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Der Völkermord in Ruanda. Ein Scheiterten von UNAMIR I / UNAMIR II?

Titel: Der Völkermord in Ruanda. Ein Scheiterten von UNAMIR I / UNAMIR II?

Hausarbeit , 2016 , 26 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Dennis Weishaar (Autor:in)

Politik - Region: Afrika
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit setzt mit der Frage auseinander, ob und in wie weit UNAMIR I/UNAMIR II zur Prävention und Eindämmung des Völkermordes in Ruanda beitrugen.

Mit dem Tod des damaligen ruandischen Präsidenten und Angehörigen der Hutu Juvénal Ha-byarimana am 6. April 1994 begann der Genozid in Ruanda, welcher bis Mitte Juli des selben Jahres andauerte und mehr als eine halbe Millionen Opfer forderte. Hierbei ermordeten vor allem Angehörige des ruandischen Militärs sowie Milizen, welche beide der Gruppe der Hutu Ruandas zuzuordnen waren, einen Großteil der ruandischen Tutsi. Der Völkermord endete jedoch mit einem Sieg der Truppen der „Ruandisch Patriotischen Front (RPF)“, welche sich überwiegend aus zuvor ins Ausland geflohenen Tutsi zusammensetzte, zumal diese sukzessiv die Hutu-Kämpfer zurückschlagen konnten.

Bereits Monate und auch Jahre zuvor gab es Indikatoren, wie bspw. die Errichtung von Waffenlagern oder die von einigen Medien betriebene Anti-Tutsi Propaganda, die das Aufkom-men des Genozids ankündigten. Gemäß der seit 1951 gültigen UN-Völkermordkonvention hätte die internationale Staatengemeinschaft, vor allem die Vertragsparteien dieses Übereinkommens, bereits im Vorfeld adäquate Gegenmaßnahmen ergreifen müssen, da aufgrund der getöteten und verletzten Tutsi sowie der massiven Vorbereitungen des Genozids ein Verstoß gegen Art. II bzw. Art. III des genannten Übereinkommens vorlag. Um analysieren zu können, in wie weit den UN und den von ihr entsandten Truppen eine Mitschuld an den damaligen Ereignissen zukommt, gilt es im Hauptteil dieser Ausarbeitung die Forschungsfrage „Warum konnten UNAMIR I/UNAMIR II als zentrale Eingriffe der VN in Ruanda nicht das Aufkommen und den Verlauf des Völkermords verhindern?“ zu beantworten.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Ruanda: Kulturelle und historische Daten

3. Die theoretischen und rechtlichen Grundlagen

3.1 Völkermord und Verantwortung der UN

3.2 Legitimationsbasis von UN-Missionen

3.3 Betrachtung unter neorealistischer Perspektive

4. UNAMIR I

4.1 Mandat und Aufgaben

4.2 Ignorieren früher Indikatoren

4.3 UNAMIR I während des Völkermords

5. UNAMIR II

5.1 Mandat und Aufgaben

5.2 Kritik an der Mission

6. Fazit

7. Literatur

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht das Versagen der UN-Missionen UNAMIR I und UNAMIR II bei der Verhinderung des Völkermords in Ruanda im Jahr 1994. Dabei wird analysiert, inwieweit das UN-Sekretariat, der UN-Sicherheitsrat sowie die involvierten Mitgliedsstaaten eine Mitschuld an der Eskalation tragen, unter Berücksichtigung neorealistischer Theorien zur internationalen Politik.

  • Analyse der historischen und kulturellen Hintergründe des Konflikts in Ruanda
  • Untersuchung der rechtlichen Grundlagen von UN-Friedensmissionen und der Völkermordkonvention
  • Evaluation des Versagens bei der Frühwarnung und dem Eingreifen vor und während des Genozids
  • Kritische Würdigung des Mandats und der operativen Umsetzung von UNAMIR I und UNAMIR II
  • Überprüfung der neorealistischen Erklärungsmuster für staatliches Handeln in der internationalen Sicherheitspolitik

Auszug aus dem Buch

4.2 Ignorieren früher Indikatoren

Im Bereich ruandischer Medien der 1990er Jahre trugen vor allem die Zeitung Kangura sowie die Radiostation „Radio-Télévision Libre des Milles Collines (RTLM)“ durch ihre von vielen Hutu unterstützte systematische „Anti-Tutsi“-Berichterstattung wesentlich zur Entstehung des Völkermords bei. Erstere veröffentliche so bspw. die „Ten Commandments of the Bahutu“, nach welchen sämtliche Hutu von persönlichen und geschäftlichen Beziehungen zu Tutsi Abstand nehmen sollten, zumal sie alle Feinde der Hutu seien. Die Radiostation RTLM fungierte sogar als Sprachrohr führender Hutu wie Habyarimana und dessen Partei MRND, wobei diese Tatsache nichts an der Tutsi-Feindlichkeit der medial verbreiteten Botschaften änderte. In Mitteillungen RTLMs wurde so häufig behauptet, dass den Tutsi zu viel Macht und Wohlstand zukommen würde oder sie fremder Herkunft seien, womit sie im Gegensatz zu den Angehörigen der Hutu keine Rechte hätten, sich Bürger Ruandas zu nennen. Die von Hutu-Kräften gesteuerte RTLM betrieb jedoch aufgrund der kolonialen Vorgeschichte Ruandas ebenfalls Propaganda gegen die unter UNAMIR I stationierten belgischen Peacekeeper.

