Schon bei Elektras erstem Aufzug in Hugo von Hofmannsthals einaktiger Tragödie "Elektra" (1903) wird die Protagonistin als animalisch dargestellt. Sie hat ein Trauma, den Mord an ihrem Vater durch die Mutter Klytämnestra und deren Geliebten Aegisth, zu verarbeiten. Hierfür möchte Elektra die beiden Mörder büßen lassen, doch wird im weiteren Verlauf schnell deutlich, dass aus dem bloßen Rachegedanken eine Art Rachsucht geworden ist, von der sie sich nicht abbringen lassen kann und möchte. Nur durch den für sie gerechten Mord an Klytämnestra und Aegisth kann ihr Bedürfnis gestillt werden, was sie selbst sehr deutlich macht: „[...] darum muß ihr Blut hinab, um dir zu Dienst zu sein, [...] dann tanzen wir [...]“ (Hofmannsthal: 12, 6-12). Deshalb wird das Drama unter der Fragestellung, wie die Rachsucht in Hofmannsthals Tragödie Elektra dargestellt wird, analysiert.
Inhaltsverzeichnis
- 1. Einleitung
- 2. Nach dem Vatermord
- 2.1. Die animalische Elektra
- 2.2. Das Opfer wird zum Täter
- 2.3. Wenn Rache zur Rachsucht wird
- 3. Die Darstellung der Rachsucht
- 4. Literaturverzeichnis
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit analysiert die Darstellung der Rachsucht in Hugo von Hofmannsthals einaktiger Tragödie Elektra (1903) und untersucht, wie die Protagonistin Elektra durch ihre Emotion der Rache geprägt ist.
- Die animalische und dämonische Darstellung Elektras
- Das Motiv der Augen und die einschüchternde Wirkung von Elektras Blick
- Elektra als Opfer ihres Traumas und die Sehnsucht nach ihrem Vater
- Die Verbindung von Opfer und Täter in Elektras Rolle
- Die traumatheoretische Herangehensweise bei der Analyse der Tragödie
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung
Die Einleitung führt in die Thematik der Rachsucht in Hofmannsthals Elektra ein und stellt die Fragestellung der Arbeit vor. Dabei wird die Protagonistin Elektra als Opfer ihrer eigenen Emotion der Rache dargestellt.
2. Nach dem Vatermord
2.1. Die animalische Elektra
Elektra wird durch den Nebentext als animalisch beschrieben. Das Hausinnere wird als Höhle des Tieres Elektra oder auch als Hölle der dämonischen Elektra dargestellt. Die Beleuchtung und das Bühnenbild verstärken diesen Eindruck.
2.2. Das Opfer wird zum Täter
Der Abschnitt beleuchtet Elektra als Opfer ihres Traumas, das durch die häufig erwähnte Einsamkeit und Sehnsucht nach ihrem Vater deutlich wird. Elektra ist in ihrer Rolle sowohl Opfer als auch Täter.
Häufig gestellte Fragen
Wie wird Elektra in Hofmannsthals Drama dargestellt?
Elektra wird als animalisch, dämonisch und traumatisiert dargestellt, geprägt durch den Mord an ihrem Vater Agamemnon.
Was ist der Unterschied zwischen Rache und Rachsucht bei Elektra?
Während Rache ein Ziel verfolgt, ist die Rachsucht bei Elektra zu einem zwanghaften Lebensinhalt geworden, von dem sie sich nicht mehr lösen kann.
Welche Rolle spielt das Trauma in der Analyse?
Die Arbeit nutzt traumatheoretische Ansätze, um Elektras Verhalten als Folge des miterlebten Vatermords und ihrer sozialen Isolation zu erklären.
Warum wird Elektra als "animalisch" bezeichnet?
Hofmannsthals Nebentexte beschreiben sie wie ein eingesperrtes Tier; ihr Wohnort gleicht einer Höhle, was ihre Entfremdung von der menschlichen Zivilisation betont.
Wie wird das Motiv der Augen im Drama genutzt?
Elektras Blick wird als einschüchternd und brennend beschrieben, was ihre innere Besessenheit und die Macht ihrer Rachegedanken visualisiert.
Ist Elektra Opfer oder Täterin?
Sie ist beides: Opfer des Verbrechens ihrer Mutter und Täterin (oder Anstifterin), die durch blutige Vergeltung Erlösung sucht.
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- Janine Göttert (Author), 2018, Wenn Rache zur Rachsucht wird. Die Darstellung der Rachsucht in Hofmannsthals Drama "Elektra", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/429222