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Identität und Stigmatisierung. Das Beispiel HIV / AIDS

Die Auswirkungen von Stigmatisierung auf die Anerkennung und damit auf die Identität von sowohl stigmatisierten als auch stigmatisierenden Individuen

Title: Identität und Stigmatisierung. Das Beispiel HIV / AIDS

Term Paper (Advanced seminar) , 2013 , 23 Pages , Grade: 1,5

Autor:in: Jeff Mannes (Author)

Sociology - Relationships and Family
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Diese Arbeit möchte der Frage nachgehen, wie sich Stigmatisierung auf Anerkennung und auf die Identität (sowie die Wahrnehmung von Identität) auswirkt. Dabei soll nicht nur untersucht werden, was diese Form von Unterdrückung bei einer stigmatisierten Gruppe, sondern auch, was sie bei der stigmatisierenden Gruppe - also der Gruppe, die die Stigmatisierung ausübt - bewirkt. Dies soll exemplarisch am Beispiel von Menschen mit HIV untersucht werden.

Dabei hat diese Arbeit nicht nur theoretische Ziele, sondern auch praktische. Das Verständnis für die Weise, wie ein Stigma Einfluss auf Individuen und Gruppen nimmt, ist nicht nur wichtig für die Verbesserung der Lebenssituation der Betroffenen, sondern auch für ein effektiveres Auflösen dieser Stigmatisierung in der Gesamtgesellschaft. Am Beispiel von HIV kann deutlich werden, welchen dramatischen Einfluss eine Stigmatisierung haben kann.

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Inhaltsverzeichnis

1. Stigmatisierung - Ein wichtiges Thema der Sozialforschung

2. Stigma, Identität und Anerkennung

2.1. “Wir” vs. “sie”

2.2. Stigma und seine Auswirkungen auf Identität und Anerkennung

2.3. Das Beispiel HIV/AIDS

3. Eine offene Diskussionskultur?

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die soziologischen Auswirkungen von Stigmatisierung auf die Identität und Anerkennung von stigmatisierten sowie stigmatisierenden Individuen, wobei das Beispiel von HIV und AIDS als zentraler Fall dient.

  • Analyse soziologischer Dynamiken von Stigmatisierung und Machtgefällen.
  • Untersuchung des Mensch-Tier-Dualismus als Legitimationsgrundlage für Ausgrenzung.
  • Erforschung der psychologischen Mechanismen von Identitätskonstruktion und internalisierter Unterdrückung.
  • Reflektion über die gesellschaftliche Moralisierung von Sexualität und deren Einfluss auf Präventionsarbeit.

Auszug aus dem Buch

2.2. Stigma und seine Auswirkungen auf Identität und Anerkennung

“Träger eines Stigmas leben ein schweres Leben: sie werden angelehnt, verbreiten Unbehagen, lösen Beklemmung aus bei den Gesunden, gefährden deren eigenes, zerbrechliches Normal-Ich, soweit der Defekt für jeden erkennbar ist. Andere, mit geheimerem Stigma belastet, müssen verleugnen, täuschen, spielen, um weiterhin als normal zu gelten; sie leben in Angst vor Entdeckung und Isolierung. Einsam sind beide.”

- Tilmann Moser

Bevor wir uns näher mit den Auswirkungen von Stigmatisierung beschäftigen, ist es wichtig, genau zu detaillieren, was ein Stigma darstellt. Goffman definiert Stigma als “eine Eigenschaft .., die zutiefst diskreditierend ist”. Kurz gesagt ist derjenige stigmatisiert, der auf unerwünschte Weise von etwas abweicht, das antizipiert oder erwartet wurde. Diejenigen, die die Erwartungen erfüllen, werden als “Normale” bezeichnet.

Nicht nur Goffman greift auf diesen Begriff zurück. Auch in der Gesellschaft wurden lange Zeit oder werden auch noch heute diejenigen als “normal” bezeichnet, die diese Erwartungen erfüllen, wobei schon allein durch den Sprachgebrauch eine Art Stigmatisierung geschieht. Wer zum Beispiel nicht homosexuell ist, wird teilweise heute noch als “normal”, anstatt als heterosexuell bezeichnet. Die Sozialpsychologin Melanie Joy legte dar, dass es sich dabei um einen sozial-kognitiven Abwehrmechanismus handelt, der nahezu bei allen unterdrückenden und/oder gewaltvollen Ideologien besteht.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Stigmatisierung - Ein wichtiges Thema der Sozialforschung: Dieses Kapitel führt in die Thematik ein und erläutert das Ziel der Arbeit, die wechselseitigen Effekte von Stigmatisierung auf betroffene und ausübende Gruppen am Beispiel von HIV zu untersuchen.

2. Stigma, Identität und Anerkennung: Hier werden theoretische Grundlagen zu Stigmatisierungsprozessen, dem Machtverhältnis zwischen gesellschaftlichen Gruppen und der Identitätskonstruktion im Kontext von Goffmans Theorie und dem Mensch-Tier-Dualismus diskutiert.

