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Kunst, Künstler und Krieg bei Heinrich Böll - Dargestellt an den Beispielen "Ende einer Dienstfahrt", "Ansichten eines Clowns" und "Gruppenbild mit Dame"

Title: Kunst, Künstler und Krieg bei Heinrich Böll - Dargestellt an den Beispielen "Ende einer Dienstfahrt", "Ansichten eines Clowns" und "Gruppenbild mit Dame"

Thesis (M.A.) , 2003 , 110 Pages , Grade: 2

Autor:in: M.A. Christoph Fuksa (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Summary Excerpt Details

Eine Untersuchung von Kunst, Künstler und Krieg in Ende einer Dienstfahrt, Ansichten eines Clowns und Gruppenbild mit Dame von Heinrich Böll, wie sie in dieser Arbeit erfolgt, beinhaltet die Analyse der textimmanenten Funktion und Definition der drei Themenbereiche unter expliziter Berücksichtigung der zwischenthematischen Verflechtungen. Hierbei ist zu beachten, dass gerade aufgrund der aufeinander in Bezug zu setzenden Begründungszusammenhänge von Kunst, Künstler und Krieg zunächst der Versuch einer strikten Abgrenzung eines jeden Themenbereichs notwendig sein muss, um eine adäquate Darstellung der in den Texten vorgegebenen Deutungsweisen der unterschiedlichen Ebenen einer funktionellen Betrachtung gewährleisten zu können.
Somit bietet die zunächst erfolgende Analyse der Funktionalität der Kunst in den drei Werken Bölls Anhaltspunkte dafür, die rahmenbildende und zum Teil -konstituierende Funktion von künstlerischen Werken und deren Urhebern in Gestalt realer, in dieser Arbeit als nicht fiktiv gekennzeichneter, Künstler, deren Namen jeweils emblematisch für das jeweilige Gesamt-, bzw. Teilwerk stehen, zu beleuchten.
In einem zweiten Schritt wird nun anhand der für die Texte und damit für diese Untersuchung relevanten Darstellung des Krieges in Form des zweiten Weltkrieges einerseits die Wechselwirkung mit dem damit einhergehenden Nationalsozialismus, der als ideologisch-totalitäres System den Einfluß eines unfreiheitlichen Extremraumes in Gestalt des Krieges durch seine Wirkung auf die privaten Innenräume verstärkt und innerhalb dieser die ideologischen Polarisierungen expliziert, andererseits die Zerstörung der gesellschaftlichen Strukturen durch den Krieg, verbunden mit einem Ausblick auf vermeintliche moralische Aufgaben und ästhetische Chancen durch die Möglichkeit zu einer neuen Definition nach dem Krieg, analysiert.
Da der Künstler, bzw. die als künstlerisch dargestellten Figuren, notwendigerweise aus einem als allgemeingültig erachteten Regelsystem entstammen muss, kann daraufhin auf diejenigen strukturellen Handlungsmotivationen eingegangen werden, die erklären können, warum und auf welche Weise die Künstler in eben dieser Eigenschaft agieren und fungieren. Hierbei lassen sich die meisten Begründungszusammenhänge in Bezug auf die anderen beiden Themenbereiche vermuten, womit erklärt ist, dass gerade die Strukturierung der Funktionalität in diesem Bereich im Vordergrund stehen muss.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. KUNST

2. 1. Kunst/Kunstwerk - Einleitung - fiction/Non-fiction

2. 2. Kunst für alle vs. für Individuen - nicht fiktive Kunst

2. 2. 1. materielle gesellschaftliche Differenzierung durch nicht fiktive Kunst

2. 2. 2. Diskussion über Kunst - Wissen über Kunst als Bildung

2. 3. Moralisch-ästhetische Kategorisierung nicht fiktiver Kunst

2. 3. 1. Kategorien - Funktion der Intertextualität

2. 3. 2. Semantisierung durch Kanonisierung

2. 4. Kanonisierung: Brecht, Trakl, Hölderlin, Kafka & Co.

2. 4. 1. Tolstoi als metaphysische Kulturkritik

2. 4. 2. Nicht fiktive Kunst als handlungskonstituierendes Element

2. 4. 2. 1. Kafka als sentimentale/gesellschaftlich-ideologische Semantisierung

2. 4. 2. 2. Kleist als geistige und handlungskonsituierende Instanz oder Exkurs über Kunst und Künstler

2. 4. 2. 3. Das Nibelungenlied als Verflechtung von Liebe, Leid, Bestimmung und Realität

2. 4. 2. 4. Trakl als ideologische Kulturkritik oder Exkurs über Kunst, Künstler und Krieg

2. 4. 2. 5. „Lenis Liedcollagen“: Trakl, Brecht, Hölderlin

2. 4. 3. „Vorliebe für Irland“ und romantische Musik als sentimentaler Start in eine existentiell-transzendentale Semantisierung

2. 4. 3. 1. Proust vs. Joyce

2. 5. „Symbolllik“ als Literatur in der dargestellten Wirklichkeit

2. 6. Schnittstelle zwischen nicht fiktiver und fiktiver Kunst: Reaktionen auf Kunst

