Als Einstieg in das Seminarthema „Europäisches Gesellschaftsrecht nach Inspire Art“ muss man sich zunächst klar machen, dass der Terminus des europäischen Gesellschaftsrechts ein wenig in die Irre führt: Es handelt sich hierbei nicht um ein geschlossenes Rechtsgebiet im Sinne einer abschließenden und homogenen Kodifikation ; vielmehr sind auf europäischer Ebene nur an verschiedenen Punkten Regelungen getroffenen worden, die einen Teil des Gesellschaftsrechts abdecken. Im Kern aber geht es um die Frage, inwieweit das nationale Recht grenzüberschreitend Gültigkeit behält. Hierbei spielt insbesondere das Problem der sog. Niederlassungsfreiheit nach Artt. 43 ff. EG eine entscheidende Rolle.
Inhaltsverzeichnis
- Literaturverzeichnis
- Anm. des Verf.
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Arbeit befasst sich mit dem europäischen Gesellschaftsrecht nach der Inspire Art-Entscheidung des EuGH. Sie untersucht die Auswirkungen dieser Entscheidung auf das deutsche Gesellschaftsrecht und beleuchtet die Folgen für die Gestaltungsfreiheit deutscher Unternehmen.
- Die Bedeutung der Niederlassungsfreiheit im europäischen Gesellschaftsrecht
- Die Auswirkungen der Inspire Art-Entscheidung auf die Sitztheorie
- Die Regulierung von Auslandsgesellschaften im deutschen Recht
- Der Vergleich zwischen englischen und deutschen Gesellschaftsformen
- Der Einfluss der Inspire Art-Entscheidung auf die Gläubigerschutzbestimmungen
Zusammenfassung der Kapitel
Die Arbeit setzt sich mit den Auswirkungen der Inspire Art-Entscheidung des EuGH auf das deutsche Gesellschaftsrecht auseinander. Sie beleuchtet die Folgen dieser Entscheidung für die Gestaltungsfreiheit deutscher Unternehmen und stellt den Wettbewerb zwischen den europäischen Rechtsordnungen im Gesellschaftsrecht dar. Der Fokus liegt dabei auf der Frage, ob die Entscheidung zu einer verstärkten Pluralisierung des europäischen Gesellschaftsrechts führt und welche Auswirkungen dies auf die Rechtsanwendung und die Praxis hat.
Schlüsselwörter
Europäisches Gesellschaftsrecht, Inspire Art, Sitztheorie, Niederlassungsfreiheit, Gestaltungsfreiheit, Auslandsgesellschaften, Gläubigerschutz, Pluralisierung, Wettbewerb, Rechtsanwendung, Praxis.
Häufig gestellte Fragen
Was besagt die Inspire Art-Entscheidung des EuGH?
Die Entscheidung stärkt die Niederlassungsfreiheit in der EU und besagt, dass eine Gesellschaft, die in einem Mitgliedstaat rechtmäßig gegründet wurde, in anderen Staaten anerkannt werden muss.
Was ist der Unterschied zwischen Sitztheorie und Gründungstheorie?
Die Sitztheorie knüpft an den tatsächlichen Verwaltungssitz an, während die Gründungstheorie das Recht des Staates anwendet, in dem die Gesellschaft registriert wurde.
Welche Auswirkungen hat das Urteil auf den Gläubigerschutz?
Es schränkt nationale Sonderregeln ein, die Auslandsgesellschaften zur Einhaltung inländischer Mindestkapitalvorschriften zwingen wollen, was neue Fragen zur Sicherheit für Gläubiger aufwirft.
Warum nutzen deutsche Unternehmer oft englische Rechtsformen wie die Ltd.?
Aufgrund der Niederlassungsfreiheit konnten Unternehmer die geringeren Gründungshürden und das fehlende Mindestkapital der englischen Limited nutzen, während sie in Deutschland tätig waren.
Führt Inspire Art zu einem Wettbewerb der Rechtsordnungen?
Ja, durch die freie Wahl des Gründungsstaates stehen nationale Gesellschaftsrechte im Wettbewerb, was oft zu Reformen (wie der Einführung der UG in Deutschland) führt.
- Quote paper
- Holger Engelkamp (Author), 2005, Europäisches Gesellschaftsrecht nach Inspire Art, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/42905