Trotz Warnungen über die Verbreitung solcher Meldungen von Seiten Roméo Dallaires, dem Kommandeur der UNAMIR I-Truppen, oder des in Ruanda stationierten belgischen Militärnachrichtendienstes blieben Gegen- bzw. Unterstützungsmaßnahmen des UN-Sicherheitsrates und des UN-Sekretariats aus, weswegen Medien wie RTLM auch noch während des Völkermords Hasspropaganda verbreiten konnten. Auch Anträge Dallaires über die Bereitstellung von Radiotechnik, um die Peacekeeping-Absichten UNAMIRs der Bevölkerung Ruandas näherbringen zu können, wurden vom UN-Sekretariat zurückgewiesen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des ruandischen Völkermords ein und stellt die zentrale Forschungsfrage zum Versagen von UNAMIR I/II.

2. Ruanda: Kulturelle und historische Daten: Dieses Kapitel erläutert die kolonialen Wurzeln und die gesellschaftlichen Spannungen zwischen Hutu und Tutsi, die den Bürgerkrieg und späteren Genozid begünstigten.

3. Die theoretischen und rechtlichen Grundlagen: Es werden die rechtliche Definition von Völkermord, die Mandatierung von UN-Missionen sowie neorealistische Theorien der internationalen Beziehungen dargelegt.

4. UNAMIR I: Dieses Kapitel analysiert das Mandat, die Ignoranz gegenüber Vorwarnungen sowie das operative Agieren von UNAMIR I während des Völkermords.

5. UNAMIR II: Der Fokus liegt hier auf dem Mandat und der Kritik an der Mission UNAMIR II, deren Aufstockung massiv verzögert wurde.

6. Fazit: Das Fazit resümiert, dass das Scheitern der UN-Missionen sowohl auf mangelnde politische Unterstützung der Mitgliedsstaaten als auch auf bürokratisches Versagen und Fehlinformationen durch das Sekretariat zurückzuführen ist.

7. Literatur: Verzeichnis der verwendeten Quellen und wissenschaftlichen Publikationen zur Erarbeitung der Thematik.

Schlüsselwörter

Ruanda, Völkermord, UNAMIR I, UNAMIR II, Vereinte Nationen, UN-Sicherheitsrat, Peacekeeping, Genozid, Hutu, Tutsi, Neorealismus, Boutros-Ghali, Roméo Dallaire, internationale Sicherheit, Konfliktmanagement

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Rolle der Vereinten Nationen und ihrer Missionen UNAMIR I und II während des Völkermords in Ruanda im Jahr 1994.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Schwerpunkte liegen auf der historischen Genese des Konflikts, der rechtlichen Verantwortung der UN, der Analyse politischer Entscheidungswege und der neorealistischen Interpretation staatlicher Interessen.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage lautet: „Warum konnten UNAMIR I/UNAMIR II als zentrale Eingriffe der VN in Ruanda nicht das Aufkommen und den Verlauf des Völkermords verhindern?“

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit nutzt eine politikwissenschaftliche Analyse, insbesondere unter Anwendung des Neorealismus, um das Handeln staatlicher Akteure und internationaler Organisationen zu bewerten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden die theoretischen Grundlagen, die operativen Einsätze von UNAMIR I und II sowie die Gründe für das Ausbleiben adäquater Unterstützungsmaßnahmen detailliert untersucht.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Ruanda, Völkermord, UNAMIR, Peacekeeping, UN-Sicherheitsrat und Neorealismus.

Welche Rolle spielte das sogenannte „Genocide Fax“?

Es war ein entscheidendes Dokument von Roméo Dallaire an das UN-Sekretariat, das vor Waffenverstecken und konkreten Vorbereitungen zum Genozid warnte, jedoch vom Sekretariat weitgehend ignoriert wurde.

Warum konnte die Mandatierung von UNAMIR II nicht schnell umgesetzt werden?

Die Verzögerung war primär auf die Angst der ständigen Mitglieder des Sicherheitsrats vor einem „zweiten Somalia“ und auf spekulative Bedenken bezüglich der Zweckentfremdung von Ausrüstung durch afrikanische Truppen zurückzuführen.

Ende der Leseprobe aus 26 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Der Völkermord in Ruanda. Ein Scheiterten von UNAMIR I / UNAMIR II?
Hochschule
Universität Trier
Note
1,7
Autor
Dennis Weishaar (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2016
Seiten
26
Katalognummer
V387445
ISBN (eBook)
9783668614833
ISBN (Buch)
9783668614840
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Ruanda Völkermord UN Verantwortung United Nations Assistance Mission for Rwanda
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Dennis Weishaar (Autor:in), 2016, Der Völkermord in Ruanda. Ein Scheiterten von UNAMIR I / UNAMIR II?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/387445
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Leseprobe aus  26  Seiten
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