Im Rahmen meiner Arbeit möchte ich untersuchen, inwiefern die Ziele des kreativen Schreibens erreichbar sind. Dafür ist es notwendig, die Methoden auf ihre Anwendbarkeit hin zu untersuchen und auch die in der Literatur nur zögernd eingeräumten Probleme gegebenenfalls zu bestätigen.
Dafür werde ich im ersten Teil meiner Arbeit einen grundlegenden Überblick über das kreative Schreiben geben. Neben einem Versuch begriffliche Abgrenzungen von Kreativität und kreativem Schreiben zu finden, wird die Entwicklung dargestellt, wie es zum kreativen Schreiben kam.
Des Weiteren gehe ich auf Prinzipien ein, die hinter dem kreativen Schreiben stehen, nenne Gründe für das kreative Schreiben in der Schule und erläutere kurz die verschiedenen Methoden des kreativen Schreibens. Hierzu werden einige Beispiele genannt, auf die ich aber im Rahmen dieser Arbeit nicht näher eingehen kann, die aber in den genannten Büchern genau erläutert werden. Der letzte Punkt des Theorieteils beschäftigt sich mit Problemen und Grenzen des kreativen Schreibens.
Im zweiten Teil der Arbeit wende ich mich der praktischen Umsetzung zu. Es werden Konzepte vorgestellt, wie das kreative Schreiben in der Grundschule umgesetzt werden kann. Ich habe in einer dritten Klasse, mit sehr geringen Erfahrungen bezüglich des kreativen Schreibens, verschiedene Methoden vorgestellt und umgesetzt. Außerdem hatte ich die Möglichkeit in einer vierten Klasse zu unterrichten, die sehr viele Erfahrungen im kreativen Schreiben gesammelt hat. Nach einer kurzen Beschreibung der Klassenprofile, gehe ich auf die Lese- und Schreibkompetenz der Schüler ein. Des Weiteren wird der Verlauf der Unterrichtsstunden dargestellt und ausgewertet.
In der darauf folgenden Reflexion, möchte ich meine Erfahrungen in den beiden Klassen auswerten. Dabei gehe ich auf die Aufgabenumsetzung, die Rolle der Vorerfahrungen der Schüler mit dem kreativen Schreiben ein, setze mich mit den Ergebnissen beider Klassen auseinander und gebe Meinungen der Schüler bezüglich des kreativen Schreibens wieder.
Des Weiteren wird das Verhältnis von traditionellem Aufsatzunterricht und kreativen Schreiben beleuchtet. Hier beziehe ich mich vor allem auf eine Studie von Claudia Winter.
Anschließend stelle ich meine eigene Meinung zu diesen Konzepten vor dem Hintergrund meiner Erfahrungen dar.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Grundlagen des kreativen Schreibens
2.1 Begriffliche Abgrenzung
2.1.1 Kreativität
2.1.2 Kreatives Schreiben
2.2 Prinzipien des kreativen Schreibens nach Kaspar Spinner
2.3 Geschichte des kreativen Schreibens
2.4 Gründe für das kreative Schreiben
3. Methoden des kreativen Schreibens
3.1 Was leisten die kreativen Schreibmethoden?
3.2 Methodengruppen des kreativen Schreibens
3.2.1 Assoziative Verfahren
3.2.2 Schreibspiele
3.2.3 Schreiben nach Vorgaben, Regeln und Mustern
3.2.4 Schreiben zu und nach (literarischen) Texten
3.2.5 Schreiben zu Stimuli
3.2.6 Weiterschreiben an kreativen Texten
4. Probleme und Grenzen des kreativen Schreibens
5. Praxisteil: Kreatives Schreiben in einer dritten Klasse
5.1 Vorstellen der Klasse
5.2 Weiterschreiben der Klassenlektüre
5.2.1 Vorüberlegungen
5.2.2 Grobziele und Intention der Aufgabe
5.2.3 Stundenverlauf
5.2.4 Reflexion
5.3 Unterrichtsstunde: Einführung des Elfchens
5.3.1 Vorüberlegungen
5.3.2 Grobziele und Intention der Stunde
5.3.3 Stundenverlauf
5.3.4 Reflexion
5.4 Unterrichtsstunde: Fantasiereise
5.4.1 Vorüberlegungen
5.4.2 Grobziele und Intention der Stunde
5.4.3 Stundenverlauf
5.4.4 Reflexion
6. Praxisteil: Kreatives Schreiben in einer vierten Klasse
6.1 Vorstellen der Klasse
6.2 Unterrichtsstunde: Fantasiegeschichte
6.2.1 Vorüberlegungen
6.2.2 Reflexion
6.3 Unterrichtsstunde: Schreiben zu einem Bild
6.3.1 Vorüberlegungen
6.3.2 Grobziele und Intention
6.3.3 Stundenverlauf
6.3.4 Reflexion
7. Reflexion
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen und die praktische Anwendbarkeit von Methoden des kreativen Schreibens im Grundschulunterricht. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, inwiefern die angestrebten Ziele des kreativen Schreibens, wie die Förderung von Fantasie und Ausdrucksfähigkeit, in der Grundschule tatsächlich erreicht werden können und welche Probleme sowie Grenzen sich dabei im Unterrichtsalltag ergeben.
