Studien konnten Zusammenhänge aversiver Kindheitserfahrungen mit substanzbezogenen Störungen (SUD), SUD mit Delinquenz und antisozialem Verhalten sowie aversiver Kindheitserfahrungen mit Delinquenz und antisozialem Verhalten aufzeigen. Ziel dieser Studie war es, den Zusammenhang aversiver Kindheitserfahrungen mit Delinquenz und antisozialem Verhalten dahingehend zu untersuchen, ob eine Mediation durch SUD vorliegen kann. Zu diesem Zweck wurden 101 Probanden verschiedener suchtspezifischer Einrichtungen hinsichtlich erlebter aversiver Kindheitserfahrungen, ihres Substanzkonsums und antisozialen Verhaltens befragt. Die Ergebnisse konnten zeigen, dass ein partieller Mediationseffekt vom Einstiegsalter in den regelmäßigen Konsum illegaler Substanzen für den Einfluss physischen Missbrauchs auf die Anzahl antisozialer Symptome vorliegt. Damit zeigt die Studie die Notwendigkeit, wie wichtig es ist, Drogenabhängigen, der Schwere ihrer Erkrankung angemessen, eine vielfältige multimodale Behandlung ihrer chronischen Erkrankung zukommen zu lassen. Es sollten individuelle Therapiekonzepte so ausgebaut werden, dass im Rahmen der Suchttherapie mit zusätzlichem Schwerpunkt auf Persönlichkeitsstörungen und / oder posttraumatischer Belastungsstörung unter Berücksichtigung frühkindlicher Misshandlungserfahrungen eine erfolgsversprechende Behandlungsmöglichkeit geschaffen ist.
Inhaltsverzeichnis
- Abstract
- Einleitung
- Substanzbezogene Störungen
- Bindung und substanzbezogene Störungen
- Kindesmisshandlung und substanzbezogene Störungen
- Delinquenz und antisoziales Verhalten bei Drogenabhängigen
- Fragestellung und Hypothesen
- Methode
- Stichprobe
- Materialien und Messinstrumente
- Design und Durchführung
- Statistische Datenanalyse
- Ergebnisse
- Allgemeine klinische Daten
- Substanzanamnese
- Beziehungen und elterliche Bindung
- Delinquenz und antisoziales Verhalten
- Kindliche Misshandlungserfahrungen
- Zusammenhänge von aversiven Kindheitserfahrungen mit Substanzkonsum, antisozialem Verhalten und Delinquenz im Erwachsenenalter
- Mediationsmodell
- Diskussion
- Zusammenfassung und Interpretation der Befunde im Rahmen der Hypothesen
- Bewertung der Studie im Hinblick auf ihre Stärken und Schwächen
- Implikationen für die Forschung und Praxis
- Literaturverzeichnis
- Abbildungsverzeichnis
- Tabellenverzeichnis
- Anhang A
- Anhang B
- Kolmogorov-Smirnov Test auf Normalverteilung
- Tabellen
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Masterarbeit befasst sich mit dem Zusammenhang zwischen aversiven Kindheitserfahrungen und Delinquenz sowie antisozialem Verhalten bei erwachsenen drogenabhängigen Patienten. Ziel der Studie ist es, die Rolle substanzbezogener Störungen (SUD) als Mediator in diesem Zusammenhang zu untersuchen.
- Zusammenhänge zwischen aversiven Kindheitserfahrungen und SUD
- Die Rolle von SUD als Mediator zwischen aversiven Kindheitserfahrungen und antisozialem Verhalten/Delinquenz
- Die Bedeutung individueller Therapiekonzepte für die Behandlung von SUD
- Die Notwendigkeit eines multimodalen Behandlungsansatzes
- Die Bedeutung von Persönlichkeitsstörungen und posttraumatischer Belastungsstörung in der Suchttherapie
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung führt in die Thematik der substanzbezogenen Störungen (SUD) ein und beleuchtet die Bedeutung des Themas im Kontext der aktuellen gesellschaftlichen Situation. Sie befasst sich mit den Auswirkungen von SUD auf die Konsumenten, den Kosten im Gesundheitswesen und der hohen Relevanz, erfolgreiche Behandlungsmöglichkeiten zu entwickeln.
Das Kapitel "Methode" beschreibt die Methodik der Studie, die Stichprobengröße, die eingesetzten Materialien und Messinstrumente sowie das Design und die Durchführung der statistischen Datenanalyse.
Im Kapitel "Ergebnisse" werden die Ergebnisse der Studie präsentiert, inklusive der allgemeinen klinischen Daten, der Substanzanamnese, der Beziehungen und elterlichen Bindung, der Delinquenz und des antisozialen Verhaltens sowie der kindlichen Misshandlungserfahrungen. Des Weiteren werden Zusammenhänge zwischen aversiven Kindheitserfahrungen, Substanzkonsum, antisozialem Verhalten und Delinquenz im Erwachsenenalter beleuchtet.
Schlüsselwörter
Die Arbeit fokussiert sich auf die Themen substanzbezogene Störungen, Drogenabhängigkeit, Bindung, Trauma, Misshandlung, Kindesmisshandlung, antisoziales Verhalten, Delinquenz, Straftat, BtMG, Betäubungsmittelgesetz. Sie untersucht die Zusammenhänge zwischen aversiven Kindheitserfahrungen und delinquentem sowie antisozialem Verhalten bei Erwachsenen mit SUD und untersucht, ob SUD eine mediierende Rolle in diesem Zusammenhang spielt.
Häufig gestellte Fragen
Welcher Zusammenhang besteht zwischen Kindheitstrauma und Sucht?
Studien zeigen, dass aversive Kindheitserfahrungen (wie Misshandlung) das Risiko für spätere substanzbezogene Störungen (SUD) erheblich erhöhen.
Führen Kindheitserfahrungen direkt zu kriminellem Verhalten?
Die Studie zeigt, dass dieser Zusammenhang oft durch die Drogensucht (SUD) mediiert wird. Ein frühes Einstiegsalter in den Konsum vermittelt den Einfluss von Missbrauch auf antisoziales Verhalten.
Was war das Ziel der Untersuchung mit 101 Probanden?
Ziel war es zu prüfen, ob die Drogensucht als Vermittler (Mediator) zwischen frühen Traumata und späterer Delinquenz sowie antisozialem Verhalten fungiert.
Welche Implikationen ergeben sich für die Suchttherapie?
Therapien sollten multimodale Ansätze verfolgen, die nicht nur die Sucht, sondern auch Persönlichkeitsstörungen und posttraumatische Belastungsstörungen berücksichtigen.
Warum ist das Einstiegsalter in den Drogenkonsum so wichtig?
Ein frühes Einstiegsalter gilt als kritischer Faktor, der den negativen Einfluss früherer Misshandlungen auf die Anzahl antisozialer Symptome im Erwachsenenalter verstärkt.
- Quote paper
- M. Sc. Alexandra Petschnik (Author), 2018, Aversive Kindheitserfahrungen bei erwachsenen drogenabhängigen Patienten. Zusammenhänge mit Delinquenz und antisozialem Verhalten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/431866