Bei einer ABS-Transaktion sind eine Vielzahl von Beteiligten teilhabend. Trotz individueller Gestaltungsmöglichkeiten von Asset Backed Securities liegt meistens dennoch eine einheitliche Struktur zu Grunde. Ohne Kreditnehmer kann eine Kreditforderung nicht verbrieft werden, so dass dieser den Ausgangspunkt aller Überlegungen darstellt. Er hat mit dem Originator (Verkäufer der Kreditforderung), meistens eine Bank, einen Darlehens- oder Leasingvertrag abgeschlossen. Beim Verkauf dieser Forderungen werden diese in einem Pool zusammengefasst, der besondere Eigenschaften aufweisen sollte: Die Forderungen sollten gleichartig sein, gegenüber vielen Schuldnern bestehen, technisch und juristisch leicht zu separieren sein und einen gut voraussagbaren Cashflow aufweisen. Aus diesem Cashflow werden später die Zins- und Tilgungsleistungen der emittierten Wertpapiere beglichen. Ein möglicher Kaufpreis der ABS ergibt sich aus dem Barwert der Forderungen. Der Originator bildet das zentrale Element einer ABS–Transaktion, da von ihm der Anstoß des Verkaufs der Kreditforderung ausgeht. Hierbei kann es sich neben Banken auch um Leasinggesellschaften, Kreditkartenorganisationen sowie Industrie-, Dienstleistungs- und Handelsunternehmen handeln. Die Forderungen sollten lediglich in dem oben beschriebenen Pool zusammenfassbar sein. Der Originator verkauft seine Kreditforderung mit bilanzbefreiender Wirkung regresslos an eine Zweckgesellschaft. Bei der Zweckgesellschaft handelt es sich um eine rechtlich selbständige Einheit, die oft nur den Mindestanforderungen Genüge trägt. Einzige Aufgabe ist es, die Forderungen des Originators zu kaufen und die Emission der Wertpapiere zu refinanzieren. Die Bonität der Zweckgesellschaft ist unwichtig, da die Bonität der Wertpapiere durch eine Rating-Gesellschaft bewertet wird. Ein Treuhänder vertritt die Interessen der Investoren, verwaltet deren Sicherheiten treuhänderisch und hat Kontrollrechte gegenüber der Zweckgesellschaft, dem Originator und dem Service-Agenten. Der letztere übernimmt administrativen Aufgaben, wie Buchhaltung, Kreditüberwachung, Mahnwesen, Verwertung der Kreditsicherheiten und Weiterleitung des Cashflows. [...]
Inhaltsverzeichnis
- Kreditverkauf
- Asset Backed Securities
- Grundlagen
- Struktur
- Einsatzmöglichkeiten für Banken
- Kreditderivate
- Grundlagen
- Struktur
- Einsatzmöglichkeiten für Banken
- Rechtliche Grundlagen
- Das Bankgeheimnis
- Definition und Rechtsnatur
- Grundlage des Bankgeheimnisses
- Allgemeine Geschäftsbedingungen der Banken und Sparkassen
- Abgabenordnung
- Sonstiges
- Abtretungsverbot
- Der Kreditverkauf unter Berücksichtigung des Bankgeheimnisses
- Praxisbeispiel
- Verstoß gegen das Bankgeheimnis
- Urteil
- Begründung
- Erläuterung
- Wirksamkeit des Kreditverkaufs
- Urteile
- Begründung
- Erläuterung
- Resümee
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Hausarbeit befasst sich mit der rechtlichen Problematik des Kreditverkaufs im Kontext des Bankgeheimnisses. Sie untersucht, ob der Verkauf von Kreditforderungen als Verstoß gegen das Bankgeheimnis anzusehen ist und welche rechtlichen Grundlagen und Fallbeispiele diese Thematik beleuchten.
- Rechtliche Grundlagen des Bankgeheimnisses
- Kreditverbriefung mit Asset Backed Securities (ABS)
- Kreditderivate und deren Einsatzmöglichkeiten
- Wirksamkeit des Kreditverkaufs im Hinblick auf das Bankgeheimnis
- Relevante Urteile und Gerichtsentscheidungen
Zusammenfassung der Kapitel
- Kapitel 1: Kreditverkauf: Dieses Kapitel führt in das Thema Kreditverkauf ein und erläutert die verschiedenen Formen der Kreditverbriefung, insbesondere Asset Backed Securities (ABS) und Kreditderivate. Es werden die Grundlagen, die Struktur und die Einsatzmöglichkeiten für Banken dargestellt.
- Kapitel 2: Das Bankgeheimnis: Kapitel 2 befasst sich mit dem Bankgeheimnis. Es definiert die Rechtsnatur des Bankgeheimnisses und erläutert die rechtlichen Grundlagen, die es stützen. Dazu gehören allgemeine Geschäftsbedingungen der Banken, die Abgabenordnung und weitere relevante Regelungen.
- Kapitel 3: Der Kreditverkauf unter Berücksichtigung des Bankgeheimnisses: Kapitel 3 untersucht den Kreditverkauf im Hinblick auf das Bankgeheimnis. Es analysiert ein Praxisbeispiel, befasst sich mit der Frage, ob ein Verstoß gegen das Bankgeheimnis vorliegt, und betrachtet relevante Urteile und deren Begründung.
Schlüsselwörter
Kreditverkauf, Bankgeheimnis, Asset Backed Securities (ABS), Kreditderivate, Abtretung, Forderung, Datenschutz, Rechtsnatur, Urteile, Gerichtsentscheidungen, rechtliche Grundlagen, Praxisbeispiele.
Häufig gestellte Fragen
Ist der Verkauf von Kreditforderungen ein Verstoß gegen das Bankgeheimnis?
Die Arbeit untersucht genau diese Frage und beleuchtet Urteile, die klären, unter welchen Bedingungen die Weitergabe von Kundendaten beim Forderungsverkauf zulässig oder rechtswidrig ist.
Was ist eine ABS-Transaktion?
Asset Backed Securities (ABS) sind Wertpapiere, die durch einen Pool von Kreditforderungen gedeckt sind. Die Bank (Originator) verkauft diese an eine Zweckgesellschaft, um ihre Bilanz zu entlasten.
Welche Rolle spielt die Zweckgesellschaft beim Kreditverkauf?
Die Zweckgesellschaft ist eine rechtlich selbstständige Einheit, deren einzige Aufgabe der Kauf der Forderungen und die Emission der Wertpapiere zur Refinanzierung ist.
Was besagt das Abtretungsverbot im Kontext von Banken?
Es regelt, ob und wie Kredite ohne Zustimmung des Schuldners an Dritte übertragen werden dürfen, was oft im Spannungsfeld zum Bankgeheimnis steht.
Welche gesetzlichen Grundlagen stützen das Bankgeheimnis?
Neben den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) der Banken spielen auch die Abgabenordnung und der allgemeine Datenschutz eine zentrale Rolle.
- Quote paper
- Nicole Brand (Author), 2005, Kreditverkauf als Verstoß gegen das Bankgeheimnis, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/40421