- Grundlagen und Geschichte des kreativen Schreibens
- Methodenvielfalt für den Grundschulunterricht
- Herausforderungen bei Bewertung und Benotung
- Praktische Erprobung in einer dritten und vierten Klasse
- Vergleich von traditionellem Aufsatzunterricht und kreativen Ansätzen
Auszug aus dem Buch
Prinzip Irritation
Wichtig für das kreative Schreiben ist, dass Ideen und Handlungen entstehen, die den im Alltag entstehenden Mustern widersprechen. Kreativität wird hier also als ein Durchbrechen von eingespielten Normen und gewohnten Vorstellungsmustern verstanden. Hierbei werden gezielt neue Wahrnehmungsmöglichkeiten der Wirklichkeit ausgelöst. Man schafft eine Irritation, die die Fantasie anregt und neue Ideen hervorruft. Eine gute Möglichkeit, dies umzusetzen ist eine Reizwortgeschichte, bei der die Wörter nicht zusammenpassen (Beispiel: Sommer – See – schwimmen – Schlittschuh). Weitere Umsetzungsmöglichkeiten sind surreale Bilder, Fantasiewörter oder das Weiterschreiben von seltsamen Textanfängen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung legt das Interesse der Autorin dar, das kreative Schreiben als Konzeption zur Schreibförderung in der Grundschule zu untersuchen und die gespaltene Haltung von Lehrkräften gegenüber dieser Methode zu hinterfragen.
2. Grundlagen des kreativen Schreibens: Dieses Kapitel definiert die Begriffe Kreativität sowie kreatives Schreiben, erläutert die Prinzipien nach Kaspar Spinner und gibt einen historischen Überblick sowie pädagogische Gründe für die Integration in den Unterricht.
3. Methoden des kreativen Schreibens: Es werden verschiedene methodische Ansätze und deren Zielsetzungen detailliert vorgestellt, um Schülern einen Zugang zum kreativen Ausdruck zu ermöglichen.
4. Probleme und Grenzen des kreativen Schreibens: Das Kapitel thematisiert kritische Aspekte wie die Herausforderungen bei der Benotung, das Verhältnis zum traditionellen Aufsatzunterricht und die Gefahr mangelnder Strukturierung.
5. Praxisteil: Kreatives Schreiben in einer dritten Klasse: Die Autorin dokumentiert die Durchführung und Auswertung konkreter Schreibprojekte in einer dritten Klasse, inklusive Stundenvorbereitung und Reflexion.
6. Praxisteil: Kreatives Schreiben in einer vierten Klasse: Dieses Kapitel vergleicht die Anwendung der Methoden in einer vierten Klasse und bewertet die Erfahrungen sowie Ergebnisse der dort durchgeführten Unterrichtsstunden.
7. Reflexion: Die Autorin fasst ihre gewonnenen Erkenntnisse zusammen, bewertet die Wirksamkeit der Methoden im Vergleich zum traditionellen Unterricht und plädiert für eine sinnvolle Kombination beider Ansätze.
Schlüsselwörter
Kreatives Schreiben, Grundschule, Sprachdidaktik, Kreativität, Schreibmotivation, Schreibmethoden, Fantasie, Aufsatzunterricht, Unterrichtspraxis, Schreibkompetenz, Texte verfassen, Kaspar Spinner, Bewertung, Leistungsförderung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Theorie und den didaktischen Konzepten des kreativen Schreibens und untersucht deren praktische Umsetzung in der Grundschule.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Begriffsdefinition von Kreativität, die Vorstellung verschiedener Schreibmethoden, die Problematik der Bewertung und der Vergleich zu traditionellen Unterrichtsformen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, die Anwendbarkeit kreativer Schreibmethoden zu prüfen und herauszufinden, ob damit die gesteckten Ziele wie Schreibmotivation und Fantasieförderung in der Grundschule erreicht werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Aufarbeitung der Fachliteratur sowie einer empirischen (jedoch nicht repräsentativen) Untersuchung in Form einer praktischen Unterrichtserprobung und Reflexion.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der Schreibmethoden und einen umfangreichen Praxisteil, in dem die Autorin konkrete Unterrichtsstunden (u.a. Fantasiereisen und das Schreiben zu Bildern) plant, durchführt und auswertet.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist charakterisiert durch Begriffe wie Kreatives Schreiben, Grundschuldidaktik, Schreibmotivation, Fantasie, Methodenvielfalt und pädagogische Reflexion.
Warum spielt die Bewertung eine so große Rolle in der Untersuchung?
Die Bewertung ist ein zentrales Problem für viele Lehrkräfte, da kreative Texte aufgrund ihrer Subjektivität schwer nach traditionellen Maßstäben zu benoten sind.
Wie lautet die abschließende Empfehlung der Autorin?
Die Autorin empfiehlt eine Kombination aus traditionellem Aufsatzunterricht und kreativen Schreibformen, um sowohl die strukturelle Schreibkompetenz als auch die individuelle Ausdrucksfähigkeit der Kinder optimal zu fördern.
- Quote paper
- Stephanie Raith (Author), 2005, Kreatives Schreiben: Theorie und Konzepte zur Umsetzung in der Grundschule, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/39450