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Die Bombardierung von Gernika als Motiv in der Literatur

Title: Die Bombardierung von Gernika als Motiv in der Literatur

Term Paper (Advanced seminar) , 2003 , 24 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Maurice Schuhmann (Author)

Politics - Topic: Peace and Conflict, Security
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Der Spanische Bürgerkrieg gilt als Generalprobe für den II. Weltkrieg, der bereits einige Monate nach dessen Beendigung mit dem deutschen Überfall auf Polen ausgelöst wurde. Sowohl für das nationalsozialistische Deutschland und das faschistische Italien als auch für die stalinistische Sowjetunion bot sich der Spanis che Bürgerkrieg für die Erprobung neuer Militärtechnik und neuer Strategien sowie für die Ausbildung von Militär an. Traurige Berühmtheit hat in diesem Zusammenhang das Schicksal der baskischen Kleinstadt Gernika1 erlangt. Sie wurde zum Symbol für Kriegsverbrechen an der Zivilbevölkerung. Eine unübersehbare Masse von Kriegsberichten, Romanen und Erzählungen über die Erfahrungen und Hintergründe des Bürgerkrieges liegen von AutorInnen der unterschiedlichen politischen Lager vor. Die Bombardierung der baskischen Kleinstadt Gernika ist allerdings nur selten ein Thema in der Literatur über den Bürgerkrieg. Eine erstaunliche Tatsache, da die Bombardierung als das erste Kriegsverbrechen der deutschen Nationalsozialisten gilt und das damit ihr verbundene Leid der Zivilbevölkerung große Anteilnahme in Europa hervorrief. Der Angriff und die Zerstörung der Stadt löste sowohl innerhalb als auch außerhalb Spaniens große Empörung aus. Inspiriert durch die Ereignisse in Gernika malte der im französischen Exil lebende Maler Pablo Picasso das surrealistische Gemälde "Guernica" (Originaltitel: "La muerte de Guernica"), das im Rahmen der Weltausstellung in Paris im Pavillon des republikanischen Spaniens ausgestellt wurde. Mittlerweile hängt eine Kopie des Gemäldes im UN Sicherheitsrat in New York. Ein anderer Künstler, der sich der Thematik annahm, war der deutsche Emigrant Oskar Kokoschka. In der Literatur war neben nationalsozialistischen und francistischen AutorInnen (u.a. Werner Beumelburg, Heinz Bongark, Maria de Smeth) der deutsche Romancier und Emigrant Hermann Kesten einer der ersten, die sich in literarischer Form diesem Thema widmeten. 1938 schrieb er im französischen Exil seine Novelle "Die Kinder von Gernika"2, die im folgenden Jahr im Allert de Lang-Verlag in Amsterdam erschien. [...] 1 Die Schreibart "Gernika" ist die baskische Variante des Namens. Silvia Schlenstedt irrt sich, wenn sie in ihrem Nachwort schreibt, daß es sich um eine leicht abgewandelte Form des Stadtnamens "Guernica" handelte. (Schlenstedt, in: Kesten 1985, S. 154) 2 Ich werde im folgenden, wenn ich aus dem Roman zitiere, mich auf die Rowohlt Ausgabe von 1955 stützen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Bombardierung von Gernika

3. Hermann Kesten und seine Novelle "Die Kinder von Gernika"

3.1 Biographischer Hintergrund

3.2 Inhalt der Novelle

3.3 Bedeutung und Bewertung der Novelle

3.4 Historischer Hintergrund der Novelle und die Auswirkungen auf die Geschichte

3.5 Wie stellt Hermann Kesten das Leben während des Bürgerkrieges dar?

3.6 Wie setzt Kesten die Bombardierung Gernikas in Szene?

3.7 Wie setzt Kesten die Flucht aus Gernika in Szene?

3.8 Wie thematisiert er die deutsche Beteiligung an dem Greuel?

3.9 Wie beschreibt er die psychologischen Folgen des Bürgerkrieges?

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die literarische Verarbeitung der Bombardierung der baskischen Kleinstadt Gernika durch die Legion Condor, exemplarisch dargestellt anhand der Novelle "Die Kinder von Gernika" von Hermann Kesten. Ziel ist es zu analysieren, wie Kesten das Leid der Zivilbevölkerung, die historischen Rahmenbedingungen sowie die psychologischen Auswirkungen des Spanischen Bürgerkrieges in seinem Werk darstellt und welche Intention der Autor damit verfolgt.

  • Die Darstellung des Lebens der Zivilbevölkerung während des Spanischen Bürgerkrieges
  • Die literarische Inszenierung des Bombenangriffs auf Gernika
  • Die Thematisierung der deutschen Beteiligung und Schuld am Kriegsverbrechen
  • Die psychologische Traumatisierung der Opfer, insbesondere der Flüchtlingskinder
  • Die Rolle des Romans als moralische Anklage gegen den Krieg

Auszug aus dem Buch

3.6 Wie setzt Kesten die Bombardierung Gernikas in Szene?

Die Erzählung von der Bombardierung Gernikas leitet den Bericht des 15jährigen Carlos ein. Es bildet das Schlüsselereignis in diesem Roman. Karl Heinz Berger schreibt darüber: "Der Bombenangriff ist schließlich für Antonio und den größten Teil seiner Familie der Schlußpunkt allen Hoffens und Fürchtens" (KHB: Die Kinder von Gernika, in: Romanführer 1974: 403).