2. 7. Ästhetik der Philosophien

2. 7. 1. Hegel - Text als Kunst

2. 7. 2. Schopenhauer - Text und Musik

2. 7. 3. Film und Geschmack

2. 8. fiktive Kunst

2. 8. 1. „Ich bin kein Exeget“ - Ansichten eines Clowns

2. 8. 2. Das Happening - Ende einer Dienstfahrt

2. 8. 3. Schnittstelle Gutachter

2. 8. 4. Die innere Befindlichkeit - Gruppenbild mit Dame

3. KRIEG ALS POLITISCH-IDEOLOGISCHER UND MORALISCH-UNFREIHEITLICHER EXTREMRAUM

3. 1. Darstellung

3. 1. 1. Institutionen des Regimes

3. 2. innenpolitische Situation im Nationalsozialismus als nicht fiktiver Rahmen

3. 3. Räume im Nationalsozialismus

3. 3. 1. Gesellschaftliche Räume - geschlossen oder nicht

3. 3. 2. Aktive/passive Öffnung geschlossener Räume führt zum Tod

3. 4. Passive vs. aktive Vermischung von Innen- und Außenraum

3. 4. 1. Aktive Öffnung als materieller Opportunismus

3. 4. 2. materieller und emotionaler Opportunismus

3. 4. 3. Integration des Nationalsozialismus in den Innenraum

3. 5. Kirche zwischen Krieg und Nicht-Krieg als unveränderter Raum

3. 6. Kriegsende als Chaos - der Anfangspunkt aller Kausalitäten

3. 7. Kunst im Krieg

3. 8. Nachkriegszeit: Sensibilität vs. Materialismus - zu neuer Definition eigener Innenräume - Die „Stunde Null“

3. 9. Bundeswehr als Nachfolger der Wehrmacht

4. KÜNSTLER

4. 1. Die Öffnung des Innenraumes als Anlaß für künstlerische Handlung

4. 2. Versuch eines geschlossenen Raumes und semantischen Gleichgewichts

4. 3. Stille

4. 4. Künstler-Sein als Flucht - Kunst als Möglichkeit

4. 5. Nochmal Kleist und die Philosophen (Schönes - Wahres - Freiheit)

5. FAZIT

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Funktionalität der drei Themenbereiche Kunst, Künstler und Krieg in den Werken „Ende einer Dienstfahrt“, „Ansichten eines Clowns“ und „Gruppenbild mit Dame“ von Heinrich Böll, wobei insbesondere die wechselseitigen Verflechtungen dieser Aspekte unter Berücksichtigung der gesellschaftlichen Rahmenbedingungen und der individuellen Handlungsmotivationen analysiert werden.

  • Funktionalität der Kunst in Bezug auf gesellschaftliche Systeme
  • Kanonisierung von Literatur und deren Wirkung auf Figuren
  • Krieg als ideologisch-totalitärer Extremraum und dessen Einfluss auf Innenräume
  • Künstlerische Handlungsmotivationen als Alternative oder Widerstand
  • Verhältnis von Sentimentalität und Materialismus in der Rezeption von Kunst

Auszug aus dem Buch

2. 1. Kunst/Kunstwerk - Einleitung - fiction/Non-fiction

Die Bestimmung von Definition und die Funktion des Gegenstandsbereichs der Kunst ist in Ende einer Dienstfahrt, Ansichten eines Clowns und Gruppenbild mit Dame abhängig von der Position, die diese gegenüber spezifischen Teilbereichen der jeweils dargestellten Gesellschaft einnimmt. Es ist daher primär zu unterscheiden, inwieweit die zu untersuchende Kunst in Verbindung mit diesen Teilbereichen der Gesellschaft steht, ob und in welchem Maße sie die Regeln eines geltenden sozialen Systems annimmt, verneint oder zu verändern bestrebt ist, bzw. bereits - beispielsweise durch eine weitreichende Rezeptionsgeschichte - in die Konventionen des Regelsystems, das allgemein als Gesellschaft bezeichnet wird, integriert ist.

Als Kunst werden in den Texten diejenigen künstlerischen Handlungen - und deren Ergebnisse als Kunstwerk - gesetzt, die aus dem schöpferischen Prozeß eines Künstlers als Kunstwerke, bzw. als Erscheinungsformen moralisch-ästhetischer Darbietungen hervorgehen, bzw. für den betreffenden Teilbereich der Gesellschaft eine Bedeutung annehmen, die die Kriterien für die Definitionen von Kunst in den jeweiligen Gesellschaftsgruppen abdeckt. Zudem bringt die Kunst Reaktionen bei dem jeweils rezipierenden Teilbereich einer Gesellschaft hervor, deren Begründungsendpunkte entweder auf einer metaphysischen oder einer rein materiell fundamentierten Ebene zu finden sind.

