. Zusammenfassende Erkenntnisse aus der Gegenüberstellung zweier Kommunikationsmodelle

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit zwei grundverschiedenen theoretischen Ansätzen auseinander, um deren Nutzbarkeit für die Optimierung zwischenmenschlicher Kommunikation in hierarchisch geprägten Kontexten, wie dem schulischen Lehrer-Schüler-Verhältnis, zu evaluieren. Im Zentrum steht die Frage, wie ein pragmatisches, empathieorientiertes Modell im Vergleich zu einem systemorientierten, informationstheoretischen Ansatz zur Konfliktlösung und Gesprächsführung beitragen kann.

  • Analyse des Kommunikationsmodells nach Friedemann Schulz von Thun ("Vier-Seiten-Modell")
  • Einführung in das kybernetische Gesellschafts- und Kommunikationsmodell nach Georg Klaus
  • Vergleichende Anwendung beider Modelle auf die Lehrer-Schüler-Kommunikation
  • Reflexion über die Bedeutung von Metakommunikation zur Störungsbeseitigung
  • Gegenüberstellung von pragmatischer Gesprächsführung und technischer Informationsverarbeitung

Auszug aus dem Buch

2.1 Kommunikationsmodell nach Friedemann Schulz von Thun „Die vier Seiten einer Nachricht“

Friedemann Schulz von Thun geht im ersten Schritt seines Kommunikationsmodells davon aus, dass Kommunikation nur dann richtig funktionieren kann, wenn man das Prinzip der Metakommunikation verinnerlicht hat. Vorraussetzung für diesen Prozess ist die Sicht auf die unterschiedlichen Möglichkeiten, dem Gesprächspartner die Inhalte einer Nachricht zu vermitteln. Ist man in der Lage, die Nachricht des Senders zu analysieren, kann man Kommunikationsstörungen erkennen und in ihren Ursachen durchschauen. Außerdem wird der Empfänger der Nachricht dazu veranlasst, die Vielfältigkeit der Probleme im Gesprächsverlauf in übersichtlicher Weise zu sortieren.

Jede Nachricht beinhaltet zunächst eine Sachinformation, eine Ebene der Selbstoffenbarung, eine Beziehungsebene und schließlich einen Appell. Damit der zwischenmenschliche Kontakt positiv verläuft, ist es notwendig, zu lernen, wie man vierseitig kommuniziert. Alle vier Seiten sind gleichzeitig im Spiel. Das heißt, der Sender teilt dem Empfänger in jedem Augenblick des Gesprächs Sachinformationen mit; „stellt sich dabei selbst dar; drückt aus, wie er zum Empfänger steht, so dass sich dieser in der einen oder anderen Weise behandelt fühlt; und versucht Einfluss auf das Denken, Fühlen und Handeln des Anderen zu nehmen.“ Dabei muss der Sender natürlich die unterschiedlichen Ebenen vollständig beherrschen. Eine einseitige Beherrschung ist verantwortlich für Kommunikationsstörungen. Auf der anderen Seite muss der Empfänger sozusagen mit „vier Ohren“ zuhören. Er muss erfassen, welche Botschaft auf allen vier Seiten der Nachricht enthalten sind, um schließlich bewusst darauf reagieren zu können. Schwierig dabei ist allerdings, dass der Empfänger die freie Wahl hat, auf welche Seite der Nachricht er reagieren möchte. Es liegt also in seinem Ermessen, ob er auf die Sachebene, die Ebene der Selbstoffenbarung, die Beziehungsebene oder auf die Appellebene eingehen wird.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Kommunikation und Kommunikationsprobleme: Dieses Kapitel erläutert die Bedeutung von Kommunikation als menschliches Grundbedürfnis und analysiert die Entstehung von Störungen und Konflikten in sozialen Interaktionen.

2. Darstellung verschiedener Kommunikationsmodelle: Hier werden das Modell von Schulz von Thun sowie das kybernetische Modell eingeführt und theoretisch fundiert.

2.1 Kommunikationsmodell nach Friedemann Schulz von Thun “Die vier Seiten einer Nachricht”: Das Kapitel stellt die vier Dimensionen einer Nachricht (Sachinhalt, Selbstoffenbarung, Beziehung, Appell) und das Prinzip der Metakommunikation vor.

2.2 Anwendung in einer konkreten Gesprächssituation: Das Lehrer-Schüler-Gespräch: Es wird untersucht, wie die hierarchische Struktur zwischen Lehrer und Schüler die Kommunikation nach dem Modell von Schulz von Thun erschwert.

