Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Erinnerung des Holocaust und der Möglichkeit durch die Beschäftigung damit präventiv zu wirken. Kann Geschichte als Prävention fungieren? Das Ziel dieser Arbeit ist es, die Leistung der heutigen Erinnerungskultur herauszustellen, kritisch zu betrachten und im Hinblick auf die Zukunft zu bewerten. Sie bezieht sich dabei hauptsächlich auf die deutsche Erinnerungskultur. Die Geschichtsphilosophie spielt dabei in Bezug auf die Deutung der Geschichte und unserem heutigen Umgang mit ihr eine Rolle.
Weiterhin befasst sich diese Arbeit mit den Grenzen der Erinnerungskultur, die aus den unterschiedlichen Wegen resultieren. Das Phänomen des Sekundären Antisemitismus als konträre Folge des Erinnerns wird ebenfalls thematisiert. Grundlage für all dies sind Literaturrecherchen, ein Zeitzeugengespräch sowie ein Interview mit Herrn Helge Tiede, dem Landeskoordinator des Projektes „Menschlichkeit und Toleranz im Sport“ in Sachsen-Anhalt.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Begründung der Themenwahl
- Fragestellung, Ziel, Aufbau und Methodik
- Geschichte und Gegenwart
- Der Holocaust
- Aktuelle Situation
- Geschichte als Prävention?
- Erinnerungskultur - Wesen und Ziele
- Erinnerung und Prävention
- Erfolgreiche Prävention
- Methoden der Erinnerung, ihre Intentionen und Problematiken
- Schulunterrichtliche Behandlung
- Zeitzeugen und persönliche Erinnerung
- Museen und insbesondere der Gedenkstätten
- Vergegenwärtigung im Alltag
- Mediale Auseinandersetzung
- Grenzen der Erinnerungskultur - Was sie nicht soll und nicht kann
- Erinnerungskultur und Sekundärer Antisemitismus
- Zusammenfassung, Ausblick und eigene Positionierung
- Literaturverzeichnis
- Anhang
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Facharbeit analysiert die Rolle der Erinnerungskultur im Kontext des Holocaust und beleuchtet die Frage, ob Geschichte als Prävention dienen kann. Der Fokus liegt dabei auf der deutschen Erinnerungskultur und ihrer Wirksamkeit, den Holocaust zu verstehen und zukünftigen Verfehlungen vorzubeugen.
- Die Bedeutung von Erinnerung und Prävention im Umgang mit dem Holocaust
- Die verschiedenen Methoden der Erinnerungskultur, ihre Intentionen und Problematiken
- Die Grenzen der Erinnerungskultur und ihre mögliche Unwirksamkeit
- Der Zusammenhang zwischen Erinnerungskultur und dem Phänomen des Sekundären Antisemitismus
- Die Rolle der Geschichte als Präventionsinstrument und die Möglichkeiten, sie zu nutzen.
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung führt in das Thema ein und erläutert die Motivation, die Fragestellung und die Methodik der Facharbeit. Das zweite Kapitel beschäftigt sich mit dem Holocaust und der gegenwärtigen Situation in Bezug auf Rechtsextremismus und Fremdenhass. Das dritte Kapitel untersucht verschiedene Aspekte der Erinnerungskultur, wie ihre Ziele und Intentionen, sowie die Grenzen der Erinnerung. Der Schwerpunkt liegt auf der Frage, wie Erinnerungskultur als Präventionsinstrument genutzt werden kann. Die Facharbeit schließt mit einer Zusammenfassung, einem Ausblick und einer eigenen Positionierung der Autorin zum Thema.
Schlüsselwörter
Holocaust, Erinnerungskultur, Prävention, Antisemitismus, Rechtsextremismus, Fremdenhass, Geschichtsphilosophie, Zeitzeugen, Gedenkstätten, Schulunterricht, Medien.
Häufig gestellte Fragen
Kann Geschichte als Prävention gegen Rechtsextremismus dienen?
Ja, die Auseinandersetzung mit dem Holocaust soll durch Aufklärung und Empathie verhindern, dass sich totalitäre Ideologien und Menschenhass wiederholen. Dies ist ein Kernziel der heutigen Erinnerungskultur.
Was versteht man unter „Sekundärem Antisemitismus“?
Dies ist eine Form des Antisemitismus, die gerade wegen der Erinnerung an den Holocaust entsteht (z. B. Schuldabwehr oder Täter-Opfer-Umkehr), oft geäußert als Wunsch nach einem „Schlussstrich“.
Welche Methoden der Erinnerung gibt es?
Dazu gehören der Schulunterricht, Gedenkstättenbesuche, die Arbeit mit Zeitzeugen, Museen sowie die mediale Aufarbeitung in Filmen und Büchern.
Welche Rolle spielen Zeitzeugen in der Erinnerungskultur?
Zeitzeugen machen Geschichte persönlich und emotional greifbar. Ihr Verschwinden stellt die Erinnerungskultur vor die Herausforderung, die Authentizität ihrer Berichte für die Zukunft zu bewahren.
Wo liegen die Grenzen der Erinnerungskultur?
Erinnerungskultur kann keine automatische Immunität gegen Hass garantieren. Wenn sie als „verordnet“ wahrgenommen wird, kann sie Abwehrreaktionen oder Desinteresse hervorrufen.
- Citar trabajo
- Laura Bachmann (Autor), 2018, Geschichte als Prävention? Der Holocaust im Kontext unserer heutigen Erinnerungskultur, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/423864