Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Migration von 24h-Pflegekräften aus dem osteuropäischen Raum, welche in der Versorgung älterer Menschen in Österreich eine immer größere Rolle spielt. Ziel dieser Arbeit war es, die Auswirkungen, welche aus der Migration von Arbeitskräften entstehen, zu erforschen und die daraus resultierenden pflegerische Vor- und Nachteile für hochaltrige Menschen aufzuzeigen.
Die Ergebnisse zeigen, dass die 24h-Pflege in Österreich ohne Hilfe der migrierten 24h-Pflegerinnen und Pflegern nicht funktionsfähig wäre. Durch die vorherrschende Ausbeutung der Arbeitskräfte ergibt sich jedoch ein Zustand, welcher sich negativ auf die Pflege auswirkt. Sowohl die prekären Arbeitsverhältnisse, als auch die emotionalen und psychischen Belastungen, welche sich durch die Wohn- und Arbeitssituation ergeben, wirken sich ungünstig auf die Qualität der Pflege aus.
Um die Situation in Zukunft zu verbessern, müssten ordentliche Beschäftigungsverhältnisse für migriertes Pflegepersonal geschaffen werden. Es sollten klare Reglementierungen gefunden werden, um den grauen Arbeitsmarkt aufzubrechen. Außerdem sollte zukünftig ein Konsens erreicht werden, um lediglich Pflegekräfte mit adäquaten Ausbildungen einzustellen und die Ausbeutung der 24h-Pflegerinnen und Pfleger, welche sich unter anderem aus der wenigen Freizeit und Privatsphäre ergibt, zu verringern.
Inhaltsverzeichnis
- 1. Einleitung
- 1.1 Problemstellung
- 1.2 Ziel
- 2. Methodik
- 2.1 Forschungsfrage
- 2.2 Literaturrecherche
- 2.3 Suchbegriffe
- 2.4 Ein- und Ausschlusskriterien
- 2.5 Darstellung der Literaturrecherche
- 3.1 Definition und Abgrenzung der Begriffe
- 3.1.1 Migration
- 3.1.2 Pflegebedürftigkeit
- 3.1.3 Pflege
- 3.1.4 Pflegekraft
- 3.1.5 Irreguläre Arbeit
- 3.1.6 Arbeitsformen
- 3.2 Einführung einer gesetzlichen Regelung
- 3.3 Agenturen
- 3.4 Ausbildung der Pflegekräfte
- 3.5 Tätigkeitsbereiche einer 24h-Pflege
- 3.6 Die Qualität der Pflege
- 3.6.1 Verhältnis zwischen Arbeitgeber und -nehmer
- 3.6.2 Fachliche Überforderung
- 3.6.3 Sprache
- 3.7 Die Gender-Thematik
- 4.1 Vorherrschender grauer Arbeitsmarkt
- 4.2 Ausgebildet für die Pflege
- 4.3 Die Ausbeutung der Pflegekräfte
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit untersucht die Migration von 24h-Pflegekräften aus dem osteuropäischen Raum in Österreich und ihre Auswirkungen auf die Versorgung älterer Menschen. Die Arbeit befasst sich mit den Herausforderungen, Chancen und Risiken dieser Arbeitsmigration für die Pflegequalität und die Lebensbedingungen der betroffenen Pflegekräfte.
- Analyse der Arbeitsbedingungen und -verhältnisse von migrierten 24h-Pflegekräften
- Bewertung der Auswirkungen der Migration auf die Pflegequalität
- Identifizierung von Herausforderungen und Handlungsbedarfen im Bereich der Arbeitsmigration in der Pflege
- Betrachtung der Gender-Thematik im Kontext der Arbeitsmigration
- Diskussion von Lösungsansätzen zur Verbesserung der Situation
Zusammenfassung der Kapitel
Die Arbeit beginnt mit einer Einleitung, die die Problemstellung und das Ziel der Arbeit definiert. Im Anschluss wird die Methodik der Arbeit erläutert, die auf einer systematischen Literaturanalyse beruht. Die Ergebnisse der Literaturanalyse werden im dritten Kapitel vorgestellt, wobei verschiedene Aspekte der Arbeitsmigration in der Pflege beleuchtet werden, wie z.B. die Definition von Begriffen, die Regulierung des Arbeitsmarktes, die Ausbildung von Pflegekräften, die Qualität der Pflege und die Gender-Thematik.
Die Diskussion der Ergebnisse erfolgt im vierten Kapitel, in dem die Herausforderungen und Chancen der Arbeitsmigration in der Pflege beleuchtet werden. Die Arbeit untersucht insbesondere die Probleme des grauen Arbeitsmarktes, die Ausbeutung von Pflegekräften und die Auswirkungen auf die Pflegequalität. Schließlich werden Lösungsansätze zur Verbesserung der Situation diskutiert.
Schlüsselwörter
Migration, Pflegequalität, Pendelmigration, 24h-Pflege, Care drain in Österreich, Arbeitsbedingungen, Ausbeutung, Gender-Thematik, Lösungsansätze.
Häufig gestellte Fragen
Warum ist Österreich auf 24h-Pflegekräfte aus Osteuropa angewiesen?
Das österreichische System der Altenversorgung wäre ohne die migrierten Pflegekräfte nicht funktionsfähig, da der Bedarf an häuslicher Betreuung im Inland nicht gedeckt werden kann.
Welche negativen Auswirkungen hat die aktuelle Situation auf die Pflegekräfte?
Viele Kräfte arbeiten in prekären Verhältnissen, leiden unter psychischer Belastung durch mangelnde Privatsphäre und sind oft von Ausbeutung auf dem „grauen Arbeitsmarkt“ betroffen.
Wie beeinflussen Sprachbarrieren die Qualität der Pflege?
Sprachliche Hürden können die Kommunikation zwischen Pflegekraft und älterem Menschen erschweren, was sich negativ auf das Vertrauensverhältnis und die pflegerische Sicherheit auswirkt.
Was wird unter dem Begriff „Care Drain“ verstanden?
Es beschreibt das Abwandern von Pflegepersonal aus den Herkunftsländern nach Österreich, wodurch dort wiederum Lücken in der Versorgung entstehen.
Welche Reformen sind für die 24h-Pflege notwendig?
Gefordert werden ordentliche Beschäftigungsverhältnisse, klare Reglementierungen gegen Ausbeutung sowie ein Fokus auf adäquate Ausbildungen des Personals.
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- Lisa Willinger (Author), 2017, Welche pflegerischen Auswirkungen hat die Arbeitsmigration von 24h- Pflegekräften auf ältere Menschen in Österreich?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/388804