Der Sozialismus geht mit seiner Planwirtschaft davon aus, Entscheidungen könnten zum Wohle Aller zentral durch die Politik getroffen werden. Wie funktioniert Planwirtschaft in einer komplexen Gesellschaft, die doch eigentlich nicht planbar ist, sondern sich spontan und zufällig weiterentwickelt? Die Arbeit untersucht, wie eine Planwirtschaft theoretisch und praktisch an solche Probleme herangehen sollte und warum dies nicht funktionieren konnte.
Inhaltsverzeichnis
- Moderne Gesellschaft und Sozialismus
- Systemtheorie
- Komplexität, Kontingenz und Risiko
- Funktionssysteme und ihre Medien
- Steuerung und Zukunftsplanung
- Sozialistische Planwirtschaft
- Ideologie
- Planwirtschaft vs. Marktwirtschaft
- Diskussion und Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit analysiert die Auswirkungen einer planwirtschaftlichen Gesellschaftsordnung im Kontext der systemtheoretischen Konzeption von Niklas Luhmann. Die Analyse befasst sich insbesondere mit der Frage, wie eine planwirtschaftliche Organisation mit der Komplexität der modernen Gesellschaft umgehen kann.
- Die Komplexität sozialer Systeme und ihre Implikationen für die Planbarkeit gesellschaftlicher Prozesse
- Die Funktionssysteme der modernen Gesellschaft und ihre unterschiedlichen Kommunikationsformen
- Die Herausforderung der Steuerung und Zukunftsplanung in einer komplexen Gesellschaft
- Die Rolle der Ideologie im Kontext der planwirtschaftlichen Organisation
- Die spezifischen Herausforderungen, denen eine Planwirtschaft in einem Vergleich mit der Marktwirtschaft gegenübersteht
Zusammenfassung der Kapitel
Das erste Kapitel legt den Grundstein für die Analyse, indem es die historische Entwicklung des Sozialismus im Kontext der modernen Gesellschaft skizziert und die zentralen Herausforderungen, die sich aus der Komplexität der modernen Gesellschaft ergeben, beleuchtet. Das zweite Kapitel widmet sich der Systemtheorie, insbesondere den Konzepten von Komplexität, Kontingenz und Risiko. Es analysiert die Funktionsweise sozialer Systeme und ihre Fähigkeit, mit der Komplexität ihrer Umwelt umzugehen. Das dritte Kapitel stellt die sozialistische Planwirtschaft vor, ihre ideologische Grundlage sowie die Herausforderungen, die sich aus dem Vergleich mit der Marktwirtschaft ergeben.
Schlüsselwörter
Diese Arbeit beschäftigt sich mit den Schlüsselbegriffen Systemtheorie, Komplexität, Kontingenz, Planwirtschaft, Sozialismus, Funktionssysteme, Kommunikation, Steuerung, Ideologie und Marktwirtschaft. Die Analyse zielt darauf ab, die Interaktion dieser Konzepte im Kontext der modernen Gesellschaft zu beleuchten und die Herausforderungen zu verstehen, die sich aus der Anwendung einer planwirtschaftlichen Organisation in einer komplexen, funktional differenzierten Gesellschaft ergeben.
Häufig gestellte Fragen
Warum ist Planwirtschaft laut Systemtheorie in modernen Gesellschaften problematisch?
Moderne Gesellschaften sind hochkomplex und funktional differenziert. Eine zentrale Planung kann die Fülle an spontanen und zufälligen Entwicklungen (Kontingenz) nicht erfassen oder steuern.
Welche Rolle spielt Niklas Luhmanns Theorie in dieser Analyse?
Luhmanns Konzepte von Komplexität, Kontingenz und Funktionssystemen dienen als Rahmen, um zu erklären, warum zentrale politische Entscheidungen die Eigendynamik anderer Systeme (wie der Wirtschaft) nicht ersetzen können.
Was versteht man unter „Kontingenz“ in diesem Kontext?
Kontingenz bedeutet, dass Ereignisse weder notwendig noch unmöglich sind – sie könnten auch anders sein. Dies macht eine langfristige, starre Planung nahezu unmöglich.
Wie unterscheidet sich die Planwirtschaft ideologisch von der Marktwirtschaft?
Die Planwirtschaft basiert auf der Ideologie, dass das Wohl Aller durch zentrale politische Steuerung erreicht werden kann, während die Marktwirtschaft auf dezentrale Selbststeuerung setzt.
Was sind Funktionssysteme laut Luhmann?
Funktionssysteme sind spezialisierte Teilbereiche der Gesellschaft (z.B. Wirtschaft, Recht, Politik), die jeweils nach ihrer eigenen Logik und mit eigenen Medien (z.B. Geld, Macht) kommunizieren.
Welches Fazit zieht die Arbeit zur DDR-Wirtschaft?
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass die planwirtschaftliche Organisation an der Komplexität der Realität scheitern musste, da sie die notwendige Flexibilität und Spontaneität unterdrückte.
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- Pascal Schneider (Author), 2017, Systemtheorie. Planwirtschaft und Komplexität. Die DDR mit Niklas Luhmann konfrontiert, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/380890