Hierbei ist also schon die Perspektivierung des Kunst-Begriffes entscheidend, da das betreffende Kunstwerk in dem Prozeß der Rezeption - also der Diskussion innerhalb des rezipierenden Regelsystems über die Kunst - eine für das jeweilige Regelsystem allgemeingültige Bewertung erfährt, dessen Ergebnis mit der subjektiven Vorstellung des Künstlers in ästhetischer Hinsicht wie in Bezug auf die vermeintliche Aussage des Kunstwerks, also der Kunst des Künstlers, zumeist nicht übereinstimmt. Diese Diskrepanzen zwischen dem Anspruch auf Objektivität auf Seiten des als Gesellschaft postulierten übergeordneten Regelsystems und den subjektiven Begründungszusammenhängen des Künstlers verweisen auf den generellen Konflikt von Gesellschaft und Individuum in Bölls Werken, der in dem Kapitel über die Künstler näher beleuchtet wird. Daher kann an dieser Stelle die Kunst in den zu untersuchenden Texten unterschieden werden:

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Einleitung in die Themenbereiche Kunst, Künstler und Krieg bei Böll unter Berücksichtigung ihrer wechselseitigen funktionalen Verflechtung.

2. KUNST: Analyse der Definition und Funktion von Kunst sowie deren Kategorisierung und Kanonisierung innerhalb der untersuchten Werke.

3. KRIEG ALS POLITISCH-IDEOLOGISCHER UND MORALISCH-UNFREIHEITLICHER EXTREMRAUM: Untersuchung des Krieges und Nationalsozialismus als Druck ausübende Außenräume, die das private Leben und die Innenräume der Figuren beeinflussen.

4. KÜNSTLER: Analyse der spezifischen künstlerischen Handlungsmotivationen und der Rolle des Künstlers als Individuum im Spannungsfeld zwischen eigenem Innenraum und gesellschaftlichem Außenraum.

5. FAZIT: Zusammenfassende Darstellung der Ergebnisse hinsichtlich der Funktionalität von Kunst, Künstlertum und Krieg in der erzählten Welt Bölls.

Schlüsselwörter

Heinrich Böll, Kunst, Künstler, Krieg, Nationalsozialismus, Semantisierung, Innenraum, Außenraum, Kanonisierung, Literatur, Musik, Individuum, Gesellschaft, Handlungsmoivation, Ästhetik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die wechselseitigen funktionalen Zusammenhänge von Kunst, Künstlertum und Krieg in drei ausgewählten Romanen von Heinrich Böll.

Welche Themenfelder stehen im Zentrum?

Zentrale Themen sind die soziale und metaphysische Definition von Kunst, die Wirkung des Nationalsozialismus und Krieges auf private Lebensbereiche sowie die Rolle des Künstlers als Individuum in der Gesellschaft.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, ein System zu entwerfen, das die Handlungsmotivationen von Künstlern und die Rolle von Kunst in Bölls Werken unter Berücksichtigung der politischen und moralischen Extrembedingungen des Krieges strukturell einzuordnen vermag.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?

Es erfolgt eine textimmanente Analyse der Funktionalität und Definition der drei Themenbereiche, ergänzt durch eine Untersuchung intertextueller Bezüge und deren Bedeutung für die Figurenkonstellationen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Untersuchung der Kunstbegriffe und Kanonisierungen, eine Analyse des Krieges als ideologischem Extremraum sowie eine Untersuchung der Künstlerfiguren und deren Möglichkeiten zum künstlerischen Handeln.

Welche Keywords charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem: Kunst, Künstler, Krieg, Innenraum, Außenraum, Semantisierung, Nationalsozialismus und Handlungsmoivation.

Inwiefern beeinflusst der Krieg die künstlerischen Handlungen der Figuren?

Der Krieg wirkt als gesellschaftlicher Druck von außen, der zur Entgrenzung privater Innenräume führt; künstlerische Handlungen werden in diesem Kontext oft als Versuch der Abgrenzung, Flucht oder Neuordnung des eigenen semantischen Raums genutzt.

Welche Bedeutung kommt der Literatur innerhalb der untersuchten Werke zu?

Literatur dient als rahmenbildendes Element und Identifikationsmittel, mit dem die Figuren ihren Innenraum strukturieren und sich von der als oberflächlich wahrgenommenen materiellen Gesellschaft abgrenzen.

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Details

Title
Kunst, Künstler und Krieg bei Heinrich Böll - Dargestellt an den Beispielen "Ende einer Dienstfahrt", "Ansichten eines Clowns" und "Gruppenbild mit Dame"
College
Christian-Albrechts-University of Kiel  (Institut für Neuere Deutsche Literatur und Medien)
Grade
2
Author
M.A. Christoph Fuksa (Author)
Publication Year
2003
Pages
110
Catalog Number
V40789
ISBN (eBook)
9783638392181
ISBN (Book)
9783638706377
Language
German
Tags
Kunst Künstler Krieg Heinrich Böll Dargestellt Beispielen Ende Dienstfahrt Ansichten Clowns Gruppenbild Dame Thema Ansichten eines Clowns
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
M.A. Christoph Fuksa (Author), 2003, Kunst, Künstler und Krieg bei Heinrich Böll - Dargestellt an den Beispielen "Ende einer Dienstfahrt", "Ansichten eines Clowns" und "Gruppenbild mit Dame", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/40789
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