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Theaterpädagogik mit Menschen mit geistiger Behinderung

Title: Theaterpädagogik mit Menschen mit geistiger Behinderung

Seminar Paper , 2002 , 12 Pages , Grade: 2

Autor:in: Jörn Killinger (Author)

Theater Studies, Dance
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Summary Excerpt Details

Die Sichtweise und dementsprechend die Betreuung von Menschen mit geistiger Behinderung hat in den letzten 30 Jahren eine große Änderung erfahren. Sowohl in wissenschaftlichen Betrachtungen als auch in der Praxis wird versucht, den Menschen mit geistiger Behinderung nicht unter der defizitären Perspektive zu betrachten und seine durch die Gesellschaft normierten Schwächen zu beheben. Sondern es wird versucht seine individuellen Stärken zu finden, um bei diesen die Förderung anzusetzen. Es ist also nur konsequent, dass in diesem Zusammenhang der Bereich der Kunst „entdeckt“ wurde. Während künstlerische Tätigkeiten anfangs nur unter dem therapeutischen Aspekt mit Menschen mit geistiger Behinderung praktiziert wurde rückten sie im Laufe der Zeit immer stärker als zweckfreie Ausdrucksform in den Vordergrund.

Begonnen hat diese Entwicklung mit den bildenden Künsten, seit dem Ende der 80er Jahre entwickelt sich auch die Theaterarbeit zu einem wichtigen Ausdrucksmedium für mit Menschen mit geistiger Behinderung. Ich möchte nun im folgenden auf die Fragen eingehen, warum hier Theater gespielt wird. Also aus welcher Motivation heraus und mit welcher Zielsetzung. Im Anschluss daran möchte ich umreißen, wodurch sich Theater mit Menschen mit geistiger Behinderung auszeichnet.

Abschließend soll aufgezeigt werden, durch welche Qualitäten sich ein Spielleiter, der in diesem Bereich arbeitet auszeichnet.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. MOTIVATION

3. ZIELVORSTELLUNGEN

3.1. Innen – die Spieler

3.2. Außen – das Publikum

4. BESONDERHEITEN

5. DIE QUALITÄTEN DES/DER SPIELLEITERIN

6. SCHLUSSGEDANKE

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Bedeutung der Theaterpädagogik für Menschen mit geistiger Behinderung, wobei der Fokus darauf liegt, wie durch künstlerische Ausdrucksformen individuelle Stärken gefördert und gesellschaftliche Teilhabe ermöglicht werden kann. Dabei wird der Frage nachgegangen, welche Motivationen und Zielsetzungen hinter dieser Theaterarbeit stehen und welche spezifischen Anforderungen an die Spielleitung gestellt werden.

  • Motivation und Lust am Spiel als menschliches Grundbedürfnis
  • Unterscheidung zwischen produkt- und prozessorientierter Theaterarbeit
  • Gesellschaftliche Außenwirkung und Integration durch Theater
  • Authentizität als zentrales Hauptkapital der SpielerInnen
  • Anforderungen an SpielleiterInnen hinsichtlich nicht-direktiven Verhaltens

Auszug aus dem Buch

3.1. Innen – die Spieler

Bevor ich auf diese Frage eingehen kann, muss ich auf den Unterschied zwischen produkt- und prozessorientierter Theaterarbeit eingehen. So erscheint es teilweise fast so, als ob hier ein ideologischer Grabenkampf geführt wird – die einen messen der Aufführung nur den Wert eines Nebeneffekts bei, die anderen postulieren, dass der Prozess nur in Abhängigkeit von der Aufführung gesehen werden kann. Andererseits gehen viele LeiterInnen durchaus pragmatisch an die Frage heran und differenzieren anhand von Sinn, Zeit, Mittel, ... welcher Schwerpunkt gewählt wird/werden kann (Schoeppe und Schellpeper, 1997).

LeiterInnen, die entweder auf beide Aspekte gleichviel, oder auf den Prozess ein größeres Augenmerk legen, betonen die Wichtigkeit des Lerneffekts, der mit dem Theaterspielen einhergeht bzw. legen es auf diesen an. Für sie ist Theaterspielen Mittel zum Zweck (z.B. Aissen-Crewett spricht zumindest im Zusammenhang mit Kindern im Alter von 6-10 Jahren der Aufführung die Notwendigkeit ab, da sie v.a. Überforderung fürchtet). Es sollen soziale, musische und auch intellektuelle Fähigkeiten gelernt und gestärkt werden. Dass Selbstbewusstsein und (damit einhergehend) Entscheidungs- und Handlungskompetenz gestärkt werden, geht nach dieser Ansicht auch damit einher, wenn innerhalb der Gruppe gespielt wird.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet den historischen Wandel in der Betreuung von Menschen mit geistiger Behinderung weg von defizitären Perspektiven hin zur Stärkenorientierung durch Kunst und Theater.

