Einleitung
Die Religion des Buddhismus ist im Westen hauptsächlich in zwei Ausprägungen, dem
tibetanischen und dem Zenbuddhismus, bekannt. Der Vielfalt dieser Religion ist man sich kaum bewusst.
Besonders trifft dies auf den Buddhismus in Japan zu.
Wenige Werke beschäftigen sich eingehend und ausschließlich mit der Entwicklung und den speziell japanischen Ausprägungen dieser Religion. Diese Arbeit handelt von der sogenannten Tendai-Sekte, ihrem Erscheinen, Werdegang und ihren Einflüssen auf den japanischen Buddhismus.
Wurzeln des Buddhismus
Es ist unumgänglich, auf die Ursprünge des Buddhismus und den Urheber selbst
zurückzublicken, will man die Besonderheiten der japanischen Ausprägungen verstehen.
Der Buddhismus geht auf einen (das Land war kein Einheitsstaat) indischen Königssohn mit Namen Siddharta Gautama zurück. Er wurde um das Jahr 560 vor Christus geboren. Er verließ seine Heimat und entsagte allen weltlichen Ehren und Annehmlichkeiten um sich in Askese und Versenkung den Mysterien menschlicher Existenz zu nähern. Seine Erkenntnis von der vierfachen Wahrheit1 lautet wie folgt:
- Das Leben ist Leiden
- Das Leiden wurzelt in der Begierde
- Nicht zu begehren bedeutet nicht zu leiden, d.h. der Kreislauf der Wiedergeburt ist
durchbrochen
- Dieses Ziel erreicht man mit Hilfe des heiligen, achtteiligen Pfades
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Wurzeln des Buddhismus
Die Anfänge des Buddhismus in Japan
Die Heian-Zeit und das Aufkommen der Tendai-Sekte
Die Lehren der Tendai-Sekte
Die Konsolidierung der Tendai-Sekte
Die Weiterentwicklung der Tendai-Sekte nach Saichos Tod
Die Tendenzen des Buddhismus zwischen der Heian und der Kamakura Zeit
Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die historische Entstehung, die wesentlichen Lehren und die gesellschaftliche sowie religiöse Entwicklung der Tendai-Sekte innerhalb des japanischen Buddhismus, um deren prägenden Einfluss auf die japanische Kultur und Religiosität aufzuzeigen.
- Historische Ursprünge und Verbreitung des Buddhismus in Japan
- Die Rolle von Saicho als Begründer der Tendai-Sekte
- Die philosophischen Kernaspekte und Lehrmethoden der Tendai-Schule
- Der Einfluss der Tendai-Sekte auf nachfolgende buddhistische Schulen
- Die Transformation der Sekte und das Phänomen der Kriegermönche
Auszug aus dem Buch
Die Lehren der Tendai-Sekte
Die T´ien t´ai Sekte entstand in Südchina in den Klöstern auf dem gleichnamigen Berg und geht auf den dritten Patriarchen Chih-i (538-597 n. Chr.) zurück. Die Lehren basieren hauptsächlich auf dem Lotus-Sutra und damit einer der Primärquellen für Buddhas Lehre. Saicho kritisierte die Nara-Schulen unter anderem, da sie sich hauptsächlich auf die zu den Sutren verfassten Kommentare (und damit auf Sekundärquellen) beriefen. Chih-i hatte alle zu seiner Zeit in China bekannten Sutren in fünf Kategorien geordnet und die beinhalteten Lehrmethoden in acht Stufen eingeteilt. Es wird davon ausgegangen, dass der Buddha nach dem Erlebnis der Erleuchtung seine Erkenntnisse auf verschiedene Arten und für verschiedene Gruppen interessierter Schüler gelehrt hat. Diese Ordnung war bzw. ist jedoch ein subjektiv erstelltes System, dass hauptsächlich dazu diente, Chih-is T´ien t´ai Sekte auf ein eigenes Konzept zu stellen und über alle anderen Sekten zu positionieren. Denn das Lotus-Sutra steht natürlich auf der fünften, d.h. höchsten Stufe.
