Zielsetzung dieser Arbeit soll die Darstellung des Economic Value Added und des Market Value Added sein. Dabei liegt der Fokus auf dem EVA-Konzept, da sich aus diesem der MVA ableiten lässt und somit Grundlage für dessen Berechnung ist. Im Anschluss an die Darstellung erfolgt eine kritischen Würdigung, in der die Stärken und Schwächen dieser beiden Kennzahlen untersucht werden sollen. Zunächst wird am Anfang von Kapitel 2 das Grundkonzept sowie die Berechnungsmethodik des Economic Value Added dargestellt. Für die Berechnung des EVA sind zunächst Anpassungen der Jahresabschlussdaten vorzunehmen, die nachfolgend erläutert werden. Im Anschluss wird auf die einzelnen Komponenten des EVA und deren Ermittlung eingegangen. Danach erfolgt die Darstellung des MVA-Konzepts. Am Ende von Kapitel 2 werden die einzelnen Anwendungsbereiche der beiden Steuerungsgrößen vorgestellt. In Kapitel 3 wird dann eine kritische Würdigung vorgenommen. Am Ende der Arbeit wird ein Fazit gezogen sowie ein kurzer Ausblick gegeben. Anhang 3 dient ergänzend zur anschaulichen Berechnung des EVA und in Anhang 4 wird ein Beispiel für die Ermittlung des Unternehmenswerts mittels MVAKonzept dargestellt. Weitere Wertsteigerungsmodelle, wie z. B. der Cash Value Added oder der Economic Profit, sind nicht Bestandteil dieser Arbeit.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung und Aufbau der Arbeit
2 Darstellung des EVA-Konzepts
2.1 Beschreibung des Basiskonzepts
2.2 Berechnung des Economic Value Added
2.3 Konversionen des Accounting Model in ein Economic Model
2.4 Komponenten des Economic Value Added
2.4.1 Ermittlung des NOPAT
2.4.2 Ermittlung des investierten Kapitals
2.4.3 Ermittlung des Kapitalkostensatzes
2.5 Darstellung des MVA-Konzepts
2.6 Anwendungsbereiche des EVA- und MVA-Konzepts
2.6.1 Performancemessung von Unternehmen
2.6.2 Unternehmensbewertung und Beurteilung von Investitionen
2.6.3 Wertorientierte Erfolgsvergütung
3 Kritische Würdigung des EVA- und MVA-Konzepts
3.1 Geringe Komplexität und einfache Kommunizierbarkeit
3.2 Transparenz und Datenaufbereitung
3.3 Einbezug der gesamten Kapitalkosten
3.4 Einbezug von Abschreibungen
3.5 Unberücksichtigung qualitativer Werttreiber
3.6 Prognostizierbarkeit künftiger finanzieller Daten
4 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit zielt darauf ab, das Economic Value Added (EVA) sowie das Market Value Added (MVA) Konzept detailliert darzustellen und kritisch zu würdigen. Im Fokus steht dabei die Funktionsweise des EVA als Steuerungsinstrument, seine Berechnungsmethodik durch spezifische Konversionen vom buchhalterischen Ergebnis zum ökonomischen Mehrwert sowie seine Anwendung in der Unternehmensbewertung und der leistungsorientierten Vergütung.
- Grundlagen und Berechnungsmethodik des EVA und MVA.
- Notwendigkeit und Durchführung von Konversionen vom Accounting Model zum Economic Model.
- Implementierung von EVA-basierten Anreiz- und Vergütungssystemen.
- Kritische Analyse von Vor- und Nachteilen des EVA-Konzepts als Steuerungsinstrument.
- Eignung von EVA für die Unternehmensbewertung und Investitionsbeurteilung.
Auszug aus dem Buch
2.1 Beschreibung des Basiskonzepts
Das sich in den USA anfangs der neunziger Jahre entwickelte EVA-Modell wird zu den Contribution-Modellen gezählt, die seit geraumer Zeit zunehmende Beachtung in Theorie und Praxis finden. Dabei handelt es sich um Über- oder Residualgewinnverfahren, nach denen nur die über den Kapitalkosten liegende Rentabilität zusätzlichen Wert generiert. Übergewinne zeigen somit den Gewinn eines Unternehmens auf, welcher sowohl die Fremd- als auch die Eigenkapitalkosten überschreitet.
Die Grundidee des Economic Value Added besteht darin, Informationen der Unternehmensleitung darüber bereitzustellen, welche Strategien und Investitionen werterhöhend bzw. wertvernichtend sind. Nach dem EVA-Konzept sind diejenigen Strategien und Investitionen wertsteigernd, deren Rendite die Kosten des investierten Kapitals übersteigen. Für die Beurteilung deren Vorteilhaftigkeit muss ein Vergleich mit den relevanten Kapitalkosten erfolgen, um Fehlallokationen zu vermeiden bzw. zu reduzieren. Damit ausschließlich die betrieblichen Tätigkeiten Berücksichtigung im Economic Value Added finden, ist eine Abgrenzung des betriebsnotwendigen und des nicht betriebsnotwendigen Kapitals erforderlich. Neu an dieser Steuerungsgröße ist die konsequente Implementierung in sämtliche Prozesse und Bereiche des Unternehmens mit der Maßgabe, das Verhalten der Mitarbeiter auf eine nachhaltige Unternehmenswertsteigerung auszurichten.
