Während der dreijährigen Berufsausbildung in der Gesundheits- und Krankenpflege ist es hinsichtlich der Digitalisierung des Berufsfeldes wichtig, einen second level digital divide zu verhindern und homogene Arbeitsmarktchancen für examinierte Pflegekräfte zu ermöglichen. Ausbildung darf nicht zu einer Spaltung hinsichtlich medialer Kompetenzunterscheide führen, die dann über einen Arbeitsplatz in der digitalen Pflege entscheidet. Daher soll dieser Hausarbeit folgende Forschungsfrage zugrunde liegen: Inwieweit kann second level digital divide in der Berufsausbildung vermindert werden, um Auszubildenden homogene Berufschancen zu ermöglichen?
Im Rahmen der Hausarbeit wird dazu in Kapitel zwei die Kapitaltheorie von Bourdieu, die Habitustheorie sowie der soziale Raum erörtert. Anhand dieser theoretisch fundierten Grundlage werden in Kapitel drei milieuspezifische Nutzungspräferenzen des Internets aufgezeigt. Im darauffolgenden Kapitel vier wird die Heterogenität hinsichtlich Bildungs- und Herkunftsmilieu in der Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflege dargestellt. Daran anschließend soll in Kapitel fünf die Thematik second level digital divide in der Berufsausbildung aufgegriffen werden und anhand der Theorien von Bourdieu und der heterogenen Situation bezogen auf die Auszubildenden erläutert werden. Dazu wird zunächst eine Begriffsdefinition vorgenommen und der Begriff second level digital divide erklärt. Weiterhin wird die Auswirkung der digitalen Spaltung auf die Berufsausbildung dargestellt und aufgezeigt, ob und inwieweit eine digitale Spaltung vermindert werden kann.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Bourdieu-Theorie der sozialen Ungleichheit
- Kapitaltheorie
- Habitus
- Sozialer Raum und soziale Klasse
- Milieuspezifische Nutzungspräferenzen des Internets
- Heterogenität in der Berufsausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflege
- second level digital divide in der Berufsausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflege
- second level digital divide
- Auswirkungen auf die Berufsausbildung
- Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Hausarbeit untersucht den Einfluss des "second level digital divide" auf die Berufsausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflege. Ziel ist es, die Herausforderungen dieser digitalen Spaltung hinsichtlich der Nutzungskompetenz des Internets zu analysieren und Möglichkeiten aufzuzeigen, wie sie in der Ausbildung minimiert werden kann, um allen Auszubildenden homogene Berufschancen zu ermöglichen.
- Analyse der Kapitaltheorie von Pierre Bourdieu als Grundlage für die Untersuchung sozialer Ungleichheit
- Erörterung milieuspezifischer Nutzungspräferenzen des Internets im Kontext der digitalen Spaltung
- Darstellung der Heterogenität in der Berufsausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflege, insbesondere hinsichtlich Bildungs- und Herkunftsmilieu
- Definition und Analyse des "second level digital divide" und dessen Auswirkungen auf die Ausbildung
- Exploration von Strategien zur Reduzierung des "second level digital divide" in der Berufsausbildung, um eine gerechte Teilhabe am digitalen Arbeitsmarkt zu gewährleisten
Zusammenfassung der Kapitel
Die Hausarbeit beginnt mit einer Einleitung, die die Relevanz der Digitalisierung im Gesundheits- und Pflegebereich beleuchtet und die Forschungsfrage formuliert. Kapitel zwei stellt die Kapitaltheorie von Pierre Bourdieu vor, die das Verständnis sozialer Ungleichheiten und deren Auswirkungen auf die digitale Spaltung im Bildungsbereich ermöglicht. In Kapitel drei werden milieuspezifische Nutzungspräferenzen des Internets im Kontext des "second level digital divide" aufgezeigt. Kapitel vier beleuchtet die Heterogenität in der Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflege, indem es den Einfluss von Bildungs- und Herkunftsmilieu auf die digitale Kompetenz von Auszubildenden analysiert. In Kapitel fünf wird der "second level digital divide" definiert und seine Auswirkungen auf die Berufsausbildung diskutiert. Es werden zudem Ansätze zur Reduzierung der digitalen Spaltung in der Ausbildung vorgestellt, um allen Auszubildenden gleiche Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu ermöglichen.
Schlüsselwörter
Second level digital divide, soziale Ungleichheit, Kapitaltheorie, Bourdieu, Milieuspezifische Internetnutzung, Heterogenität, Berufsausbildung, Gesundheits- und Krankenpflege, digitale Kompetenzen, Berufschancen, Ausbildung
Häufig gestellte Fragen
Was ist der "Second Level Digital Divide"?
Im Gegensatz zum ersten Divide (Zugang zu Technik) beschreibt der zweite Level die Unterschiede in der Nutzungskompetenz und der Art und Weise, wie digitale Medien für den Erfolg eingesetzt werden.
Warum ist digitale Kompetenz in der Pflegeausbildung wichtig?
Die Digitalisierung im Gesundheitswesen (E-Health, Dokumentationssysteme) erfordert, dass alle Pflegekräfte sicher mit digitalen Werkzeugen umgehen können, um gleiche Karrierechancen zu haben.
Wie beeinflusst die soziale Herkunft die Internetnutzung?
Nach Bourdieus Kapitaltheorie prägt das soziale Milieu den Habitus. Dies führt dazu, dass das Internet je nach Herkunft eher zur Unterhaltung oder gezielt zur Informationsbeschaffung und Bildung genutzt wird.
Wie kann die digitale Spaltung in der Ausbildung vermindert werden?
Durch gezielte Förderung von Medienkompetenz im Lehrplan und die Bereitstellung gleicher Lernressourcen können Kompetenzunterschiede ausgeglichen werden.
Welche Rolle spielt der soziale Raum in der Berufsausbildung?
Der soziale Raum bestimmt die Startbedingungen der Auszubildenden. Eine heterogene Schülerschaft benötigt differenzierte pädagogische Ansätze, um Bildungsgerechtigkeit herzustellen.
- Quote paper
- Ilka-Maria Watermann (Author), 2017, Heterogenität in der Berufsausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflege, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/383438