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Erziehung und Bildung in der DDR

Title: Erziehung und Bildung in der DDR

Term Paper , 2003 , 15 Pages , Grade: 1

Autor:in: Yvonne Sindermann (Author)

Pedagogy - History of Pedagogy
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Die Entwicklung des Bildungswesens war Teil der revolutionären Veränderungen seit der Befreiung vom Faschismus 1945. In der Verfassung der DDR war das Recht auf Bildung für alle Bürger verankert. Diese sollten durch das sozialistische Bildungswesen ihre Fähigkeiten entwickeln und ihre Kräfte freiwillig zum Wohle der Gesellschaft sowie zu ihrem eigenen Nutzen ungehindert entfalten können. Das einheitliche sozialistische Bildungswesen bot allen Bürgern eine kontinuierliche Erziehung, Bildung und Weiterbildung.

Mit dem Recht auf Bildung wurde auch das Recht auf Arbeit gewährleistet und damit verbunden war ein hohes Maß an sozialer Sicherheit.

Die Gründung der DDR vollzog sich am 07.10.1949. Seit diesem Zeitpunkt hat es tiefgreifende Veränderungen vor allem auch im Bildungswesen gegeben, welches sich von da an mehr an den Interessen der werktätigen Bevölkerung orientierte. Die Einheit der Arbeiterklasse (KPD + SPD  SED, 1946) war die Grundlage für das Zusammenwirken aller demokratischen Kräfte.

Das deutsche Volk erfuhr eine antifaschitisch-demokratische Umwälzung, mit welcher grundlegende Veränderungen im Bildungswesen einhergingen. Zuvor war für die Arbeiterkinder und Bauern eine Volksschule vorgesehen, in welcher sie elementare Bildung erfuhren, die für sie als spätere Lohnarbeiter von Bedeutung war, um den Reichtum der herrschenden Klasse weiter mehren zu können. Die Kinder des werktätigen Volkes wurden so erzogen, dass sie sich für die Ziele der herrschende Klasse einsetzen werden. Die Kinder der herrschende Klasse hingegen besuchten Privat schulen und weiterführende Schulen, die sie letztendlich zum Abitur führten. Auch die Universitäten waren dieser Klasse vorbehalten zur „Ausbildung einer Elite“ (vgl. „Das Bildungswesen der DDR“, S. 8). Mit der anti-faschistisch-demokratischen Umwälzung wurde auch das Bildungsmonopol der herrschenden Klassen aufgehoben (Recht auf Bildung für alle Bürger).

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Das Erziehungsdenken

1.1 Allgemeine Informationen vorweg

1.2 Fünf Phasen des pädagogischen Denkens

2. Das Erziehungs- und Bildungssystem der DDR

2.1 Ziele der Erziehungs- und Bildungspolitik der DDR

2.2 Das Zusammenwirken von Familie, gesellschaftlichen Organisationen und staatlichen Institutionen bei der Erziehung und Bildung

2.3 Aspekte zum Scheitern der Erziehungs- und Bildungspolitik der DDR

3. Literatur

4. Anhang

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Erziehungs- und Bildungssystem der Deutschen Demokratischen Republik (DDR), beleuchtet dessen theoretische Grundlagen, ideologische Ziele sowie die Rolle verschiedener Sozialisationsinstanzen. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie das Erziehungsdenken und die Bildungspolitik strukturiert waren, welche Funktionen ihnen im Kontext des sozialistischen Staates zukamen und weshalb diese schlussendlich als gescheitert betrachtet werden müssen.

  • Historische Entwicklung des pädagogischen Denkens in der DDR.
  • Staatliche Ziele der Erziehungs- und Bildungspolitik.
  • Das Zusammenwirken von Familie, Schule und FDJ.
  • Die Instrumentalisierung des Bildungssystems für politische Indoktrination.
  • Kritische Analyse des Scheiterns der DDR-Bildungspolitik.

Auszug aus dem Buch

Lehrer – mein Traumberuf

Nach der Armee begannen Lars, das war mein Freund von der Penne, und ich, Pädagogik zu studieren. Lehrer war sozusagen unser Traumberuf. Aber nicht etwa, um uns in eine Gilde Auserwählter einzureihen und eine bevorzugte gesellschaftliche Stellung zu erlangen, wie das noch häufig der Fall ist. Der Lehrer, die Autorität gleich nach dem Bürgermeister, Arzt und Pastor. Nein, wir hatten höhere Ideale. Ein guter Lehrer war für uns einer, der die „Sprache der Kinder“ versteht, weil er seine eigene Kindheit nicht mit der alten Spielzeugkiste in den Keller verbannt und damit vergessen hat. Ich wollte keiner von den strengen Besserwissern sein, deren Erziehungsmethode vor allem aus ständiger Reglementierung besteht. Eher so wie meine ehemalige Deutschlehrerin. Sie wollte uns nicht „in den Griff bekommen“. Sie sprach von ihren Schülern als von „meinen Kindern“.

