John Locke, einer der unumstritten bedeutendsten politischen Philosophen aus dem Zeitalter der konfessionellen Bürgerkriege im England des 17. Jahrhunderts, gilt als Wegbereiter der liberalen Wirtschaftspolitik, sowie einer anti-absolutistischen Staatsordnung, die die Rechte des Bürgers und die Freiheit des Einzelnen und seines Eigentums, zu wahren versteht. In einer Zeit, die geprägt war durch den Mißbrauch königlicher Macht totalitärer Systeme, war es John Locke, der vor diesen Mißständen warnte und sich für mehr Toleranz aussprach. Lockes Philosophie, besonders das Recht auf Widerstand und Revolution und seine Definition des Begriffes „Eigentum“, war Grundlage heftiger Kritik seitens seiner Gegner.
Um John Lockes Werke verstehen zu können und um einen Einblick in die politischen Ereignisse zu bekommen, die sein Denken seiner Zeit beeinflußten, sollen die wichtigsten historischen Hintergründe an dieser Stelle kurz angerissen werden.
Inhaltsverzeichnis
1. John Locke: Seine Zeit, sein Leben
1.1 Die politische Situation Englands zu Zeiten Lockes
1.2 Lockes Leben
2. Die politische Theorie Lockes und sein Werk die Two Treatises of Government
2.1 Entstehungsgeschichte
2.2 Die erste Treatise: Locke gegen Filmer, Gründe gegen die absolute Monarchie
2.3 Die zweite Treatise: Lockes eigene Theorien über den Staat
2.3.1 Der Naturzustand und Lockes Begriff vom Eigentum
2.3.1.1 Das Naturrecht und das Recht auf Eigentum
2.3.2 Der bürgerliche Zustand
2.3.3 Lockes Verfassungsgrundsätze
2.3.3.1 Die Legislative
2.3.3.2 Die Exekutive
2.3.3.3 Die Föderative
2.3.4 Lockes Recht auf Widerstand: Die Auflösung der Regierung
3. Wirkungsgeschichte Lockes
5. Quellenangaben
5.1 Literaturnachweis
5.2 Internetquellen
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Diese Arbeit analysiert die politische Philosophie von John Locke, insbesondere sein Hauptwerk „Two Treatises of Government“, um aufzuzeigen, wie Locke durch seine Konzepte von Naturzustand, Eigentum und Gewaltenteilung die Grundlagen für eine liberale Staatsordnung legte und den Widerstand gegen den Absolutismus theoretisch fundierte.
- Historische Einordnung der politischen Situation im England des 17. Jahrhunderts.
- Analyse der Widerlegung der absolutistischen Herrschaftstheorie Robert Filmers.
- Darstellung von Lockes Naturzustand und der Begründung des Rechts auf privates Eigentum.
- Untersuchung der Gewaltenteilung (Legislative, Exekutive, Föderative) und des Widerstandsrechts.
- Diskussion der Wirkungsgeschichte von Lockes Denken auf moderne demokratische Systeme.
Auszug aus dem Buch
2.3.1 Der Naturzustand und Lockes Begriff vom Eigentum
Es ist ein Zustand vollkommener Freiheit, innerhalb der Grenzen des Gesetzes der Natur ihre Handlungen zu regeln und über ihren Besitz und ihre Persönlichkeit so zu verfügen, wie es ihnen am besten scheint, ohne dabei jemanden um Erlaubnis zu bitten oder vom Willen eines anderen abhängig zu sein. Es ist darüber hinaus ein Zustand der Gleichheit, in dem alle Macht und Rechtsprechung wechselseitig sind, da niemand mehr besitzt als ein anderer...
Ähnlich wie Thomas Hobbes, beschreibt auch Locke einen Naturzustand. Hobbes Naturzustand zeichnet sich jedoch durch Konflikte im menschlichen Zusammenleben aus, einem immerwährenden Kriegszustand, dem die Menschen dadurch zu entfliehen versuchen, indem sie sich zu einem Staatsgebilde zusammenschließen. Locke hingegen versteht den Naturzustand als einen vorstaatlichen Zustand völliger Freiheit und Gleichheit. Die Menschen bestimmen über ihre Handlungen, ihre Person, verfügen über ihren Besitz ohne Abhängigkeit gegenüber anderen, und niemand wird rechtlich begünstigt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. John Locke: Seine Zeit, sein Leben: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die historische Epoche des 17. Jahrhunderts in England und die biografischen Stationen, die Lockes politisches Denken prägten.
2. Die politische Theorie Lockes und sein Werk die Two Treatises of Government: Hier erfolgt eine tiefgreifende Analyse der Entstehung und der Kerninhalte seiner politischen Schriften, insbesondere der Abkehr vom Absolutismus.
3. Wirkungsgeschichte Lockes: Dieses Kapitel betrachtet den immensen Einfluss Lockes auf bedeutende Denker, die Aufklärung sowie die Konstituierung westlicher Demokratien und Menschenrechte.
Schlüsselwörter
John Locke, Two Treatises of Government, Naturzustand, Eigentum, Gewaltenteilung, Legislative, Exekutive, Widerstandsrecht, Absolutismus, Glorious Revolution, Liberalismus, Naturrecht, Gesellschaftsvertrag, politische Philosophie, Aufklärung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Hausarbeit befasst sich mit dem Leben und der politischen Theorie des Philosophen John Locke, mit besonderem Fokus auf sein Werk „Two Treatises of Government“.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die Definition von Eigentum, das Konzept des Naturzustands, die Notwendigkeit der Gewaltenteilung sowie das Recht auf Widerstand gegen eine tyrannische Regierung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, Lockes philosophische Begründung einer liberalen, nicht-absolutistischen Staatsordnung herauszuarbeiten und deren Bedeutung für das politische Denken zu beleuchten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer deskriptiven und analytischen Literaturanalyse, die Lockes Primärquellen vor dem Hintergrund der historischen Ereignisse interpretiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Widerlegung der absolutistischen Theorie Filmers sowie eine detaillierte Darstellung von Lockes Verfassungsgrundsätzen und seinem Verständnis des Staates.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie „Eigentum“, „Gewaltenteilung“, „Widerstandsrecht“ und „Liberalismus“ definiert.
Warum unterscheidet Locke zwischen Legislative, Exekutive und Föderative?
Locke unterscheidet diese Gewalten, um einer Machtkonzentration entgegenzuwirken und die Wahrung bürgerlicher Freiheitsrechte sowie die äußere Sicherheit zu gewährleisten.
Inwiefern ist Lockes Widerstandsrecht heute noch relevant?
Lockes Konzept dient als theoretisches Fundament für moderne Rechtsstaaten, die die Souveränität des Volkes und die Kontrolle staatlicher Macht als zentrale demokratische Prinzipien verankert haben.
- Arbeit zitieren
- Andreas von Münchow (Autor:in), 2000, John Locke. Seine politische Theorie und Wirkungsgeschichte, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/41588