Diese Arbeit untersucht die umsatzsteuerlichen Vorschriften, die deutsche Betreiber von Flusskreuzfahrten bei grenzüberschreitenden Reisen zu beachten haben, und beleuchtet dabei die sich ergebenden Gestaltungs- und Ermessensspielräume, die sich im Rahmen des Routings und Pricings zu Nutze machen lassen. Dabei werden zunächst der steuerliche Rahmen eingegrenzt sowie die wichtigsten Leistungen im Zusammenhang mit Flusskreuzfahrten aufgezeigt. Anschließend werden die für diese Leistungen greifenden Besteuerungsprinzipien untersucht und deren Ermessensspielräume diskutiert. Abschließend werden die Ergebnisse und Implikationen zusammengefasst.
Inhaltsverzeichnis
- 1. Problemstellung
- 2. Theoretische Grundlagen
- 2.1. Steuerlicher Rahmen
- 2.2. Typische Leistungen im Zusammenhang mit Flusskreuzfahrten
- 3. Umsatzsteuerliche Ermessens- und Gestaltungsspielräume bezüglich der Leistungen
- 3.1. Passageleistungen
- 3.2. Das Abgangshafenprinzip
- 3.2.1. Bildung von Streckenabschnitten als Vereinfachung der Ortsbestimmung
- 3.2.2. Unterbrechung durch Zwischenaufenthalte im Drittland
- 3.2.3. Gestaltungsmöglichkeiten bei Restaurationsleistungen
- 3.3. Margenbesteuerung von Reiseleistungen
- 3.3.1. Vereinfachte Besteuerung durch Differenzbesteuerung
- 3.3.2. strittige Auslegung des Leistungsempfängers
- 3.3.3. Bündelung der Margen deutscher Reiseunternehmer
- 3.4. Das Flussschiff als Betriebsstätte
- 3.4.1. Betroffene Leistungen der Betriebsstättenfingierung
- 3.4.2. Möglichkeiten der Ortsbestimmung
- 4. Zusammenfassung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Seminararbeit untersucht die umsatzsteuerlichen Besonderheiten bei deutschen Betreibern von grenzüberschreitenden Flusskreuzfahrten. Ziel ist es, die Gestaltungs- und Ermessensspielräume im Rahmen des Routings und Pricings aufzuzeigen und so die Möglichkeiten zur Optimierung der Umsatzsteuerbelastung zu beleuchten.
- Steuerlicher Rahmen für Flusskreuzfahrten im europäischen Gemeinschaftsgebiet
- Umsatzsteuerliche Behandlung typischer Leistungen im Zusammenhang mit Flusskreuzfahrten
- Ermessensspielräume bei der Anwendung des Abgangshafenprinzips
- Margenbesteuerung von Reiseleistungen und die Differenzbesteuerung
- Das Flussschiff als Betriebsstätte und die damit verbundenen umsatzsteuerlichen Aspekte
Zusammenfassung der Kapitel
Das erste Kapitel führt in die Problemstellung ein und stellt den Fokus auf die Umsatzsteuerlichen Herausforderungen deutscher Flusskreuzfahrtbetreiber bei grenzüberschreitenden Reisen dar. Im zweiten Kapitel werden die theoretischen Grundlagen der Umsatzsteuer und die typischen Leistungen im Zusammenhang mit Flusskreuzfahrten beleuchtet.
Das dritte Kapitel befasst sich eingehend mit den umsatzsteuerlichen Ermessens- und Gestaltungsspielräumen, die sich im Rahmen des Routings und Pricings für deutsche Flusskreuzfahrtbetreiber ergeben. Insbesondere werden das Abgangshafenprinzip, die Margenbesteuerung von Reiseleistungen und die Frage des Flussschiffs als Betriebsstätte detailliert analysiert.
Schlüsselwörter
Flusskreuzfahrt, Umsatzsteuer, Mehrwertsteuersystemrichtlinie, Abgangshafenprinzip, Margenbesteuerung, Betriebsstätte, Gestaltungsspielräume, Ermessensspielräume, grenzüberschreitende Reisen, EU-Recht.
Häufig gestellte Fragen
Welche umsatzsteuerlichen Besonderheiten gibt es bei Flusskreuzfahrten?
Bei grenzüberschreitenden Flusskreuzfahrten müssen Betreiber komplexe Regelungen zur Ortsbestimmung der Leistung, zum Abgangshafenprinzip und zur Margenbesteuerung beachten.
Was besagt das Abgangshafenprinzip?
Es dient zur Bestimmung des Ortes einer Leistung. Unterbrechungen durch Zwischenaufenthalte im Drittland oder die Bildung von Streckenabschnitten können hierbei Gestaltungsspielräume eröffnen.
Wann wird ein Flussschiff als Betriebsstätte fingiert?
Die Betriebsstättenfingierung tritt ein, wenn bestimmte Leistungen an Bord erbracht werden. Dies hat Auswirkungen darauf, in welchem Land die Umsatzsteuer abzuführen ist.
Was ist die Margenbesteuerung bei Reiseleistungen?
Hierbei wird nicht der volle Reisepreis besteuert, sondern nur die Differenz (Marge) zwischen dem Preis, den der Kunde zahlt, und den Kosten für eingekaufte Vorleistungen.
Welche Rolle spielt das Routing für die Steuerbelastung?
Durch eine geschickte Routenplanung (Routing) können Betreiber Ermessensspielräume nutzen, um die Umsatzsteuerbelastung im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften zu optimieren.
- Quote paper
- Tobias Gross (Author), 2018, Umsatzsteuerliche Besonderheiten bei deutschen Betreibern von grenzüberschreitenden Flusskreuzfahrten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/388729