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Die Elementenlehre in der Antike verwendet in der deutschen Literatur der Neuzeit

Titel: Die Elementenlehre in der Antike verwendet in der deutschen Literatur der Neuzeit

Magisterarbeit , 2000 , 74 Seiten , Note: 2,5

Autor:in: Almut Heimbach (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Schon von jeher haben sich die Menschen die Frage gestellt, wie wohl die Vielgestaltigkeit der Schöpfung zustande gekommen sei, auf welche Prinzipien sie zurückgeführt und wie sie geordnet werden könne; und so verschieden die Kulturen waren, so unterschiedlich fielen auch die Antworten auf diese Frage aus.
Nach einer dieser Überlegungen wurde angenommen, daß alle Dinge, die wir um uns herum sehen, aus den vier Elementen Feuer, Erde, Wasser und Luft aufgebaut seien.
Das Wort „Element“ kommt vom lateinischen „elementum = Urstoff, Buchstabe“. Das Wort stammte vielleicht aus dem Etruskischen oder stellt eine Zusammenziehung der Mittelbuchstaben LMN des lateinischen und griechischen Alphabetes dar, vielleicht ist es aber auch eine Ableitung vom griechischen eléphas (Elfenbein), da die Kinder reicher Römer das Alphabet anhand von Buchstaben aus Elfenbein lernten.
So verwendeten auch Platon und Aristoteles das Wort „stoicheion“ für die Bezeichnung der Elemente, das neben seiner Bedeutung als einfache Substanz, Grundstoff, Prinzip eben auch die Bedeutung Buchstabe hatte.
Die Elementenlehre durchlief verschiedene Stadien, ehe sie in der Kombination der vier Elemente Feuer, Erde, Wasser und Luft bei Empedokles auftauchte, dessen Vorstellungen bis in die frühe Neuzeit hinein einen ganz wesentlichen Einfluß auf das Weltbild und die Wissenschaften im Abendland hatte.
Jede Elementenlehre baut sich auf einem ursprünglichen Elementarerlebnis auf. In den frühen Kulturen waren die Götter ein Teil der Natur, und in dieser Vorstellung fanden sich die Elemente als Grundformen und Kräfte der Natur, ohne allerdings als eigenständige, personifizierte Kräfte in Erscheinung zu treten.
So finden sich auch im Schöpfungsmythos des Buch Mose, dessen Entstehen bis in das 8. Jahrhundert vor Christus datiert wird, Himmel (Luft), Erde, Licht (Feuer) und Wasser als Urbestandteile der Schöpfung.
Die Babylonier und später die Ägypter hatten zunächst das Wasser und später auch Luft und Erde als Hauptbestandteil der Erde angesehen.
Wohingehend die Chinesen schon 600 v. Chr. die 5 Elemente Wasser, Feuer, Holz, Metall und Erde unterschieden, welche sie den Jahreszeiten, den Himmelsrichtungen und menschlichen Fähigkeiten zuordneten.
Griechen verwandte Vorstellungen, welche später in der Heilbehandlung Einfluß auf die Säftelehre Hippokrates nahmen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

I. Die Elementenlehre in der Antike

a) Einleitung

b) Entwicklung einer Elementenlehre

c) Empedokles und die vier Wurzeln des Seins

d) Weiterentwicklung der Elementenlehre

II. Die Elementenlehre im Mittelalter

a) Die Vierheit der Weltordnung

b) Weltbild

c) Die Elemente in der Lehre von der Natur

d) Alchemie

e) Paracelsus

f) Übergang zur neuzeitlichen Chemie

g) Astrologie

III. Die Elementenlehre in der deutschen Literatur der Neuzeit

a) Einleitung

b) Naturphilosophie und Romantik

c) Klassische Wiedergabe

d) Weltentstehen

e) Weltbild

f) Alchemie und Zauberei

g) Astrologie und Temperamentenlehre

h) Elementargeister

IV. Abschließende Betrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die historische Entwicklung und Rezeption der antiken Elementenlehre (Feuer, Erde, Wasser, Luft) und deren Fortwirken in der deutschen Literatur der Neuzeit. Im Fokus steht dabei die Frage, wie sich dieses einstige wissenschaftliche Ordnungsschema wandelte, um als ästhetisches Modell in der Literatur fortzubestehen und ein spezifisches Naturverhältnis zu artikulieren.

  • Wissenschaftsgeschichtliche Genese der Vier-Elemente-Lehre von der Antike bis zum Übergang zur modernen Chemie.
  • Die Funktion der Elementenlehre als Ordnungssystem für Mikrokosmos und Makrokosmos im Mittelalter.
  • Transformation der Elementenlehre in der deutschen Romantik und Naturphilosophie.
  • Personifizierung der Elemente und Rolle der Elementargeister in literarischen Werken (z.B. Goethe, Droste-Hülshoff, Brentano).
  • Der Wandel der Elementenlehre von der faktischen Weltbeschreibung zur literarischen Metaphorik.