2.1. “Wir” vs. “sie”: Dieses Kapitel analysiert die philosophische Trennung zwischen Natur und Kultur und wie diese als Basis für die Abwertung und Unterdrückung bestimmter Menschengruppen dient.

2.2. Stigma und seine Auswirkungen auf Identität und Anerkennung: Diese Sektion detailliert die verschiedenen Stigma-Typen nach Goffman und beschreibt, wie Identitätsstandards und Informationsmanagement das Leben von stigmatisierten Individuen beeinflussen.

2.3. Das Beispiel HIV/AIDS: Dieses Kapitel überträgt die theoretischen Erkenntnisse auf das Fallbeispiel HIV/AIDS und zeigt, wie soziale Stigmatisierung und die moralische Bewertung von Sexualpraktiken die Lebenssituation der Betroffenen erschweren.

3. Eine offene Diskussionskultur?: Das abschließende Kapitel reflektiert die Notwendigkeit, gesellschaftliche Stigmata und die moralisierende Sichtweise auf Sexualität zu überwinden, um eine diskriminierungsfreie Prävention zu ermöglichen.

Schlüsselwörter

Stigmatisierung, Identität, Anerkennung, HIV, AIDS, Soziologie, Mensch-Tier-Dualismus, Diskriminierung, Sexualität, Goffman, internalisierte Unterdrückung, Machtgefälle, Identitätskonstruktion, Prävention.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die soziologischen und psychologischen Auswirkungen von Stigmatisierung auf die Identität sowohl der stigmatisierten als auch der stigmatisierenden Individuen.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zu den Schwerpunkten zählen die Entstehung von Machtgefällen durch Stigmatisierung, theoretische Konzepte zur Identitätsbewältigung bei Stigmata sowie die gesellschaftliche Wahrnehmung von HIV und AIDS.

Was ist die primäre Forschungsfrage des Autors?

Die Arbeit untersucht, wie sich Stigmatisierung – exemplifiziert am Beispiel von HIV und AIDS – auf die Anerkennung und damit auf die Identitätsbildung verschiedener gesellschaftlicher Gruppen auswirkt.

Welche theoretische Methode wird in der Arbeit verwendet?

Es handelt sich primär um eine theoretische Arbeit, die stark auf den soziologischen Vorarbeiten von Erving Goffman sowie auf sozialwissenschaftlichen Analysen des Mensch-Tier-Dualismus (u.a. von Birgit Mütherich) basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit thematisiert?

Der Hauptteil behandelt die Entstehung von Stigmatisierung durch soziale Dualismen ("Wir" vs. "Sie"), die Techniken des Informationsmanagements stigmatisierter Individuen sowie die spezifische Stigmatisierung im Kontext von Sexualität und HIV.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Stigmatisierung, Identität, Anerkennung, Mensch-Tier-Dualismus, Diskriminierung sowie eine kritische Auseinandersetzung mit der moralisierenden Präventionsarbeit.

Warum wird im Buch das Beispiel HIV/AIDS gewählt?

Das Beispiel HIV/AIDS dient als illustrativer Fall, um zu verdeutlichen, wie Stigmatisierung zu einer lebensgefährlichen Belastung und sozialer Ausgrenzung führen kann, da sie oft fälschlicherweise als selbstverschuldet wahrgenommen wird.

Was besagt die Theorie der „internalisierten Unterdrückung“ in dieser Arbeit?

Sie beschreibt, wie stigmatisierte Individuen die negativen Bilder, die die Gesellschaft von ihnen entwirft, verinnerlichen und diese teilweise zu ihrem eigenen Identitätsbild machen, was zu Scham und Selbstabwertung führt.

Welche Rolle spielt die Tiermetapher bei der Stigmatisierung?

Die Arbeit erläutert, dass die Zuweisung von tierischen Attributen (wie Triebhaftigkeit oder Instinkt) an unterdrückte Gruppen dazu dient, Gewaltstrukturen zu rechtfertigen und die Gruppe als das „Fremde“ und „Unvernünftige“ auszugrenzen.

Welche Schlussfolgerung zieht der Autor zur Diskussionskultur?

Der Autor fordert eine grundlegende Änderung des gesellschaftlichen Verhältnisses zur Sexualität, da eine moralisierende Betrachtungsweise die Kultur des Schweigens fördert und damit sowohl die Betroffenen stigmatisiert als auch die Wirksamkeit von Präventionsmaßnahmen mindert.

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Details

Title
Identität und Stigmatisierung. Das Beispiel HIV / AIDS
Subtitle
Die Auswirkungen von Stigmatisierung auf die Anerkennung und damit auf die Identität von sowohl stigmatisierten als auch stigmatisierenden Individuen
College
University of Trier
Grade
1,5
Author
Jeff Mannes (Author)
Publication Year
2013
Pages
23
Catalog Number
V387080
ISBN (eBook)
9783668613966
ISBN (Book)
9783668613973
Language
German
Tags
HIV AIDS Stigma Stigmatisierung Identität Anerkennung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jeff Mannes (Author), 2013, Identität und Stigmatisierung. Das Beispiel HIV / AIDS, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/387080
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