Ein weiterer Kernaspekt der T´ien t´ai Sekte ist die dreifache Wahrheit, als Konzept benannt mit isshin sandai, d.h. ein Gedanke, drei Wahrheiten. Das bedeutet die Erkenntnis, dass alle existierenden Elemente und Erscheinungsformen (dharma) von den jeweiligen, auf sie wirkenden Zusammenhängen und Umständen definiert werden und abhängig sind. Alleine kann keine dieser Formen bestehen und so ist alles eins und eins alles. (Spiegel-Gleichnis von Chih-i).
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung gibt einen Überblick über den Stand des Wissens zum japanischen Buddhismus und stellt die Tendai-Sekte als zentralen Untersuchungsgegenstand vor.
Wurzeln des Buddhismus: Dieses Kapitel erläutert die indischen Ursprünge der Lehre Siddharta Gautamas sowie die Differenzierung in Hinayana- und Mahayana-Buddhismus.
Die Anfänge des Buddhismus in Japan: Es wird die historische Etablierung des Buddhismus unter Regent Shotoku Taishi und das Nebeneinander der Schulen in der Nara-Zeit beschrieben.
Die Heian-Zeit und das Aufkommen der Tendai-Sekte: Dieses Kapitel widmet sich der Biografie von Saicho und der Errichtung des Enryakuji auf dem Berg Hiei.
Die Lehren der Tendai-Sekte: Hier werden die philosophischen Grundlagen, insbesondere das Lotus-Sutra und das Konzept der dreifachen Wahrheit, analysiert.
Die Konsolidierung der Tendai-Sekte: Dieser Abschnitt thematisiert den mühsamen Prozess der institutionellen Selbstständigkeit der Sekte und die Errichtung der eigenen Weihehalle.
Die Weiterentwicklung der Tendai-Sekte nach Saichos Tod: Es wird die Ausbreitung der Lehre durch Nachfolger wie Ennin und Enchin sowie der Aufstieg der Kriegermönche behandelt.
Die Tendenzen des Buddhismus zwischen der Heian und der Kamakura Zeit: Dieses Kapitel analysiert den sozialen und religiösen Wandel bis hin zum Verfall der Zivilisation und der späteren Zerstörung des Enryakuji.
Schlussbetrachtung: Die Arbeit schließt mit einer Würdigung der Tendai-Sekte als Urpfeiler der japanischen Kultur und Religiosität.
Schlüsselwörter
Tendai-Sekte, Saicho, Buddhismus, Japan, Lotus-Sutra, Heian-Zeit, Enryakuji, Mahayana, isshin sandai, Kriegermönche, Religion, Geschichte, kulturelle Integration, Philosophie, Berg Hiei.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Entstehung, der Entwicklung und dem Einfluss der Tendai-Sekte im Kontext der japanischen Religionsgeschichte.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zu den Schwerpunkten zählen die philosophischen Lehrinhalte, die institutionelle Etablierung durch Saicho, der Wandel zur Machtinstitution und der Einfluss auf die japanische Kultur.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, den Werdegang der Tendai-Sekte darzustellen und ihre Rolle als prägende Kraft des japanischen Buddhismus zu verdeutlichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf einer Auswertung existierender Fachliteratur und Schriften zum Thema basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die historischen Ursprünge, die Etablierung am Berg Hiei, die Lehrmethoden der Sekte, die Konsolidierung der Macht und die spätere Entwicklung zu einer kriegerischen Institution.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Tendai-Sekte, Saicho, Lotus-Sutra, Heian-Zeit, Buddhismus und japanische Kultur.
Welche Bedeutung hatte Saicho für die Tendai-Sekte?
Saicho war der Gründer der Sekte, der durch seine Chinareise und seine Reformen das erste rein japanische buddhistische System schuf und maßgeblich zur Etablierung des Zentrums am Berg Hiei beitrug.
Wie erklärt sich der Aufstieg der sogenannten Kriegermönche?
Aufgrund von weltlichen Interessen und Machtkämpfen zwischen klerikalen Machtblöcken bildeten sich bewaffnete Gruppen, die ihre Ziele teilweise mit kriegerischen Mitteln durchsetzten.
- Quote paper
- Thomas Marx (Author), 2001, Der japanische Buddhismus - Entstehung und Entwicklung der japanischen Tendai- Sekte, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/38207