Mit der Absicht, die sozioökonomische Ungleichheit zu reduzieren und einen generalisierten Versicherungsschutz mit minimierten Zugangsbeschränkungen und Strafe Unversicherter, zu gewährleisten, wurde 2010 das Patient Protection and Affordable Care Act ("Obama-Care" oder ACA) verabschiedet. Obama-Care steht in Bezug auf die Kostenexpansion unter heftiger Kritik und führte zu einem weiteren Problem – dem Mangel an Allgemeinmedizinern (Family Physican/General Practitioner) bei gleichzeitiger Erhöhung der versicherten Leistungsbezieher, hoher Zuwanderung und demografischen Faktoren, die auf beiden Seiten Auswirkungen haben.
Im Vergleich des ärztlichen Versorgungsangebotes, Indikator für eine angemessene, regional ausgewogene medizinische Behandlung, zeigt sich schon derzeit, dass im Ländervergleich die USA nur knapp halb so viel praktizierende Ärzte haben wie im europäischen Vergleich ebenso zeigt sich nur minimaler Zuwachs in dieser Versorgungsdichte (0,5%), was aufgrund der Flächendimension vor allem in ländlichen Gebieten zu Versorgungslücken führt. Das Resultat dieses Versäumnisses findet sich in den Wartezeiten um einen Arzt zu sehen, durchschnittlich wartet die Bevölkerung hier 46,9 Tage – ein kritischer Wert in Hinblick auf den akuten Bedarf an Versorgung in diesem Bereich.
Dem gegenüber stehen in den USA Berufe, die zum Teil besser ausgebildet sind als durchschnittliche Ärzte, sogenannte "Nurse Practitioners" (NP) und die Forderung nach deren verstärktem Einsatz in der "hausärztlichen" Versorgung. Aus genannten Gründen werden in den verschiedenen Regionen der USA politische Konzepte erarbeitetet, die dem Mangel an Primärversorgung mit einer Erweiterung des Tätigkeitsfeldes der NP's begegnen wollen. Nurse Practitioners sind hoch qualifizierte Krankenschwestern, die mit Master bzw. Doktorgrad in verschiedenen Positionen der Gesundheitsversorgung tätig sind und deren Tätigkeiten abhängig von der gesetzlichen Lage im jeweiligen Staat von diagnostischen Verfahren bis zur medikamentösen Behandlung reichen. 2016 waren über 222 000 lizensiert in den USA, 83% dieser haben einen Abschluss im Bereich der Primärversorgung, dennoch ist der Anteil am Markt gering (20%).
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Forschungsfrage
- Begründung der Themenwahl
- Methodologie
- Thematische Vorgehensweise
- Organisation und Ablauf des Praktikums
- Strukturen der Primärversorgung in den USA
- Hausarzt zentrierte Versorgung
- Community Organisations
- Krankenhausambulanzen
- Die Rolle der Nurse Practitioner
- Definition, Geschichte
- Ausbildung
- Arbeitsfelder Tätigkeitsgebiet
- Problemfelder
- Benefit
- Zusammenfassung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Der Praktikumsbericht befasst sich mit der Rolle der Nurse Practitioners in der primären Gesundheitsversorgung der USA. Die Arbeit analysiert die Herausforderungen, die das US-amerikanische Gesundheitssystem im Bereich der Primärversorgung aufgrund des Mangels an Allgemeinmedizinern und der sozioökonomischen Ungleichheit im Zugang zur Gesundheitsversorgung erlebt.
- Der Mangel an Allgemeinmedizinern in den USA
- Die Rolle der Nurse Practitioners als Alternative zur Hausarztversorgung
- Die Herausforderungen und Chancen, die mit der verstärkten Nutzung von Nurse Practitioners im amerikanischen Gesundheitssystem verbunden sind
- Die Bedeutung der Nurse Practitioners für die Verbesserung des Zugangs zur Gesundheitsversorgung in den USA
- Die verschiedenen Arbeitsfelder und Tätigkeitsbereiche der Nurse Practitioners
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung stellt den Kontext des Praktikumsberichts dar und erläutert die Forschungsfrage. Sie führt den Leser in das Thema der Rolle der Nurse Practitioners in der primären Gesundheitsversorgung der USA ein und beleuchtet die Herausforderungen, die das US-amerikanische Gesundheitssystem im Bereich der Primärversorgung erlebt.
Kapitel 2 gibt einen Einblick in die Organisation und den Ablauf des Praktikums. Es beleuchtet die Erfahrungen der Autorin während ihres Praktikums in den USA.
Kapitel 3 analysiert die Strukturen der Primärversorgung in den USA und stellt die verschiedenen Versorgungsmodelle vor, die in den Vereinigten Staaten zur Anwendung kommen. Die Autorin beleuchtet verschiedene Versorgungsmodelle wie die hausarztzentrierte Versorgung, Community Organisations und Krankenhausambulanzen.
Kapitel 4 befasst sich mit der Rolle der Nurse Practitioners in der Primärversorgung der USA. Die Autorin erläutert die Definition, Geschichte und Ausbildung der Nurse Practitioners sowie die Herausforderungen und Vorteile ihrer Einbindung in die Primärversorgung.
Schlüsselwörter
Nurse Practitioners, Primärversorgung, Gesundheitswesen, USA, Sozioökonomische Ungleichheit, Zugang zur Gesundheitsversorgung, Allgemeinmedizin, Ausbildung, Arbeitsfelder, Problemfelder, Benefit, Obama-Care
Häufig gestellte Fragen
Wer sind „Nurse Practitioners“ (NP)?
Nurse Practitioners sind hochqualifizierte Krankenschwestern mit Master- oder Doktorgrad, die in den USA weitreichende Befugnisse in der medizinischen Diagnose und Behandlung haben.
Warum ist der Einsatz von NPs in den USA so wichtig?
In den USA herrscht ein massiver Mangel an Allgemeinmedizinern, insbesondere in ländlichen Gebieten. NPs helfen, diese Versorgungslücken zu schließen.
Welchen Einfluss hatte „Obama-Care“ auf die medizinische Versorgung?
Das Gesetz erhöhte die Zahl der Versicherten, was bei gleichzeitigem Ärztemangel zu extrem langen Wartezeiten (durchschnittlich 46,9 Tage) führte.
Dürfen Nurse Practitioners Medikamente verschreiben?
Ja, je nach gesetzlicher Lage im jeweiligen US-Bundesstaat reichen ihre Befugnisse von diagnostischen Verfahren bis hin zur medikamentösen Behandlung.
Wie hoch ist der Anteil der NPs in der Primärversorgung?
Obwohl 83% der NPs einen Abschluss in der Primärversorgung haben, liegt ihr tatsächlicher Anteil am Markt derzeit nur bei etwa 20%.
- Quote paper
- Bianca Konrad (Author), 2017, Are they only nurses yet? Die Rolle der "Nurse Practitioners" in der primären Gesundheitsversorgung in den USA, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/416219