Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes Josef Kraus verkündet, dass rund 200.000 Schüler und Schülerinnen in Deutschland täglich den Unterricht „schwänzen“. In knapp der Hälfte aller Fälle nennt Kraus „Mobbing, Angst vor Mitschülern und Prüfungen“ (Kraus 2011, S. 1) als Ursache für Schulverweigerung. Seiner Meinung nach sind Sanktionen in so einem Fall der falsche Weg, daher lehnt er strenge Sanktionen wie Bußgelder ab und erachtet diese für unwirksam und zwecklos. Dennoch fallen die Konsequenzen der Kommunen unterschiedlich aus und sind regional abhängig.
Des Weiteren führt er an, dass in einigen Bundesländern Geldstrafen oder Jugendarrest verhangen werden, andere Bundesländer wiederum setzen auf Beratung und intensive Begleitung und Betreuung der betroffenen SchülerInnen. Insbesondere für das Arbeitsfeld der Schulsozialarbeit ist Schulabsentismus ein permanent präsentes Phänomen an Schulen und ein praxisrelevantes Thema, da schulverweigerndes Verhalten ein Ausdruck von Unzufriedenheit, Überforderung und seelischer Belastung sein kann und somit der Intervention sowie der Beratung der Vorort praktizierenden SchulsozialarbeiterInnen bedarf, indem sie die möglichen Gründe und Ursachen im Einzelfall mit der/dem Betroffenen erforschen und aufarbeiten, sozialpädagogische Hilfen und Angebote anbietet umso einer Verschlimmerung des Problems und einem totalen Fernbleiben der Schule entgegenzuwirken.
In diesem Zusammenhang behandelt die vorliegende Forschungsarbeit das Thema Schulabsentismus und die entsprechenden Interventions- sowie Präventionsstrategien der Schulsozialarbeit und befasst sich darin mit der Forschungsfrage wie SchulsozialarbeiterInnen im Falle von Schulabsentismus intervenieren und welche Maßnahmen sie ergreifen um Schulabsentismus präventiv entgegenzuwirken.
Als Einführung in das Thema werden im ersten Kapitel der Begriff des Schulabsentismus und seine Formen definiert. Sälzer unterscheidet hier zwischen Schulschwänzen, Schulverweigerung und elterliches Zurückhalten. In Anlehnung an die Definition werden im Folgenden die Ursachen für Schulabsentismus dargestellt.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- 1. Schulabsentismus
- 1.1. Schulabsentismus
- 1.2. Schulschwänzen
- 1.3. Schulverweigerung
- 1.4. Elterliches Zurückhalten
- 1.5. Ursachen
- 2. Schulsozialarbeit
- 2.1. Zielgruppen, Adressaten und Angebote
- 2.2. Methoden und Aufgaben
- 3. Rechtliche Grundlagen
- 4. Forschungsdesign
- 4.1. Forschungsmethode
- 4.2. Erhebungsverfahren
- 4.3. Sampling
- 4.4. Durchführung
- 4.5. Auswertung
- 5. Forschungsergebnisse
- 6. Interpretation
- 7. Ausblick
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Forschungsarbeit befasst sich mit dem Phänomen des Schulabsentismus und den Interventions- sowie Präventionsstrategien der Schulsozialarbeit. Die Arbeit untersucht, wie SchulsozialarbeiterInnen im Falle von Schulabsentismus intervenieren und welche Maßnahmen sie ergreifen, um Schulabsentismus präventiv entgegenzuwirken.
- Definition des Schulabsentismus und seiner Formen (Schulschwänzen, Schulverweigerung, elterliches Zurückhalten)
- Analyse der Ursachen für Schulabsentismus
- Beschreibung der Rolle der Schulsozialarbeit bei der Bewältigung von Schulabsentismus
- Vorstellung von Interventions- und Präventionsstrategien der Schulsozialarbeit
- Rechtliche Grundlagen der Schulsozialarbeit
Zusammenfassung der Kapitel
Das erste Kapitel definiert den Begriff des Schulabsentismus und seine verschiedenen Formen, wie Schulschwänzen, Schulverweigerung und elterliches Zurückhalten. Des Weiteren werden die möglichen Ursachen für Schulabsentismus beleuchtet.
Im zweiten Kapitel wird die Schulsozialarbeit vorgestellt und ihre Rolle in Bezug auf Schulabsentismus erläutert. Es werden die Zielgruppen, Adressaten und Angebote der Schulsozialarbeit sowie deren Methoden und Aufgaben beschrieben.
Das dritte Kapitel befasst sich mit den rechtlichen Grundlagen der Schulsozialarbeit.
Schlüsselwörter
Schulabsentismus, Schulschwänzen, Schulverweigerung, elterliches Zurückhalten, Schulsozialarbeit, Interventionsstrategien, Präventionsstrategien, rechtliche Grundlagen, Forschungsdesign, Experteninterview, qualitative Inhaltsanalyse.
Häufig gestellte Fragen
Was versteht man unter Schulabsentismus?
Schulabsentismus ist ein Oberbegriff für das Fernbleiben vom Unterricht. Er umfasst Formen wie Schulschwänzen, Schulverweigerung und elterliches Zurückhalten.
Was sind die häufigsten Ursachen für Schulverweigerung?
Häufige Gründe sind Mobbing, Angst vor Mitschülern oder Prüfungen sowie Überforderung und seelische Belastungen im familiären Umfeld.
Wie interveniert die Schulsozialarbeit bei Absentismus?
SchulsozialarbeiterInnen setzen auf Beratung, intensive Begleitung und sozialpädagogische Hilfen, um die individuellen Ursachen im Einzelfall zu erforschen und aufzuarbeiten.
Sind Sanktionen wie Bußgelder bei Schulabsentismus wirksam?
Experten wie Josef Kraus halten strenge Sanktionen oft für unwirksam und plädieren stattdessen für pädagogische Unterstützung und Beratung.
Was ist der Unterschied zwischen Schulschwänzen und Schulverweigerung?
Schulschwänzen geschieht oft aktiv und heimlich, während Schulverweigerung meist eine tiefere psychische Ursache oder eine bewusste Ablehnung des Systems darstellt.
Welche Rolle spielt die Prävention in der Schulsozialarbeit?
Prävention zielt darauf ab, durch Angebote und frühzeitige Intervention einer Verschlimmerung des Problems und einem totalen Fernbleiben von der Schule entgegenzuwirken.
- Quote paper
- Natalie Alber (Author), 2016, Schulabsentismus und Interventionsstrategien der Schulsozialarbeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/423531