Diese Arbeit nimmt eine Lücke zwischen der Kinder- und Jugendhilfe und den psychiatrischen Angeboten für Kinder und Jugendliche an. Diese Lücke, so der Autor, gilt es mithilfe der psychoanalytischen Pädagogik zu füllen. Es wird erläutert, warum Hilfen zur Erziehung auf die psychiatrischen Bedarfe ihrer KlientInnen eingehen müssen und wie sie dies mithilfe der psychoanalytischen Pädagogik auf konzeptioneller sowie alltäglicher, pädagogischer Ebene erreichen können.
Das Ziel der Arbeit besteht darin, aufzudecken, auf welchen Wegen psychoanalytische Pädagogik einen Beitrag in der Kinder- und Jugendhilfe leisten kann. Dabei stellt sich heraus, dass die Möglichkeiten vielseitig und individuell an den Bedarfen der Einrichtung bzw. der AdressatInnen anpassbar sind. Die lebensweltorientierte Grundlage dieses Arbeitsbereichs wird vor allem in intensiven therapeutischen Einrichtungen verlassen, während sich die Ansätze ansonsten teilweise sogar zu ergänzen scheinen.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- 1.0 Kinder- und Jugendhilfe
- 1.1 Hilfen zur Erziehung und gesetzliche Grundlagen
- 1.1.1 Erziehungsberatung nach §28 SGB VIII
- 1.1.2 Erziehung in Tagesgruppen nach §32 SGB VIII
- 1.1.3 Heimerziehung nach §34
- 1.2 Lebensweltorientierung
- 1.2.1 Fünf Grundpfeiler der Lebensweltorientierung
- 1.2.2 Lebenswelt
- 1.2.3 Relevanz für die Praxis Sozialer Arbeit
- 2.0 Psychoanalytische Pädagogik
- 2.1 Geschichte der Psychoanalytischen Pädagogik
- 2.2 Was ist psychoanalytische Pädagogik?
- 2.3 Theorien und Methoden
- 2.3.1 Ich-Psychologie nach Redl
- 2.3.2 Übertragungen und Gegenübertragungen und szenisches Verstehen
- 2.3.3 Containment
- 2.3.4 Supervision
- 2.3.5 Milieutherapie
- 2.3.6 Psychoanalytische Pädagogik als „Art des Ich-Seins“ (Bittner 2009)
- 3.0 Anwendung der psychoanalytischen Pädagogik auf die Hilfen zur Erziehung
- 3.1 Erziehungsberatung
- 3.2 Erziehung in einer Tagesgruppe
- 3.3 Heimerziehung
- 3.4 Möglichkeiten psychoanalytischer Pädagogik
- 3.5 Lebensweltorientierung und psychoanalytische Pädagogik
- 3.6 Personelle und konzeptionelle Überlegungen bei der Umsetzung psychoanalytisch-pädagogischer Methoden
- 4.0 Fazit
- Abstract
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Bachelor-Arbeit untersucht die Möglichkeiten der psychoanalytischen Pädagogik im Kontext der Kinder- und Jugendhilfe. Sie beleuchtet die Herausforderungen, die Kinder und Jugendliche mit besonderen Bedürfnissen in der aktuellen Hilfestruktur erfahren, und analysiert, ob die psychoanalytische Pädagogik einen Lösungsansatz bietet.
- Die Anwendung der psychoanalytischen Pädagogik in nicht-therapeutischen Einrichtungen.
- Die Integration der psychoanalytischen Pädagogik in bestehende Konzepte der Kinder- und Jugendhilfe, insbesondere der Lebensweltorientierung.
- Die konzeptionellen und personellen Voraussetzungen für die erfolgreiche Implementierung psychoanalytisch-pädagogischer Methoden.
- Die Herausforderungen und Chancen der psychoanalytischen Pädagogik im Umgang mit Kindern und Jugendlichen mit psychischen Störungen und Verhaltensauffälligkeiten.
Zusammenfassung der Kapitel
Die Arbeit beginnt mit einer Einführung in das Feld der Kinder- und Jugendhilfe, wobei ein Schwerpunkt auf den Hilfen zur Erziehung liegt. Es werden die gesetzlichen Grundlagen und die verschiedenen Formen der Hilfen zur Erziehung vorgestellt, sowie die Bedeutung der Lebensweltorientierung als Leitprinzip für die Praxis. Im zweiten Kapitel wird die psychoanalytische Pädagogik als Konzept und ihre wichtigsten theoretischen und methodischen Ansätze beleuchtet.
Kapitel 3 widmet sich der Anwendung der psychoanalytischen Pädagogik auf die Hilfen zur Erziehung. Es werden verschiedene Bereiche, wie die Erziehungsberatung, Tagesgruppen und Heimerziehung, betrachtet und die Möglichkeiten der psychoanalytischen Pädagogik in diesen Kontexten analysiert. Die Arbeit setzt sich mit der Frage auseinander, wie die psychoanalytische Pädagogik mit der Lebensweltorientierung in Einklang gebracht werden kann und welche personellen und konzeptionellen Voraussetzungen für ihre Umsetzung notwendig sind.
Schlüsselwörter
Die Arbeit fokussiert sich auf die Bereiche Kinder- und Jugendhilfe, Hilfen zur Erziehung, Lebensweltorientierung, psychoanalytische Pädagogik, Ich-Psychologie, Übertragung, Gegenübertragung, Containment, Supervision, Milieutherapie und die Herausforderungen der Unterstützung von Kindern und Jugendlichen mit besonderen Bedürfnissen.
Häufig gestellte Fragen
Was ist psychoanalytische Pädagogik?
Psychoanalytische Pädagogik nutzt Erkenntnisse der Psychoanalyse für pädagogische Arbeitsfelder. Sie betrachtet unbewusste Prozesse in der Erziehung und zielt darauf ab, Kinder mit besonderen psychischen Bedarfen besser zu verstehen.
Wie hilft psychoanalytische Pädagogik in der Kinder- und Jugendhilfe?
Sie schließt die Lücke zwischen Jugendhilfe und Psychiatrie, indem sie pädagogische Fachkräfte befähigt, professionell auf Verhaltensauffälligkeiten und psychische Störungen zu reagieren.
Was bedeuten Übertragung und Gegenübertragung in der Pädagogik?
Diese Konzepte beschreiben, wie Gefühle und Erwartungen zwischen Kind und Pädagoge unbewusst übertragen werden. Das Verständnis dieser Dynamiken ist zentral für das "szenische Verstehen".
Was ist "Containment"?
Containment beschreibt die Fähigkeit des Pädagogen, schwierige Emotionen des Kindes aufzunehmen, zu verarbeiten und in einer "verdaubaren" Form zurückzugeben, um das Kind zu entlasten.
Kann psychoanalytische Pädagogik in Heimen angewendet werden?
Ja, die Arbeit untersucht konkret die Anwendung in der Heimerziehung, in Tagesgruppen und in der Erziehungsberatung als Ergänzung zur Lebensweltorientierung.
- Quote paper
- Manuel Stoewe (Author), 2017, Psychoanalytische Pädagogik im Kontext der Kinder- und Jugendhilfe, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/387965