In meiner Bachelorarbeit möchte ich die Frage klären, wie der philosophische Begriff Freiheit in der von Misesschen Praxeologie, der Lehre vom Handeln, gedacht werden muss. Ludwig von Mises zählt zur dritten Generation der Österreichischen Schule der Ökonomik bzw. zur Neo-Austrian School und erweiterte deren Theorien um die „Theorie der Wahlakte“, der Souveränität des Verbrauchers und um den politischen Individualismus. Die Wahlakte der souveränen Verbraucher verfolgen nach Ludwig von Mises das Ziel, „Unvollkommenheit und Unbefriedigtsein“ aufzuheben. Nur in einer Marktwirtschaft ist die Handlungsfreiheit des Einzelnen gewährleistet und trägt, sofern sie nicht eingeschränkt wird, zur „Reichtumsgestaltung aller Glieder der Gesellschaft“ bei.
Für von Mises stellt die „Marktwirtschaft die einzige lebens- und wirkungsfähige Ordnung arbeitsteiliger gesellschaftlicher Zusammenarbeit dar“, in der die Freiheit des Einzelnen durch seine Wahlakte marktwirksam zum Ausdruck kommt – auch wenn diese Wahlakte auf subjektiven Werturteilen und individuellem Eigennutz basieren. Vor dem Hintergrund der klassischen philosophischen Positionen zum Begriff Freiheit wird zu klären sein, welcher Freiheitsbegriff in der Theorie der Wahlakte mitgedacht werden muss und welche Freiheiten als Voraussetzung für eine freie Marktwirtschaft gegeben sein müssen.
Inhaltsverzeichnis
- 1. Einleitung
- 1.1. Vorgehensweise
- 1.2. Fragestellung - Hypothesen
- 1.3. Forschungsstand
- 2. Begriffsklärung
- 2.1. Freiheit - philosophischer Begriff, Idee, Menschenrecht?
- 2.1.1. Negative Freiheit, positive Freiheit oder qualifizierte Freiheit
- 2.1.2. Handlungsfreiheit
- 2.1.3. Willensfreiheit
- 2.1.4. Determinismus
- 2.1.5. Wahlfreiheit
- 2.1.6. Existentielle Freiheit
- 2.1.7. Politische Freiheit und Demokratie
- 2.2. Marktwirtschaft
- 2.2.1. Konsum
- 2.2.2. Ökonomischer Determinismus
- 2.1. Freiheit - philosophischer Begriff, Idee, Menschenrecht?
- 3. Ludwig von Mises – Praxeologie
- 3.1. Apriorische Wissenschaft
- 3.2. Erkenntnis aus logischer Deduktion
- 3.3. Methodologischer Individualismus
- 3.4. Methodologischer Singularismus
- 3.5. Handeln als Prozess der Veränderung
- 3.6. Gegenentwurf zur mathematischen Methode
- 3.7. Prämisse,,absolute Wertfreiheit”
- 4. Begriff der Freiheit bei Ludwig von Mises
- 4.1. Wertfreiheit der Praxeologie
- 4.1.1. Wertfreiheit der Wissenschaft
- 4.2. Wahlfreiheit - Theorie der Wahlakte
- 4.2.1. Theorie der Wahlakte
- 4.2.2. Freiheit der Konsumwahl
- 4.3. Freie Marktwirtschaft
- 4.4. Ökonomischer Determinismus
- 4.1. Wertfreiheit der Praxeologie
- 5. Analyse
- 5.1. Negative, positive, qualifizierte Freiheit
- 5.2. Handlungsfreiheit
- 5.3. Determinismus
- 5.3.1. Ökonomischer Determinismus
- 5.4. Willensfreiheit
- 5.5. Wahlfreiheit
- 5.6. Existentielle Freiheit
- 5.7. Politische Freiheit und Demokratie
- 6. Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Bachelorarbeit befasst sich mit der Frage, wie der philosophische Begriff der Freiheit in der Praxeologie von Ludwig von Mises, der Lehre vom Handeln, gedacht werden muss. Sie analysiert die Theorie der Wahlakte, die von Mises entwickelt hat, und untersucht die Rolle der Konsumwahl in einer freien Marktwirtschaft.
- Die verschiedenen philosophischen Freiheitsbegriffe und ihre Relevanz für die Praxeologie.
- Die Theorie der Wahlakte und die Bedeutung der Konsumwahl für die Freiheit des Einzelnen.
- Die Rolle der Marktwirtschaft in der von Misesschen Philosophie und die Frage, ob sie die Freiheit des Einzelnen fördert oder einschränkt.
- Die Verbindung zwischen Handlungsfreiheit und Willensfreiheit in der von Misesschen Theorie.
- Die Analyse des Konzepts des ökonomischen Determinismus und dessen Auswirkungen auf die Freiheit der Konsumwahl.
Zusammenfassung der Kapitel
Kapitel 1 führt in die Fragestellung und das Forschungsvorhaben ein. Es erläutert die Vorgehensweise, die Hypothesen der Arbeit und den Forschungsstand zu Ludwig von Mises und seiner Praxeologie. Kapitel 2 definiert den philosophischen Begriff der Freiheit und analysiert die verschiedenen Konzepte von negativer, positiver und qualifizierter Freiheit. Es befasst sich zudem mit der Handlungsfreiheit, Willensfreiheit, Wahlfreiheit und existentiellen Freiheit. Der Begriff der Marktwirtschaft, inklusive Konsum und ökonomischer Determinismus, wird ebenfalls erläutert. Kapitel 3 stellt die Thesen der von Misesschen Praxeologie vor. Es beschreibt die a priori Natur der Praxeologie, die Erkenntnisgewinnung durch logische Deduktion, den methodologischen Individualismus und Singularismus sowie das Konzept des Handelns als Prozess der Veränderung. Kapitel 4 untersucht den Freiheitsbegriff in der Praxeologie von Ludwig von Mises. Es analysiert die Wertfreiheit der Wissenschaft und die Theorie der Wahlakte, die die Grundlage für die Freiheit der Konsumwahl bilden. Das Kapitel beleuchtet auch die Rolle der freien Marktwirtschaft in der von Misesschen Philosophie und untersucht den ökonomischen Determinismus.
Schlüsselwörter
Praxeologie, Ludwig von Mises, Freiheit, Konsumwahl, Marktwirtschaft, Theorie der Wahlakte, Handlungsfreiheit, Willensfreiheit, Determinismus, Ökonomischer Determinismus, Negative Freiheit, Positive Freiheit, Qualifizierte Freiheit, Subjektive Werturteile, Eigennutz.
- Arbeit zitieren
- Martina Wirth (Autor:in), 2018, Die freie Konsumwahl als Fundament der Freiheit? Der philosophische Begriff der Freiheit bei Ludwig von Mises, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/436517