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Der Arbeiter im 'Arbeiter- und Bauernparadies'

Titel: Der Arbeiter im 'Arbeiter- und Bauernparadies'

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2005 , 27 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Stephanie Muser (Autor:in)

Didaktik - Geschichte
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Hausarbeit setzt sich mit der Rolle des Arbeiters in der DDR auseinander. Die Arbeit und der Arbeiter nahmen im kollektiven Selbstverständnis der DDR eine zentrale Bedeutung ein. „Stärker noch als die westliche Gesellschaft war die DDRGesellschaft eine (erwerbs)arbeitszentrierte, in der der einzelne nur als „arbeitenden Mensch“ Bedeutung hatte.“ Die Funktion der Arbeit richtete sich ideologische auf Fortbestand der DDR. Arbeit war laut der DDR- Gesetzgebung Recht und Pflicht eines jeden Bürgers. „Die wichtigste und auch edelste Sache im Leben ist die nutzbringende Arbeit zum Wohle aller.“ Arbeitslosigkeit wurde politische verboten und führte in der Praxis oftmals zu formalen Beschäftigungsverhältnissen. Die DDR, als sogenannter Arbeiter- und Bauernstaat, sprach vor den Arbeitern eine gesonderte Position zu. Sie sollten die wirtschaftliche, soziale und politische Führung des Staates übernehmen. Aufgrund der starken Heroisierung und Idealisierung des Arbeiters wurde mit unterschiedlichen Mitteln versucht, seine Position zu festigen. Trotz des dargestellten Idealbildes setzte sich der Alltag der Arbeiter in den Betrieben von dem propagiertem Bild ab. Das sogenannte Arbeiter- und Bauernparadies erwies sich nicht als das versprochene Ideal, sondern eher als eine Utopie. Im Rahmen dieser Hausarbeit soll diese Zwiespältigkeit der Rolle des Arbeiters bearbeitet werden. Unter Zwiespältigkeit lässt sich in der Hinsicht der Unterschied zwischen propagiertem Ideal und der realen Umsetzung verstehen. Um diesen Sachverhalt zu verdeutlichten, soll damit begonnen zu werden, den Begriff des Arbeiters in der DDR zu definieren. Dabei wird betont, dass die festgelegte Definition, den Begriff des Arbeiters sehr ausdehnt. Der Zusammenschluss aller Arbeiter zur Arbeiterklasse der politisch und wirtschaftlichen Führungsmacht ist nur ein Indiz der Idealisierung. In der Praxis wurden vielfältige Methoden angewandt, die ihre Rolle festigen sollten. Die reichten von der Darstellung in allen Bereichen der Kunst, über Literatur bis hin zu ständigen Auszeichnungen. [...]

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Sachanalyse- Der Arbeiter im Arbeiter und Bauernstaat

2.1 Zur Begrifflichkeit Arbeiter

2.2 Die DDR-Arbeiterklasse als Synonym für die gesamte Arbeiterschaft

2.2.1 Klassen- und Schichtstruktur in der DDR im Jahre 1985 (Angaben in Prozent)

2.6 Die theoretische Idealisierung des Arbeiters

2.3 Der Arbeiter in der DDR

2.4 Die Planung als leitender Aspekt des Wirtschaftssystems

2.5 Arbeitskräfte in den Betrieben

2.7 Zur praktischen Durchführung der Idealisierung

2.8 Arbeit in der Schattenwirtschaft

2.9 Die Vereinnahmung der Arbeiter in der Freizeit

3. Didaktische Analyse

3.1 Die DDR Geschichte als didaktisches Problem

3.2 Problemorientierung

3.4 Gegenwartsbezug

3.5 Welche Bedeutung hat das Thema für die Zukunft der Schüler?

3.6 Methodische und mediale Möglichkeiten des Themas

4. Schluss

5. Literatur

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Diskrepanz zwischen dem offiziell propagierten Idealbild des Arbeiters als tragende Kraft des sozialistischen Staates und der realen Lebens- und Arbeitswelt in der DDR. Es wird der Frage nachgegangen, wie sich dieses Spannungsfeld ideologisch festigen sollte und welche Auswirkungen diese Realität auf den Alltag sowie die Freizeit der Menschen hatte.

  • Historische Definition und Idealisierung des Arbeiterbegriffs in der DDR
  • Die Rolle der zentralen Planwirtschaft und ihre Auswirkungen auf den betrieblichen Alltag
  • Formen der praktischen Idealisierung durch Auszeichnungssysteme und kulturelle Vereinnahmung
  • Existenz und Notwendigkeit der Schattenwirtschaft zur Stabilisierung der Lebensverhältnisse
  • Didaktische Konzepte zur Vermittlung dieser historischen Thematik im Schulunterricht

Auszug aus dem Buch

2.7 Zur praktischen Durchführung der Idealisierung

Nicht nur auf der theoretischen Ebene war die DDR bestrebt ihre Arbeiter an die Spitze der Gesellschaft zu hiefen, sondern auch in der praktischen Durchführung. Im Bereich der darstellenden Kunst ließ sich eine enorme Bewegung erkennen. Arbeiter und ihr Umfeld wurden häufig in Bilder, Fotos oder auch Statuetten festgehalten. Was zum Ziel hatte, das Bild des Arbeiters in der Öffentlichkeit zu manifestieren. Es konnte sich ein besondere Kunst herausentwickeln, die versuchte das Leben des Arbeiters auf unterschiedliche Art und Weise festzuhalten.