2. MOTIVATION: Dieses Kapitel begründet das Theaterspielen mit dem jedem Menschen innewohnenden Bedürfnis nach Spiel und dem Wunsch, Erfüllung sowie Sinn durch eine ganzheitliche Betätigung von Körper, Geist und Emotionen zu finden.

3. ZIELVORSTELLUNGEN: Hier werden zwei Ebenen der Zielsetzung unterschieden: die Binnenperspektive der persönlichen Entwicklung der SpielerInnen und die Außenperspektive der gesellschaftlichen Wirkung.

4. BESONDERHEITEN: Dieses Kapitel arbeitet heraus, warum Theater mit Menschen mit geistiger Behinderung eine besondere Form des Laientheaters darstellt, wobei Authentizität als zentrales Merkmal der SpielerInnen hervorgehoben wird.

5. DIE QUALITÄTEN DES/DER SPIELLEITERIN: Der Fokus liegt auf den Anforderungen an die Spielleitung, insbesondere der Fähigkeit zum nicht-direktiven Verhalten und der Notwendigkeit, sich auf den Prozess einzulassen.

6. SCHLUSSGEDANKE: Der Autor resümiert die wachsende öffentliche Aufmerksamkeit für das Thema und drückt die Hoffnung auf eine konsequente Weiterentwicklung der Inklusion aus.

Schlüsselwörter

Theaterpädagogik, geistige Behinderung, Inklusion, Authentizität, Prozessorientierung, Spielleiter, Sozialspiel, Kunst, Selbstbewusstsein, künstlerischer Ausdruck, gesellschaftliche Teilhabe, Nicht-direktivität, Persönlichkeitsentwicklung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Rolle und den Wirkungsweisen von Theaterpädagogik in der Arbeit mit Menschen mit geistiger Behinderung.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind die Motivation hinter dem Theaterspielen, die Abgrenzung von prozess- zu produktorientierter Arbeit, die Bedeutung der Authentizität der Spieler sowie das Anforderungsprofil an Spielleiter.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie Theaterarbeit als Medium zur Stärkung der Persönlichkeit dienen kann und welche pädagogisch-künstlerischen Rahmenbedingungen dafür notwendig sind.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor stützt sich auf eine theoretische Auseinandersetzung mit Fachliteratur und vergleicht verschiedene pädagogische Ansätze und Praxisberichte.

Was steht im inhaltlichen Hauptteil im Fokus?

Im Hauptteil wird der Unterschied zwischen prozess- und produktorientiertem Theater diskutiert und wie Menschen mit geistiger Behinderung durch das Spiel Authentizität erlangen können.

Welche Schlagworte charakterisieren diese Arbeit?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Inklusion, Authentizität, künstlerischer Ausdruck und die pädagogische Qualität der Spielleitung.

Warum betont der Autor die Authentizität als "Hauptkapital" der Spieler?

Da Menschen mit geistiger Behinderung oft emotional an Dinge herangehen, ermöglicht dies eine sehr unmittelbare und unverfälschte künstlerische Ausdrucksweise, die sich von kognitiv gesteuerter Schauspielerei unterscheidet.

Welche Bedeutung hat das "nicht-direktive Verhalten" für den Spielleiter?

Der Spielleiter soll nicht mit einem starren Konzept arbeiten, sondern das Spiel der Akteure beobachten und Impulse geben, um den kreativen Prozess der Teilnehmer zu unterstützen, statt ihn zu dominieren.

Excerpt out of 12 pages  - scroll top

Details

Title
Theaterpädagogik mit Menschen mit geistiger Behinderung
College
LMU Munich
Grade
2
Author
Jörn Killinger (Author)
Publication Year
2002
Pages
12
Catalog Number
V41970
ISBN (eBook)
9783638401173
ISBN (Book)
9783656760528
Language
German
Tags
Theaterpädagogik Menschen Behinderung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jörn Killinger (Author), 2002, Theaterpädagogik mit Menschen mit geistiger Behinderung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/41970
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