Der Außenseiter ist Gegenstand vieler Spekulationen, Theorien und wissenschaftlicher Untersuchungen und bietet im alltäglichen Leben viel Gesprächsstoff. So manche Stars und Sternchen wären längst nicht so berühmt, hätten sie nicht durch nonkonformes Verhalten auf sich aufmerksam gemacht. Andere Personen, die von der Gesellschaft als Außenseiter gesehen werden, sind vielleicht nur aus statistischen Aspekten in diese Rolle gedrängt worden, denn alles, was zu weit vom Durchschnitt entfernt ist, gilt als Abweichung vom Normalen. Ohne Zweifel ein kontroverses Thema, deshalb fanden Außenseiter und ihre Rolle in der Gesellschaft immer wieder Eingang in die Literatur. Autoren entfremdeten und entstellten ihre Protagonisten, wie zum Beispiel Günther Grass in Die Blechtrommel seinen Oskar Mazerath, um dessen Außenseiterstatus jedem Rezipienten zu verdeutlichen. Auch in Gabriel García Márquez Werken tauchen immer wieder Figuren auf, die entweder durch ihr Äußeres, ihr Handeln oder ihre Gesinnung von der Gruppe als Außenseiter empfunden werden. Nach Klärung einiger grundlegender soziologischer Definitionen des Außenseitertums werde ich daher in meiner Arbeit das Personal in den gesammelten Erzählungen Los funerales de la Mamá Grande auf seine Rolle in der Gesellschaft untersuchen, eventuelle Parallelen sowie die Gründe für die jeweilige Außenseiter Stellung aufzeigen.
Inhaltsverzeichnis
- A) Einleitung
- B) Hauptteil
- Theoretische Grundlagen -Soziologie nach Becker
- Untersuchung des Personenstands nach den Kriterien:
- 2.1 Alter, Geschlecht und Familienstand
- 2.2 Schichtzugehörigkeit, Bildungsstand und Lebensunterhalt
- 2.3 Religiösität und Moralvorstellungen
- Interpretation zweier cuentos:
- 3.1 La prodigiosa tarde de Baltazar
- 3.2 En este pueblo no hay ladrones
- C) Schluß
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Analyse des Personals in Gabriel García Márquez' gesammelten Erzählungen "Los Funerales de la Mamá Grande" unter dem Blickwinkel des Außenseitertums. Ziel ist es, die Rolle von Figuren, die aufgrund ihres Äußeren, Handelns oder ihrer Gesinnung von der Gesellschaft als Außenseiter wahrgenommen werden, zu untersuchen. Die Arbeit befasst sich dabei mit den soziologischen Definitionen des Außenseitertums nach Howard S. Becker und analysiert die Figuren im Hinblick auf ihre Positionierung in der Gesellschaft, die Gründe für ihre Außenseiterrolle und mögliche Parallelen zwischen den Figuren.
- Soziologische Definitionen des Außenseitertums nach Howard S. Becker
- Analyse des Personals in "Los Funerales de la Mamá Grande" unter Berücksichtigung von Alter, Geschlecht, Familienstand, Schichtzugehörigkeit, Bildungsstand, Lebensunterhalt, Religiösität und Moralvorstellungen
- Interpretation ausgewählter cuentos, "La prodigiosa tarde de Baltazar" und "En este pueblo no hay ladrones"
- Untersuchung der Gründe für die Außenseiterrolle der Figuren
- Vergleich der Figuren und ihrer Positionierung in der Gesellschaft
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung führt in das Thema Außenseiter und die Gesellschaft ein und beleuchtet die Relevanz des Themas in Literatur und Gesellschaft. Es wird die Relevanz der Untersuchung des Personals in den gesammelten Erzählungen "Los Funerales de la Mamá Grande" von Gabriel García Márquez für die Analyse von Außenseiterfiguren in der Literatur herausgestellt.
Der Hauptteil beginnt mit der Darstellung der theoretischen Grundlagen des Außenseitertums nach Howard S. Becker. Dabei wird der Begriff des Außenseitertums im Kontext von gesellschaftlichen Regeln und deren Brechung definiert. Es werden verschiedene Ansätze des abweichenden Verhaltens, wie die funktionale und relativistische Auffassung, sowie die Rolle der Zeit, der sozialen Gruppe und der Folgen von Regelverletzungen beleuchtet.
Im weiteren Verlauf werden die Figuren der Erzählungen im Hinblick auf ihren Personenstand untersucht. Dabei wird auf die Kriterien Alter, Geschlecht und Familienstand, Schichtzugehörigkeit, Bildungsstand und Lebensunterhalt sowie Religiösität und Moralvorstellungen eingegangen.
Die Arbeit analysiert anschließend zwei cuentos im Detail, "La prodigiosa tarde de Baltazar" und "En este pueblo no hay ladrones". Dabei werden die Figuren in den jeweiligen Kontexten der Erzählungen hinsichtlich ihrer Außenseiterrolle und der Gründe für deren Entstehung untersucht.
Schlüsselwörter
Außenseiter, Gesellschaft, Soziologie, Howard S. Becker, abweichendes Verhalten, "Los Funerales de la Mamá Grande", Gabriel García Márquez, cuentos, Personenstand, Alter, Geschlecht, Familienstand, Schichtzugehörigkeit, Bildungsstand, Lebensunterhalt, Religiösität, Moralvorstellungen, karibischer Hintergrund, "La prodigiosa tarde de Baltazar", "En este pueblo no hay ladrones".
Häufig gestellte Fragen
Wer gilt in den Erzählungen von García Márquez als Außenseiter?
Figuren, die durch ihr Äußeres, abweichendes Handeln oder eine nonkonforme Gesinnung aus der gesellschaftlichen Norm fallen.
Welche soziologische Theorie wird zur Analyse genutzt?
Die Arbeit stützt sich auf Howard S. Beckers Theorie des abweichenden Verhaltens, nach der Außenseitertum durch gesellschaftliche Etikettierung entsteht.
Welche Rolle spielt die Moral in "Los Funerales de la Mamá Grande"?
Religiosität und Moralvorstellungen dienen oft als Kriterium, um Personen, die nicht den traditionellen Werten entsprechen, als Außenseiter zu brandmarken.
Was wird in der Erzählung "En este pueblo no hay ladrones" untersucht?
Die Arbeit analysiert, wie Kriminalität und soziale Erwartungen in einer kleinen Gemeinschaft zur Ausgrenzung von Individuen führen.
Warum entfremden Autoren wie García Márquez ihre Protagonisten?
Um den Außenseiterstatus zu verdeutlichen und die Mechanismen gesellschaftlicher Ausgrenzung für den Leser sichtbar zu machen.
- Quote paper
- Stephanie Helmer (Author), 2001, Outsider und die Gesellschaft - Analyse des Personals in den gesammelten Erzählungen 'Los Funerales de la Mama Grande' von Gabriel Garcia Marquez, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/41172