Auch sollte die Position des Arbeiters durch spezielle Lieder heroisiert werden, die zu unterschiedlichen Anlässen gesungen werden mussten.

Ein anderer Weg der praktischen Idealisierung des Arbeiters in der DDR konnte durch das Auszeichnungswesen vollzogen werden. Das Prämien und Auszeichnungssystem kann als umfassendes und systematisch angewandtes Herrschaftsmittel verstanden werden, welches der moralischen Stimulierung dienen sollte.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Fragestellung ein, wie sich die Rolle des Arbeiters im kollektiven Selbstverständnis der DDR von der tatsächlichen Lebensrealität unterschied.

2. Sachanalyse- Der Arbeiter im Arbeiter und Bauernstaat: Dieses Kapitel analysiert die ideologische Definition des Arbeiters, die Planwirtschaft sowie die praktischen Instrumente der staatlichen Idealisierung, einschließlich des Auszeichnungswesens und der Schattenwirtschaft.

3. Didaktische Analyse: Hier wird diskutiert, wie die DDR-Geschichte im Schulunterricht vermittelt werden kann, wobei die Bedeutung des Gegenwartsbezugs und methodische Ansätze im Vordergrund stehen.

4. Schluss: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit, Schülern den Unterschied zwischen dem propagierten Ideal und der Realität im DDR-Alltag aufzuzeigen.

5. Literatur: Auflistung der für die Arbeit verwendeten Quellen und Forschungsliteratur.

Schlüsselwörter

DDR, Arbeiterklasse, Sozialismus, Planwirtschaft, Idealisierung, Schattenwirtschaft, Arbeitsalltag, Geschichtsdidaktik, Arbeiter- und Bauernstaat, Auszeichnungswesen, DDR-Geschichte, Bildungsauftrag, SED, Volkseigentum, Berufslenkung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Rolle des Arbeiters in der DDR und stellt das staatlich propagierte Idealbild der Arbeiterklasse der realen Arbeits- und Lebenswirklichkeit gegenüber.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den zentralen Themen gehören die ideologische Definition des Arbeiterbegriffs, die Auswirkungen der Planwirtschaft, das staatliche Auszeichnungssystem, die Rolle der Schattenwirtschaft sowie die didaktische Aufarbeitung der DDR-Geschichte im Unterricht.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, die "Zwiespältigkeit" der Rolle des Arbeiters in der DDR aufzuzeigen, indem der Unterschied zwischen dem propagierten Ideal eines Arbeiter- und Bauernparadieses und der realen Umsetzung beleuchtet wird.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Sachanalyse historischer Quellen und gesellschaftspolitischer Strukturen der DDR sowie einer didaktischen Reflexion zur Vermittlung dieser Inhalte.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die ideologische Rolle des Arbeiters, die Arbeitsbedingungen in den Betrieben, die Einbindung der Freizeit in staatliche Strukturen und Methoden zur kritischen Auseinandersetzung im Unterricht.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Arbeiterklasse, Idealisierung, Planwirtschaft, DDR-Geschichte und Geschichtsdidaktik.

Welche Bedeutung hatte der Betrieb in der DDR-Realität?

Der Betrieb war mehr als nur eine Arbeitsstätte; er fungierte als soziales Zentrum, Sozialisations- und Kontrollinstanz und teilweise sogar als Familienersatz für die Arbeitnehmer.

Was war der "Bitterfelder Weg" im Kontext der Arbeiterdarstellung?

Der "Bitterfelder Weg" war ein Versuch der Parteiführung, eine neue staatstreue Künstlergeneration aus der Arbeiterschaft selbst zu entwickeln, wobei der Betrieb als zentrales Motiv der Kunst dienen sollte.

Warum ist laut der Autorin ein Gegenwartsbezug im Unterricht wichtig?

Der Gegenwartsbezug ist notwendig, damit Schüler die historische Auseinandersetzung nicht als abstrakt wahrnehmen, sondern verstehen, wie historische Entwicklungen ihre eigene aktuelle Lebenssituation prägen.

Ende der Leseprobe aus 27 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Der Arbeiter im 'Arbeiter- und Bauernparadies'
Hochschule
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Note
1,0
Autor
Stephanie Muser (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2005
Seiten
27
Katalognummer
V38340
ISBN (eBook)
9783638374316
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Arbeiter Arbeiter- Bauernparadies
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Stephanie Muser (Autor:in), 2005, Der Arbeiter im 'Arbeiter- und Bauernparadies', München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/38340
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Leseprobe aus  27  Seiten
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