Wenn ich an meine Schulzeit zurückdenke, fallen mir mindestens zwei meiner Mitschüler ein, auf die das Krankheitsbild der Aufmerksamkeitsdefizit- /Hyperaktivitätsstörung zugetroffen sein könnte. Häufiges Hineinrufen, ohne sich vorher zu melden, impulsives, unüberlegtes Handeln und eine auffällige motorische Unruhe waren nur einige der Symptome. Die Lehrer hatten diese Kinder häufig auf dem Kieker und auch sonst hatten sie wenig Freunde in der Schule. Irgendwann habe ich zu Hause aufgeschnappt, dass XY an einer ADHS leide – ich sah diese Störung eher begründet in einer mangelnden konsequenten Erziehung, denn in einer anerkannten Erkrankung. Auch heutzutage gibt es Menschen, die das Krankheitsbild als solches anzweifeln, oder der Meinung sind, die Diagnose ADHS werde viel zu schnell und leichtfertig gestellt.
Die Kinder werden zu einem Zeitpunkt eingeschult, wo ihr Bewegungsdrang erhöht ist – in der zweiten Klasse erreicht dieser seinen Höhepunkt. Der Unterrichtsablauf erwartet jedoch von den jungen Schülern, dass sie sich ruhig verhalten und konzentriert dem Unterricht folgen. Vielen fällt das anfangs schwer. Doch welches Verhalten wirklich krankhaft ist, obliegt unter anderem der Einschätzung und Beurteilung der Lehrperson, die das Verhalten der Kinder jeden Tag mitbekommt, zumal sich die Krankheit häufig vor allem in der Schule bemerkbar macht.
Wichtig ist, die Störung als solche zu erkennen und als Lehrer geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um die Schüler dennoch erfolgreich ins Unterrichtsgeschehen zu integrieren, präventiv zu handeln und richtig mit Störverhalten umzugehen. Wie das gelingen kann, soll im nachfolgenden Teil erörtert werden.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Was ist ADHS?
- Definition und Klassifikation
- Symptomatik
- Ätiologie
- ADHS und Schule
- Symptome im Unterricht
- Beziehung zu Gleichaltrigen
- Pädagogischer Umgang
- Präventive Unterrichtsmethoden
- Interventionsmöglichkeiten bei störendem und problematischem Verhalten
- Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit befasst sich mit der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) und ihren Auswirkungen auf den Schulalltag. Sie analysiert die Symptomatik und Ursachen der Störung sowie ihre Auswirkungen auf den schulischen Kontext. Im Fokus steht der pädagogische Umgang mit ADHS-betroffenen Kindern und Jugendlichen, wobei präventive Unterrichtsmethoden und Interventionsmöglichkeiten bei störendem Verhalten im Vordergrund stehen.
- Definition und Klassifikation von ADHS
- Symptome der ADHS im Unterricht
- Herausforderungen im Umgang mit ADHS-betroffenen Schülern
- Präventive Unterrichtsmethoden und Interventionsmöglichkeiten
- Die Bedeutung von frühzeitiger Diagnose und Intervention
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung beleuchtet die Herausforderungen, die ADHS im Schulalltag mit sich bringt. Die Kapitel 2 und 3 erklären die Definition, Klassifikation, Symptomatik und Ätiologie von ADHS sowie ihre Auswirkungen auf den schulischen Kontext, insbesondere auf das Lernverhalten und die sozialen Beziehungen von betroffenen Schülern.
Kapitel 4 widmet sich dem pädagogischen Umgang mit ADHS-betroffenen Schülern. Hier werden präventive Unterrichtsmethoden sowie Interventionsmöglichkeiten bei störendem und problematischem Verhalten vorgestellt. Der Fokus liegt auf der Förderung von Lernerfolg und sozialer Integration trotz der Herausforderungen, die durch die Störung entstehen können.
Schlüsselwörter
Die Arbeit behandelt die Themen ADHS, Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung, Schulalltag, pädagogischer Umgang, Prävention, Intervention, Unterrichtsmethoden, Störverhalten, Lernverhalten, soziale Beziehungen, Integration, Diagnosekriterien, ICD-10, DSM-IV.
Häufig gestellte Fragen
Was sind die typischen Symptome von ADHS im Unterricht?
Dazu gehören häufiges Hineinrufen, motorische Unruhe (Zappeln), Konzentrationsschwierigkeiten, impulsives Handeln und Probleme bei der Einhaltung von Regeln.
Wie können Lehrer Kinder mit ADHS im Schulalltag unterstützen?
Durch präventive Unterrichtsmethoden, klare Strukturen, individuelle Ansprache und gezielte Interventionen bei Störverhalten können betroffene Schüler besser integriert werden.
Welche Ursachen (Ätiologie) hat ADHS?
ADHS gilt als neurobiologische Störung, bei der genetische Faktoren sowie Einflüsse auf die Gehirnentwicklung eine zentrale Rolle spielen.
Warum wird ADHS oft erst in der Schule auffällig?
In der Schule steigen die Anforderungen an Stillsitzen, Konzentration und soziale Impulskontrolle, was die Defizite von ADHS-betroffenen Kindern deutlicher hervortreten lässt.
Welche Rolle spielen Gleichaltrige für Kinder mit ADHS?
ADHS-betroffene Kinder haben oft Schwierigkeiten, Freundschaften zu schließen oder zu halten, da ihr impulsives Verhalten häufig zu Konflikten führt.
- Arbeit zitieren
- Barbara Bitzer (Autor:in), 2018, ADHS im Klassenzimmer. Eine besondere Herausforderung für den Schulalltag, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/436630