Prozesse des Lernens sind vielschichtig, nicht immer transparent oder evaluierbar. Heutzutage ist die Fähigkeit über das Aneignen von Wissen im Rahmen von Globalisierung, Mediatisierung und Technisierung wichtiger denn je. Die Floskel, nicht für die Schule, sondern für das Leben zu lernen, wird zur Maxime. Im Kontext dieses lebenslangen Lernens steht die Entwicklung einer ausgeprägten Lesekompetenz. Lesemotivation sowie Lese- und Lernstrategien sind Grundstein und Zielkriterium sowohl des schulischen als auch außerschulischen Lernens. Spätere Leseaktivitäten werden durch sie initiiert und ermöglichen es, an der kulturellen Praxis teilzunehmen. Der Grundstein für die Aneignung und Erschließung von Wissen, Können und Verstehen wird in der Schule gelegt.
Mag man Bourdieus Worten Glauben schenken, Wissen sei das kulturelle Kapital einer Gesellschaft und bedenkt sogleich, dass der Wissenszuwachs im 21. Jahrhundert weiter fortschreiten wird, kann dem Stellenwert von Schule und Unterricht – hier speziell dem Literaturunterricht – nie genügend Bedeutung beigemessen werden. Literaturunterricht klassisch-analytischer Natur wird jedoch vielen Schülerinnen und Schülern nicht gerecht, was aus verschiedenen Untersuchungen hervorgegangen und nicht erst seit kurzem bekannt ist.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Theoretische Vorüberlegungen
- Schule in der Wissens- und Informationsgesellschaft
- Handlungs- und produktionsorientierter Unterricht
- Wissenschaftstheoretischer Hintergrund
- Vertreter und Konzepte des handlungs- und produktionsorientierten Unterrichts
- Gerhard Haas
- Kaspar H. Spinner
- Günter Waldmann
- Harro Müller-Michaels
- Gerhard Rupp
- Karlheinz Fingerhut
- Handlungs- und produktionsorientierter Unterricht - Kritik, Möglichkeiten und Grenzen
- Schluss
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Arbeit befasst sich mit der Thematik des handlungs- und produktionsorientierten Literaturunterrichts. Im Zentrum steht die Analyse von Möglichkeiten und Grenzen dieser Unterrichtsform im Vergleich zu traditionellen, analytischen Verfahren. Die Arbeit untersucht den Einfluss der Wissens- und Informationsgesellschaft auf die Schule und die Bedeutung von Lesekompetenz im lebenslangen Lernen. Sie beleuchtet die Kritik am traditionellen Literaturunterricht, der vielen Schülern nicht gerecht werden kann, und die Bedeutung von Lesemotivation, Lern- und Lese-Strategien.
- Die Rolle der Schule in der Wissens- und Informationsgesellschaft
- Die Bedeutung von Lesekompetenz im lebenslangen Lernen
- Kritik am traditionellen Literaturunterricht und die Notwendigkeit alternativer Unterrichtskonzepte
- Möglichkeiten und Grenzen des handlungs- und produktionsorientierten Unterrichts
- Vergleich verschiedener Konzepte des handlungs- und produktionsorientierten Unterrichts
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung führt in die Thematik des handlungs- und produktionsorientierten Unterrichts ein und beleuchtet die Problematik des traditionellen Literaturunterrichts, der bei vielen Schülern zu Desinteresse und Ablehnung gegenüber Literatur führt. Der erste Teil befasst sich mit theoretischen Vorüberlegungen und der Rolle der Schule in der Wissens- und Informationsgesellschaft. Hier wird die Bedeutung von Lesekompetenz für das lebenslange Lernen und die Herausforderungen, die sich durch die Digitalisierung und den Wandel der Medienlandschaft ergeben, aufgezeigt.
Der zweite Teil der Arbeit widmet sich dem handlungs- und produktionsorientierten Unterricht. Er behandelt die wissenschaftstheoretischen Grundlagen dieser Unterrichtsform und stellt verschiedene Vertreter und Konzepte vor. Die einzelnen Ansätze werden hinsichtlich ihrer Zielsetzungen und Methoden detailliert dargestellt.
Schlüsselwörter
Handlungs- und produktionsorientierter Unterricht, Literaturdidaktik, Lesekompetenz, Lesemotivation, Wissens- und Informationsgesellschaft, traditionelle Unterrichtsformen, Unterrichtsentwicklung, Medienkompetenz.
Häufig gestellte Fragen
Was ist handlungs- und produktionsorientierter Literaturunterricht?
Dies ist ein didaktischer Ansatz, bei dem Schüler aktiv mit Texten arbeiten (z. B. Szenen umschreiben, Briefe an Figuren verfassen), statt Literatur nur rein analytisch zu zerlegen.
Warum wird der klassisch-analytische Literaturunterricht kritisiert?
Kritiker bemängeln, dass die rein kognitive Analyse viele Schüler überfordert oder langweilt und so die Lesemotivation sowie den persönlichen Zugang zur Literatur zerstört.
Welche Rolle spielt die Lesekompetenz in der Informationsgesellschaft?
Lesekompetenz ist das "kulturelle Kapital". In einer mediatisierten Welt ist sie die Grundlage für lebenslanges Lernen und die aktive Teilnahme an der gesellschaftlichen Praxis.
Wer sind wichtige Vertreter dieses didaktischen Konzepts?
Bekannte Vertreter sind Gerhard Haas, Kaspar H. Spinner und Günter Waldmann, die verschiedene Methoden zur kreativen Textarbeit entwickelt haben.
Wo liegen die Grenzen des handlungs- und produktionsorientierten Unterrichts?
Die Grenzen liegen oft in der schwierigen Evaluierbarkeit der Ergebnisse und der Gefahr, dass die eigentliche Textaussage vor lauter Kreativität in den Hintergrund rückt.
- Quote paper
- Michael Forchner (Author), 2012, Handlungs- und produktionsorientierter Umgang mit Literatur, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/411969