Über die Recherche bezüglich der Kritik und des Aufbaus des Finanzsystems hinaus wurde ich auf Gegenentwürfe und alternative Modelle aufmerksam. Es stellt sich die Frage, mit welchen Mitteln oder Werkzeugen man diesem System entgegentreten kann. Das Hauptaugenmerk liegt auf Bewegungen und Modellen, die von „unten“, also aus der Gesellschaft, kommen. Vielversprechende und zukunftsträchtige Modelle sind dabei die der alternativen Zahlungsmittel. Diese reichen von Parallelwährungen wie den Bitcoins, dem WIR-System in der Schweiz bis hin zu etlichen Regionalwährungsinitiativen. Ich konzentriere mich in dieser Arbeit zum einen auf die Etablierung unseres heutigen Systems und zum anderen auf Gegenentwürfe wie der JAK-Bank, der „Natürlichen Wirtschaftsordnung“ und dem daraus konstruierten Wörgler Schilling und darüber hinaus den Regionalwährungen, die die Strukturfehler unseres heutigen Geldsystems beheben wollen.
Inhaltsverzeichnis
- Abkürzungsverzeichnis
- Abbildungsverzeichnis
- 1. Einleitung
- 2. Die Geschichte des Geldes
- 2.1 Die Anfänge
- 2.2 Die Brakteatenzeit
- 2.3 Normen und Werte: Der Zins
- 2.4 Die Entstehung des Bankwesens
- 2.5 Geld im 20. Jahrhundert
- 3. Konzeptionen von Währungssystemen
- 3.1 Das klassische Geld
- 3.2 Komplementärwährungen
- 3.2.1 Silvio Gesell und die natürliche Wirtschaftsordnung
- 3.2.2 Die schweizerische WIR-Bank
- 3.2.3 Das Wunder von Wörgl
- 3.2.4 Die schwedische JAK-Bank
- 3.3 Regionalwährungen
- 3.3.1 Theoretisches Wissen
- 3.3.2 Praktisches Wissen (Chiemgauer und Havelblüte)
- 4. Schlussbetrachtung
- 5. Literaturverzeichnis
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Arbeit untersucht die Auswirkungen des Zinses und des Zinseszinses auf die Wirtschaftsordnung. Sie beleuchtet die Kritik am bestehenden Finanzsystem und stellt alternative Geldtheorien und Modelle vor, die auf eine gerechtere Wirtschaftsordnung abzielen. Im Fokus stehen insbesondere Komplementärwährungen und Regionalwährungen.
- Die Geschichte des Geldes und die Entwicklung des Zinses
- Kritik am bestehenden Finanzsystem und dessen Auswirkungen
- Alternative Geldtheorien und Modelle
- Komplementärwährungen und ihre Funktionsweise
- Regionalwährungen und ihre Bedeutung
Zusammenfassung der Kapitel
Das erste Kapitel liefert eine Einleitung in das Thema und skizziert die Problematik des Zinses im Kontext des Wachstumszwangs. Kapitel 2 beleuchtet die Geschichte des Geldes und die Entwicklung des Zinses. Kapitel 3 analysiert verschiedene Konzeptionen von Währungssystemen, darunter das klassische Geld und alternative Modelle wie Komplementärwährungen und Regionalwährungen.
Schlüsselwörter
Zins, Zinseszins, Wirtschaftsordnung, Finanzsystem, Geldtheorie, Komplementärwährungen, Regionalwährungen, WIR-Bank, JAK-Bank, Chiemgauer, Havelblüte.
Häufig gestellte Fragen
Was wird am aktuellen Zinssystem kritisiert?
Kritiker sehen im Zins und Zinseszins einen Wachstumszwang, der zu instabilen Finanzmärkten und einer ungerechten Vermögensverteilung führt.
Was ist die "Natürliche Wirtschaftsordnung" nach Silvio Gesell?
Ein Modell, das durch "Freigeld" den Geldumlauf sichern will, indem Geld bei Nichtnutzung an Wert verliert, um Hortung zu verhindern.
Was war das "Wunder von Wörgl"?
Ein erfolgreiches Experiment mit Regionalgeld in Österreich während der Weltwirtschaftskrise, das die lokale Wirtschaft massiv belebte.
Wie funktioniert die JAK-Bank?
Die schwedische JAK-Bank arbeitet nach einem zinsfreien Prinzip, bei dem Mitglieder durch Sparguthaben Punkte für spätere zinsfreie Kredite sammeln.
Was sind Regionalwährungen wie der "Chiemgauer"?
Es sind Komplementärwährungen, die nur in einer bestimmten Region gültig sind, um regionale Wirtschaftskreisläufe zu stärken und Kapital vor Ort zu halten.
Können alternative Währungen das Finanzsystem ersetzen?
Die Arbeit untersucht sie primär als Gegenentwürfe und Werkzeuge "von unten", um Strukturfehler des heutigen Systems zu beheben.
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- Nico Riedemann (Author), 2016, Alternative Geldtheorien für eine faire Wirtschaftsordnung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/414621