Ich aber konnte mir vorstellen, daß solch ein Unbequemer, der andere Vorstellungen, Ideen und Zweifel hat und sich mit Routine nicht zufriedengibt, sich selbst zum schwarzen Schaf im Lehrerkollegium macht. Er wird von einer Schule zur anderen versetzt und immer so weiter, bis er eines Tages aufgibt und vielleicht lieber irgendwo kellnert. Oder putzen geht. So wie ich. Ich versuche mich damit abzufinden, als Pädagoge nicht bebraucht zu werden, obwohl ich glaube, als solcher etwas leisten zu können. Meine Mutter und ihr Mann sind natürlich der Meinung, der Studienabbruch sei allein meine Schuld. Da kann ich nur sagen, typischer Fall von Einäugigkeit. Die machen es sich einfach, wenn sie mir vorhalten: Hättest du alles gesagt und getan, was man von dir verlangt hat, egal, ob du es für richtig oder falsch hältst, dann wäre das alles nicht passiert; du kannst nicht mit dem Kopf durch die Wand, du mußt dich anpassen, alle müssen das! Dagegen verwahre ich mich. Vielleicht war ich starrköpfig und undiplomatisch in der Auseinandersetzung mit den Leuten an der Hochschule. Aber auf der anderen Seite, sollte ich eine Ungerechtigkeit hinnehmen nur um meines Vorteils willen, sollte ich zu etwas ja sagen entgegen meiner Überzeugung und Erfahrung? Wäre dieser Selbstbetrug auf die Dauer nicht schlimmer als die Exmatrikulation? Es muß doch jeder für sich selbst ausloten und entscheiden, wo die Grenzen seiner Kompromißbereitschaft liegen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Das Erziehungsdenken: Dieses Kapitel erläutert die historische Entwicklung des pädagogischen Denkens in der DDR, unterteilt in fünf Phasen von 1945 bis 1990, und beschreibt die Abkehr vom Nationalsozialismus sowie die Hinwendung zur sozialistischen Erziehung.

2. Das Erziehungs- und Bildungssystem der DDR: Dieser Abschnitt analysiert die zentralen Ziele der Erziehungs- und Bildungspolitik, die koordinierte Zusammenarbeit zwischen Familie, Schule und staatlichen Organisationen wie der FDJ sowie die Ursachen für das Scheitern dieses Systems.

3. Literatur: In diesem Kapitel werden die verwendeten Quellen und Fachbücher aufgeführt, die zur Analyse der Thematik herangezogen wurden.

4. Anhang: Der Anhang enthält eine persönliche Erzählung eines ehemaligen Lehramtsstudenten, welche die staatliche Reglementierung und die Grenzen der Kompromissbereitschaft im Kontext des Lehrerberufs in der DDR illustriert.

Schlüsselwörter

DDR, Erziehung, Bildung, Sozialismus, Pädagogik, SED, FDJ, Schule, Bildungspolitik, Indoktrination, Pionierorganisation, Lehrerberuf, Gesellschaft, Ideologie, Persönlichkeitsentwicklung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Struktur und Ideologie des Erziehungs- und Bildungssystems in der Deutschen Demokratischen Republik und dessen Einfluss auf die heranwachsende Generation.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind das sozialistische Erziehungsdenken, die politischen Bildungsziele, das Zusammenwirken von Familie und staatlichen Organisationen sowie die kritische Reflexion über das Scheitern der DDR-Bildungspolitik.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das Bildungswesen als Instrument zur Formung einer sozialistischen Persönlichkeit eingesetzt wurde und warum dieser Anspruch in der Realität letztlich scheiterte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine bildungshistorische Analyse, die auf der Auswertung von Gesetzen, Parteibeschlüssen, Sekundärliteratur und zeitgenössischen Zeugnissen basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Erziehungsdenkens, die Darstellung der politischen Erziehungsziele und die Analyse der Rolle von Schule, Familie und Jugendorganisationen sowie deren Auswirkungen auf die individuelle Freiheit.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind DDR, Erziehung, Bildung, Sozialismus, Pädagogik, Indoktrination, FDJ und gesellschaftliche Anpassung.

Welche Rolle spielt die FDJ bei der Erziehung?

Die FDJ fungierte als Instrument der SED, um Kinder und Jugendliche ideologisch zu durchdringen, zu kontrollieren und ihre Erziehung außerhalb der Schule zu reglementieren.

Warum kam es laut der Arbeit zum Scheitern der Bildungspolitik?

Das Scheitern wird auf einen "entgrenzten Erziehungsbegriff" zurückgeführt, der politische Indoktrination über individuelle Entwicklung stellte, sowie auf die zunehmende Diskrepanz zwischen offizieller Propaganda und erlebter Realität.

Excerpt out of 15 pages  - scroll top

Details

Title
Erziehung und Bildung in der DDR
College
University of Regensburg  (Pädagogik)
Course
Grenzen der Erziehung
Grade
1
Author
Yvonne Sindermann (Author)
Publication Year
2003
Pages
15
Catalog Number
V41043
ISBN (eBook)
9783638393966
Language
German
Tags
Erziehung Bildung Grenzen Erziehung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Yvonne Sindermann (Author), 2003, Erziehung und Bildung in der DDR, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/41043
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