Auszug aus dem Buch

I. a) Einleitung

Schon von jeher haben sich die Menschen die Frage gestellt, wie wohl die Vielgestaltigkeit der Schöpfung zustande gekommen sei, auf welche Prinzipien sie zurückgeführt und wie sie geordnet werden könne; und so verschieden die Kulturen waren, so unterschiedlich fielen auch die Antworten auf diese Frage aus.

Nach einer dieser Überlegungen wurde angenommen, daß alle Dinge, die wir um uns herum sehen, aus den vier Elementen Feuer, Erde, Wasser und Luft aufgebaut seien.

Das Wort „Element“ kommt vom lateinischen „elementum = Urstoff, Buchstabe“. Das Wort stammte vielleicht aus dem Etruskischen oder stellt eine Zusammenziehung der Mittelbuchstaben LMN des lateinischen und griechischen Alphabetes dar, vielleicht ist es aber auch eine Ableitung vom griechischen eléphas (Elfenbein), da die Kinder reicher Römer das Alphabet anhand von Buchstaben aus Elfenbein lernten.

So verwendeten auch Platon und Aristoteles das Wort „stoicheion“ für die Bezeichnung der Elemente, das neben seiner Bedeutung als einfache Substanz, Grundstoff, Prinzip eben auch die Bedeutung Buchstabe hatte.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Die Elementenlehre in der Antike: Diese Einleitung beleuchtet die philosophischen Ursprünge der Vier-Elemente-Lehre bei Denkern wie Thales, Heraklit, Anaxagoras und besonders Empedokles.

II. Die Elementenlehre im Mittelalter: Das Kapitel analysiert die Verknüpfung der Elemente mit christlicher Weltordnung, Alchemie, Paracelsus' medizinischen Ansätzen und astrologischen Modellen.

III. Die Elementenlehre in der deutschen Literatur der Neuzeit: Hier wird der Einfluss der Lehre auf Autoren wie Goethe, Droste-Hülshoff, Heine und Brentano untersucht, wobei der Fokus auf Ästhetik, Naturmystik und der Verwendung von Elementargeistern liegt.

IV. Abschließende Betrachtung: Eine Synthese, die festhält, dass die Elementenlehre als faktisches Wissenschaftsmodell ausgedient hat, aber als metaphorischer Wortschatz in der Literatur fortlebt.

Schlüsselwörter

Elementenlehre, Antike, Mittelalter, Naturphilosophie, Romantik, Alchemie, Astrologie, Temperamentenlehre, Elementargeister, Empedokles, Goethe, Literaturgeschichte, Naturmystik, Metaphorik, Weltbild

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die historische und literarische Bedeutung der antiken Vier-Elemente-Lehre und deren Rezeption in der deutschen Literatur der Neuzeit.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die Geschichte der Naturphilosophie, das mittelalterliche Weltbild, Alchemie, Astrologie und die literarische Auseinandersetzung mit der Natur.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist aufzuzeigen, wie die Elementenlehre nach ihrem wissenschaftlichen Bedeutungsverlust als ästhetisches und symbolisches Denkmodell in der Literatur weiterlebte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literatur- und kulturwissenschaftliche Untersuchung, die philosophische Texte und literarische Primärquellen (Gedichte, Romane) analysiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der antiken und mittelalterlichen Grundlagen sowie die Analyse der Rezeption in der Literatur der Neuzeit, insbesondere in der Romantik.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den zentralen Begriffen zählen Elementenlehre, Naturphilosophie, Romantik, Alchemie, Astrologie und Elementargeister.

Welche Rolle spielen die "Elementargeister" bei Goethe?

Faust nutzt sie als personifizierte Naturkräfte, um die Welt zu verstehen, wobei sie für Goethe sowohl als symbolische Seelen der Natur als auch als Gegenstand seines wissenschaftlichen Interesses fungieren.

Wie verändert sich die Nutzung der Elementenlehre in der Romantik?

In der Romantik wird sie von der faktischen Naturerklärung zur ästhetischen Metapher, um ein ganzheitliches, beseeltes Naturverhältnis auszudrücken.

Ende der Leseprobe aus 74 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Elementenlehre in der Antike verwendet in der deutschen Literatur der Neuzeit
Hochschule
Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn  (Philosophische Fakultät)
Note
2,5
Autor
Almut Heimbach (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2000
Seiten
74
Katalognummer
V43555
ISBN (eBook)
9783638413220
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Elementenlehre Antike Literatur Neuzeit
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Almut Heimbach (Autor:in), 2000, Die Elementenlehre in der Antike verwendet in der deutschen Literatur der Neuzeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/43555
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Leseprobe aus  74  Seiten
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