Einleitung
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Gedichtinterpretation des Sonetts „Es ist alles Eitel“ von Andreas Gryphius. Dieses Sonett ist ein typisches Gedicht aus der Zeit des Barock. Der Literatur zufolge ist davon auszugehen, dass der Urtext des Gedichtes mitten im Wüten des Dreißigjährigen Krieges, als das Werk des kaum 21jährigen Dichters, entstanden ist. Andreas Gryphius stellt hier sehr eindrucksvoll das zeittypische Vanitas-Motiv, die Vergänglichkeit des irdischen Glücks, dar. Diese Denkweise steht in einem engen Zusammenhang mit dem Zeithintergrund des Dreißigjährigen Krieges.
In dieser Arbeit wird zunächst das Leben des Autors in einer kurzen biographischen Zusammenfassung dargestellt. Punkt drei stellt einen kurzen Überblick über den geschichtlichen Hintergrund des Barocks dar. Im Anschluss hieran erfolgt eine Interpretation des Gedichtes „Es ist alles Eitel“.
Es ist alles Eitel
Du sihst / wohin du sihst nur Eitelkeit auff Erden.
Was diser heute baut / reist jener morgen ein:
Wo itzund Städte stehen / wird eine Wisen seyn /
Auff der ein Schäfers-Kind wird spilen mit den Herden.
Was itzund prächtig blüht / sol bald zutretten werden. 5
Was itzt so pocht und trotzt ist Morgen Asch und Bein /
Nichts ist / das ewig sey / kein Ertz / kein Marmorstein.
Itzt lacht das Glück uns an / bald donnern die Beschwerden.
Der hohen Thaten Ruhm muß wie ein Traum vergehn.
Soll denn das Spil der Zeit / der leichte Mensch bestehn? 10
Ach! was ist alles diß / was wir vor köstlich achten /
Als schlechte Nichtigkeit / als Schatten / Staub und Wind;
Als eine Wisen-Blum / die man nicht wider find`t.
Noch will was Ewig ist kein einig Mensch betrachten!
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Andreas Gryphius
3. Geschichtlicher Hintergrund des Barock
4. Gedichtinterpretation
5. Schluss
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, das Sonett „Es ist alles Eitel“ von Andreas Gryphius vor dem Hintergrund der barocken Vanitas-Motivik und der historischen Erschütterungen des Dreißigjährigen Krieges tiefgehend zu analysieren und zu interpretieren.
- Biographische Einordnung des Dichters Andreas Gryphius
- Historischer Kontext des Barock und der Dreißigjährige Krieg
- Strukturelle und formale Analyse des Sonetts
- Untersuchung von rhetorischen Stilmitteln und Metaphorik
- Interpretation des zentralen Vanitas-Motivs und seiner religiösen Bedeutung
Auszug aus dem Buch
Gedichtinterpretation
Andreas Gryphius verwendet in seinem Gedicht Wörter, welchen in der heutigen Zeit eine andere Bedeutung zugeschrieben wird, als in der Entstehungszeit des Gedichtes. Hierzu zählen Begriffe wie zum Beispiel „Eitel/Eitelkeit“ (vergänglich/irdische Vergänglichkeit), „schlecht“ (einfach, schlicht, bloß) und „betrachten“ (beachten). Des Weiteren gebraucht der Autor Begriffe, welche in dem heutigen Sprachgebrauch nicht mehr präsent sind, hierzu zählen „itzund“ (Vers 5) und „Itzt“ (Vers 8). Diese beiden Begriffe nehmen in der heutigen Zeit die Bedeutung von „Jetzt“ ein. Das Gedicht ist sehr stark argumentativ aufgebaut. Dies ist daran zu erkennen, dass die Überschrift und der erste Vers eine These aufwerfen, die im Verlauf des Gedichtes anhand von Beispielhäufungen bekräftigt wird.
Bemerkenswert ist auch, dass in dem Werk eine Dominanz von Verben vorliegt. Gryphius verwendet in seinem Gedicht nur sehr wenige Adjektive. Auffällig hierbei ist, dass die Adjektive vorwiegend nur im Rahmen der beiden Terzette eingesetzt werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung stellt das Sonett „Es ist alles Eitel“ vor, verortet es in der Zeit des Barock und des Dreißigjährigen Krieges und gibt einen Ausblick auf die geplante methodische Vorgehensweise.
2. Andreas Gryphius: Dieses Kapitel liefert eine biographische Skizze des Autors, wobei insbesondere seine vom Krieg geprägte Kindheit und sein Bildungsweg hervorgehoben werden.
3. Geschichtlicher Hintergrund des Barock: Hier wird die Epoche des Barock (1550-1750) unter dem Einfluss des Dreißigjährigen Krieges als eine krisenhafte Zeit beschrieben, die den Nährboden für die zeitgenössische Lyrik bildete.
4. Gedichtinterpretation: In diesem zentralen Kapitel wird das Sonett formal, inhaltlich und sprachlich untersucht, wobei insbesondere die antithetische Struktur und das Vanitas-Motiv analysiert werden.
5. Schluss: Das Fazit fasst die Bedeutung des Werkes zusammen und betont, dass die Vanitas-Thematik des Sonetts über die Zeit des 17. Jahrhunderts hinaus eine allgemeingültige Relevanz besitzt.
Schlüsselwörter
Andreas Gryphius, Barock, Es ist alles Eitel, Vanitas-Motiv, Sonett, Gedichtinterpretation, Dreißigjähriger Krieg, Vergänglichkeit, Alexandriner, Metaphorik, rhetorische Figuren, Literaturanalyse, Barocklyrik, 17. Jahrhundert, Weltbild
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit widmet sich der detaillierten Interpretation des Sonetts „Es ist alles Eitel“ des Barockdichters Andreas Gryphius.
Welche zentralen Themenfelder behandelt der Autor?
Im Zentrum stehen die Vanitas-Thematik, die Vergänglichkeit alles Irdischen und die religiöse Dimension im Kontext des Dreißigjährigen Krieges.
Was ist die primäre Forschungsfrage des Textes?
Die Arbeit untersucht, wie Gryphius das Vanitas-Motiv durch formale und sprachliche Mittel in seinem Sonett darstellt, um die Hinfälligkeit irdischer Werte zu verdeutlichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird für die Interpretation verwendet?
Die Autorin kombiniert eine biographische Kontextualisierung mit einer werkimmanenten Analyse von Form, Struktur und rhetorischen Stilmitteln.
Was wird im Hauptteil der Arbeit thematisiert?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Vorstellung des Autors, eine historische Einordnung der Epoche sowie eine umfassende Analyse des Gedichtes, inklusive Metrik, Reimschema und Bildsprache.
Welche Schlagworte charakterisieren diese Analyse am besten?
Wichtige Begriffe sind Barock, Vanitas-Motiv, Andreas Gryphius, Sonett, Vergänglichkeit, Alexandriner und christliche Ewigkeitslehre.
Welche Bedeutung hat das „Schäfers-Kind“ im ersten Quartett?
Das spielende Schäfers-Kind wird zunächst als Symbol für Idylle interpretiert, das einen Kontrast zur sonst vorherrschenden negativen Stimmung des Vergänglichen bildet.
Warum betont die Autorin die Änderung von der Ich- zur Du-Form im Vergleich zur ersten Fassung?
Die Änderung zur direkten Anrede soll den Leser stärker involvieren und das Gedicht von einer persönlichen Klage in eine didaktische Ermahnung an die Allgemeinheit verwandeln.
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- Rita Rabenau (Author), 2005, Andreas Gryphius: Es ist alles Eitel - Gedichtinterpretation, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/42524