Im Unternehmen wird nur ein zusätzlicher Mehrwert geschaffen, wenn über die Ansprüche der Kapitalgeber hinaus – wie z. B. Gläubiger, Mitarbeiter oder Eigentümer – Gewinn erzielt wird. Dieser Mehrwert ist dann den Eigentümern vorbehalten. Der Anspruch der Fremdkapitalgeber besteht darin, auf das von ihnen zur Verfügung gestellte Kapital eine angemessene Verzinsung zu bekommen. Die Mitarbeiter haben den Anspruch, nach Eintritt in den Ruhestand Pensionszahlungen zu erhalten. Daneben kommt noch die Forderung der Eigentümer hinzu, eine risikoadäquate Verzinsung ihres bereit gestellten Kapitals zu erhalten. Diese Ansprüche der Eigenkapitalgeber, welche in der Finanzbuchhaltung keine Berücksichtigung finden, erhöhen die zu erzielende Rendite des investierten Kapitals, die in der Literatur auch als sog. Hurdle Rate bekannt ist. Erst nachdem die Forderungen aller Kapitalgeber befriedigt worden sind, wird ein Übergewinn erzielt und folglich Wert im Unternehmen geschaffen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Problematik der wertorientierten Unternehmenssteuerung ein und erläutert die Zielsetzung sowie den Aufbau der Arbeit.
2 Darstellung des EVA-Konzepts: Hier werden das grundlegende Konzept, die mathematische Berechnungsmethodik, notwendige Konversionen der Bilanzdaten sowie die wesentlichen Komponenten (NOPAT, investiertes Kapital, Kapitalkostensatz) und Anwendungsbereiche des EVA- und MVA-Konzepts erläutert.
3 Kritische Würdigung des EVA- und MVA-Konzepts: Dieses Kapitel setzt sich kritisch mit den Stärken und Schwächen der Konzepte auseinander, insbesondere hinsichtlich der Komplexität, Transparenz, Datenaufbereitung und der Berücksichtigung qualitativer Faktoren.
4 Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Eignung des EVA als Instrument für die periodenbezogene Leistungsbeurteilung zusammen und gibt einen Ausblick auf die zukünftige Bedeutung der Kennzahl.
Schlüsselwörter
Economic Value Added, Market Value Added, Shareholder Value, NOPAT, Kapitalkosten, WACC, Wertorientierte Unternehmenssteuerung, Konversionen, Unternehmensbewertung, Investitionsbeurteilung, Erfolgsvergütung, Performance-Messung, Residualgewinn, Kapitalkostensatz, Kapitalallokation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Konzepte des Economic Value Added (EVA) und des Market Value Added (MVA) als Instrumente der wertorientierten Unternehmenssteuerung und -bewertung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen die theoretische Herleitung der Konzepte, ihre praktische Berechnung, notwendige Anpassungen der Bilanzdaten sowie die kritische Analyse ihrer Anwendungsmöglichkeiten und Grenzen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist die fundierte Darstellung des EVA- und MVA-Konzepts sowie deren kritische Würdigung im Hinblick auf ihre Eignung als Steuerungs- und Bewertungsinstrument.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und -aufbereitung sowie der methodischen Herleitung der Kennzahlen EVA und MVA inklusive ihrer Berechnungsformeln und Anpassungskonversionen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Darstellung des EVA-Modells, seiner Komponenten und Anwendungsbereiche (Performancemessung, Bewertung, Vergütung) sowie eine kritische Auseinandersetzung mit der Praxistauglichkeit.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Economic Value Added, WACC, Shareholder Value, NOPAT, Unternehmensbewertung und wertorientiertes Management geprägt.
Warum sind Konversionen vom Accounting Model zum Economic Model notwendig?
Bilanzielle Ergebnisse sind durch das Vorsichtsprinzip und Rechnungslegungsvorschriften verzerrt. Konversionen bereinigen diese buchhalterischen Verzerrungen, um den ökonomisch relevanten Periodenerfolg und das tatsächlich investierte Kapital korrekt abzubilden.
Inwiefern beeinflusst das EVA-Konzept die Management-Vergütung?
Ein EVA-basiertes Vergütungssystem knüpft die Entlohnung von Führungskräften an den erzielten Wertbeitrag, was Anreize zur langfristigen Wertsteigerung schafft und das Prinzipal-Agent-Problem minimieren kann.
Was ist die Schwäche des EVA-Konzepts hinsichtlich qualitativer Faktoren?
Ein Defizit des EVA ist die ausschließliche Fokussierung auf finanzielle Größen, wodurch qualitative Werttreiber wie Kunden- oder Mitarbeiterzufriedenheit in der Kennzahl selbst nicht direkt abgebildet werden.
- Quote paper
- Daniel Kienzle (Author), 2005, EVA- und MVA-Konzept - Darstellung und kritische Würdigung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/40731