Neben der Einleitung tauchen die Ereignisse der Bombardierung noch zum Ende der Erzählung in ausführlicher Weise erneut auf.

Der Luftangriff trifft die Familie überraschend. Carlos beginnt mit jenem 26. April seine Erzählung. "Als der Kirchner Alarm läutete, liefen wir in den Keller" (Kesten 1955: 12). Besonders in Erinnerung scheint Carlos der Gerichtsbeamte hängen geblieben zu sein. Er beschreibt sein Verhalten im Luftschutzkeller sehr genau. "Der Gerichtsbeamte schrie, er müsse hinauf, um seine Aktentasche zu suchen, aber er wich nicht von der Stelle. (...) Unser Provisor hielt eine Kerze und Streichhölzer in der Hand" (ebd.: 12).

Die Fassungslosigkeit nach dem ersten Angriff spiegelt sich dann in Carlos Aussagen über die Leichen wieder: "Der Provisor sah aus wie immer, mit seinen Brillengläsern über der großen Nase und mit der Kerze in der Hand, ganz wie lebendig. Er lächelte vollkommen ruhig, mit Mörtel zwischen den Zähnen" (ebenda.: 13). Sein Vater wurde von der Explosion zerfetzt. Carlos deutet diese Tatsache nur an, in dem er dem Erzähler gegenüber erwähnt, daß er ihn an der Uhrkette erkennt. Sachlich fährt er fort: "Der Herr vom Gericht und unser Provisor, und Papas Lieblinge, der siebenjährige Ghil und die siebzehnjährige Innozentia und meine kleinen Brüder Eugenio und Bartolommeo - die guten Leute taten alles auf denselben Haufen, zu der Uhrkette vom Papa, und was noch von ihm da war" (ebd.: 13).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einführung erläutert den historischen Kontext des Spanischen Bürgerkrieges und die Bedeutung der Bombardierung von Gernika als Kriegsverbrechen sowie die Intention der Arbeit.

2. Die Bombardierung von Gernika: Dieses Kapitel liefert eine historische Einordnung des Luftangriffs auf die Stadt am 26. April 1937 und diskutiert die unterschiedlichen Theorien über die militärischen Hintergründe.

3. Hermann Kesten und seine Novelle "Die Kinder von Gernika": Dieser Hauptteil widmet sich dem Autor, der Entstehungsgeschichte des Romans und einer detaillierten inhaltlichen Analyse der Novelle, einschließlich der Fluchtthematik und der psychologischen Folgen.

4. Fazit: Die abschließende Zusammenfassung bewertet Kestens literarische Stellungnahme als moralische Anklage gegen den Krieg und betont die Funktion der Familie als Metapher für das leidende spanische Volk.

Schlüsselwörter

Hermann Kesten, Die Kinder von Gernika, Spanischer Bürgerkrieg, Gernika, Guernica, Legion Condor, Zivilbevölkerung, Exilliteratur, Kriegstrauma, Flüchtlingsproblematik, Luftangriff, baskische Geschichte, Nationalsozialismus, moralische Anklage, Literaturanalyse.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die literarische Darstellung des Spanischen Bürgerkrieges in Hermann Kestens Novelle "Die Kinder von Gernika" und fokussiert dabei insbesondere auf die Auswirkungen des Krieges auf die Zivilbevölkerung.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die Auswirkungen des Krieges auf das Familienleben, die Flucht, die psychologische Traumatisierung durch die Bombardierung Gernikas und die kritische Auseinandersetzung mit der deutschen Beteiligung am Krieg.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es zu untersuchen, wie Kesten als Zeitzeuge und Literat die Zerstörung Gernikas verarbeitet und ob er den Roman als Mittel zur moralischen Anklage nutzt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer literaturwissenschaftlichen Analyse des Romans, gestützt durch den Vergleich mit historischen Fakten und zeitgenössischer Sekundärliteratur.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in Analysen zum biographischen Hintergrund, dem Inhalt der Novelle, der Darstellung der Flucht sowie der psychologischen und historischen Dimensionen des Werkes.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Hermann Kesten, Spanischer Bürgerkrieg, Gernika, Flüchtlingselend und die moralische Verantwortung im Kontext des Faschismus.

Welche Rolle spielt die Familie Espinosa im Roman?

Die Familie fungiert als eine Art Metapher für das spanische Volk, an deren Schicksal Kesten die zerstörerische Kraft des Krieges und die psychische Belastung für den Einzelnen verdeutlicht.

Wie bewertet der Autor den pessimistischen Ausgang des Romans?

Kesten nutzt das pessimistische Ende von Carlos, um die dauerhafte traumatische Wirkung des Krieges und die Perspektivlosigkeit der Opfer in der Emigration zu unterstreichen.

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Details

Title
Die Bombardierung von Gernika als Motiv in der Literatur
College
Free University of Berlin  (Otto-Suhr-Institut)
Course
Krieg und Literatur
Grade
1,3
Author
Maurice Schuhmann (Author)
Publication Year
2003
Pages
24
Catalog Number
V39231
ISBN (eBook)
9783638380614
Language
German
Tags
Bombardierung Gernika Motiv Literatur Krieg Literatur
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Maurice Schuhmann (Author), 2003, Die Bombardierung von Gernika als Motiv in der Literatur, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/39231
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