2.3 Das kybernetische Gesellschafts- und Kommunikationsmodell: Dieses Kapitel beschreibt das kybernetische Modell als systemorientierten Ansatz, der Kommunikation als reinen Informationsübertragungsprozess definiert.

2.4 Anwendung in einer konkreten Gesprächssituation: Das Lehrer-Schüler-Gespräch: Hier wird analysiert, wie die kybernetische Informationsdidaktik versucht, Lernprozesse und Informationsvermittlung im schulischen Umfeld technisch zu optimieren.

3. Zusammenfassende Erkenntnisse aus der Gegenüberstellung zweier Kommunikationsmodelle: Das abschließende Kapitel vergleicht die praktischen Stärken und Schwächen beider Modelle und plädiert für eine komplementäre Nutzung.

Schlüsselwörter

Kommunikation, Kommunikationsmodelle, Friedemann Schulz von Thun, Vier-Seiten-Modell, Kybernetik, Georg Klaus, Lehrer-Schüler-Gespräch, Metakommunikation, Informationsverarbeitung, Systemtheorie, Gesprächsführung, Störungen, Interaktion, Sachinformation, Appell

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit vergleicht das praxisorientierte Vier-Seiten-Modell von Schulz von Thun mit dem systemorientierten kybernetischen Kommunikationsmodell hinsichtlich ihrer Anwendbarkeit in zwischenmenschlichen Situationen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind Kommunikationstheorie, die Analyse von Kommunikationsstörungen, die Dynamik des Lehrer-Schüler-Verhältnisses und die Anwendung systemischer Modelle auf soziale Prozesse.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die Berechtigung und die Grenzen beider Modelle in der Kommunikationstheorie aufzuzeigen und zu prüfen, inwiefern sie zur Lösung von Kommunikationsproblemen in der Praxis beitragen können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine theoretische Literaturanalyse sowie eine vergleichende Fallbetrachtung der Lehrer-Schüler-Kommunikation, um die Modelle einander gegenüberzustellen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden das Modell der "vier Seiten einer Nachricht" und das "kybernetische Gesellschafts- und Kommunikationsmodell" im Detail vorgestellt und jeweils auf das konkrete Beispiel der schulischen Kommunikation angewandt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselbegriffe sind vor allem Metakommunikation, Informationsübertragung, systemorientierte Didaktik, Interaktion und Konfliktlösung.

Inwiefern unterscheidet sich das kybernetische Modell von dem Modell von Schulz von Thun?

Während Schulz von Thun die psychologische Ebene, Beziehungen und Gefühle in den Fokus rückt, betrachtet die Kybernetik Kommunikation rein als technischen Prozess der Informationsverarbeitung und blendet soziale Nuancen aus.

Warum ist das Lehrer-Schüler-Verhältnis ein schwieriges Umfeld für Kommunikation?

Es ist durch ein starkes Hierarchie-Gefälle geprägt, in dem Sender und Empfänger oft auf unterschiedlichen Kanälen kommunizieren, was zu Missverständnissen und blockierten Lernprozessen führt.

Wann ist das Vier-Seiten-Modell laut Autorin besonders gefährdet zu scheitern?

Das Modell scheitert, wenn der Versuch, das Gegenüber zu analysieren, in eine Über-Psychologisierung umschlägt, wodurch sich der Gesprächspartner bevormundet oder missverstanden fühlen kann.

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Details

Title
Gegenüberstellung zweier Kommunikationsmodelle: Die vier Seiten einer Nachricht und das kybernetische Gesellschafts- und Kommunikationsmodell
College
University of Regensburg  (Zentrum für Sprache und Kommunikation)
Course
Blockseminar: Kritik- und Konfliktgespräch
Grade
2,7
Author
Christina Zopp (Author)
Publication Year
2004
Pages
24
Catalog Number
V43671
ISBN (eBook)
9783638414173
ISBN (Book)
9783638657228
Language
German
Tags
Gegenüberstellung Kommunikationsmodelle Seiten Nachricht Gesellschafts- Kommunikationsmodell Blockseminar Kritik- Konfliktgespräch
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christina Zopp (Author), 2004, Gegenüberstellung zweier Kommunikationsmodelle: Die vier Seiten einer Nachricht und das kybernetische Gesellschafts- und Kommunikationsmodell, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/43671
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