In der vorliegenden Arbeit soll die Umsetzung des Debt-Equity-Swaps bei einer Kapitalgesellschaft nach der Einführung des ESUG dargestellt werden. Dazu wird der Debt-Equity-Swap einer zivilrechtlichen und insolvenzrechtlichen Betrachtung unterzogen. Zunächst werden die Anlässe für die Durchführung eines Debt-Equity-Swaps dargestellt. Dabei wird der Debt-Equity-Swap aus verschiedenen Perspektiven betrachtet. Anschließend wird der Ablauf eines Debt-Equity-Swaps bei einer Kapitalgesellschaft zivilrechtlich betrachtet.
Dazu werden die für Aktiengesellschaften und Gesellschaften mit beschränkter Haftung geltenden Vorschriften dargelegt. Im Zuge dessen werden die bestehenden Risiken beim Debt-Equity-Swap vorgestellt. Anschließend wird der Debt-Equity-Swap der insolvenzrechtlichen Betrachtung unterzogen. Dabei wird auf die Besonderheiten eines Debt-Equity-Swaps im Insolvenzverfahren sowie den nur teilweise durchgeführten Debt-Equity-Swap eingegangen. Danach werden die Veränderungen beim Debt-Equity-Swap nach der Einführung des ESUG ausführlich dargestellt. Zur Bewertung der Veränderungen werden aktuelle Studien globaler Unternehmensberatungen ausgewertet.
Mithilfe der Auswertungen soll ein umfassendes Meinungsbild der Sanierungslandschaft zum Debt-Equity-Swap nach dem ESUG erstellt werden. Es wird die Frage beantwortet, inwieweit sich der Debt-Equity-Swap in Deutschland nach dem ESUG etabliert hat. Anschließend wird in der vorliegenden Arbeit die Umsetzung des Debt-Equity-Swaps nach dem ESUG an einem fiktiven Beispiel bilanziell dargestellt. Den Abschluss der Arbeit bildet die praktische Umsetzung des Debt-Equity-Swaps im realen Fall der Pfleiderer AG. Die bilanzielle und praktische Umsetzung des Debt-Equity-Swaps geschieht auf der Grundlage der vorherigen Ausführungen. Die geltenden Vorschriften für die AG und die GmbH werden bei der Umsetzung des Debt-Equity-Swaps berücksichtigt.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Problemstellung
- Ziel der Arbeit
- Anlässe zur Durchführung des Debt-Equity-Swaps
- Phasen der Unternehmenskrise
- Betrachtung des Debt-Equity-Swaps aus verschiedenen Perspektiven
- Rolle des Krisenunternehmens
- Rolle der Gläubiger
- Rolle der Finanzinvestoren
- Zusammenfassung der Vorteile für die Beteiligten
- Rolle der Altgesellschafter
- Zivilrechtliche Betrachtung
- Vereinfachte Kapitalherabsetzung/Kapitalschnitt
- Bar- und Sachkapitalerhöhung
- Bezugsrecht der Altgesellschafter
- Sachkapitalerhöhung mit Bezugsrechtsausschluss
- Einbringung der Forderung
- Eigenkapitalfunktion
- Bewertung der Sacheinlage
- Risiken beim Debt-Equity-Swap
- Differenzhaftung bei Sachkapitalerhöhung
- Blockadepotential der Altgesellschafter
- Pflichtangebot bei der börsennotierten AG
- Direkte Überschreitung der Kontrollschwelle
- Überschreitung durch Acting in Concert
- Befreiung der Angebotspflicht
- Change-of-Control-Klauseln
- Insolvenzrechtliche Betrachtung
- Der Debt-Equity-Swap innerhalb und außerhalb des Insolvenzverfahrens
- Teilweiser Debt-Equity-Swap
- Kleinbeteiligungsprivileg
- Sanierungsprivileg
- Sanierungsfähigkeit
- Sanierungswürdigkeit
- Veränderungen beim Debt-Equity-Swap nach ESUG
- Beseitigung der Differenzhaftung bei Sachkapitalerhöhung
- Beseitigung der Zustimmungsbedürftigkeit der Altgesellschafter
- Rechtliche Erleichterungen im Verfahrensablauf
- Verfahrensablauf zur Umsetzung des Debt-Equity-Swaps
- Rechtliche Erleichterungen
- Beseitigung der Change-of-Control-Klauseln
- Bewertung der Veränderungen durch die Sanierungslandschaft
- Auswirkungen auf das deutsche Sanierungsrecht
- Bewertung der Eingriffe in die Gesellschafterrechte
- Zusammenfassende Bewertung weiterer Veränderungen
- Bilanzielle Umsetzung des Debt-Equity-Swaps nach ESUG
- Ausgangslage
- Vereinfachte Kapitalherabsetzung/Kapitalschnitt
- Sachkapitalerhöhung
- Praktische Umsetzung des Debt-Equity-Swaps bei der Pfleiderer AG
- Vereinfachte Kapitalherabsetzung/Kapitalschnitt
- Bar- und Sachkapitalerhöhung
- Bezugsrecht der Altgesellschafter
- Beseitigung der Differenzhaftung
- Verfahrensablauf zur Umsetzung des Debt-Equity-Swaps
- Schlussbetrachtung
- Ergebnis
- Ausblick
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Masterthesis analysiert die Umsetzung des Debt-Equity-Swaps bei einer Kapitalgesellschaft nach der Einführung des ESUG. Ziel der Arbeit ist es, die zivilrechtlichen und insolvenzrechtlichen Aspekte des Debt-Equity-Swaps im Kontext der Unternehmenssanierung zu untersuchen.
- Rechtliche Rahmenbedingungen des Debt-Equity-Swaps im deutschen Recht
- Relevanz des Debt-Equity-Swaps als Sanierungsinstrument
- Veränderungen durch das ESUG und deren Auswirkungen auf die Sanierungspraxis
- Bilanzielle Umsetzung des Debt-Equity-Swaps
- Praktische Anwendung des Debt-Equity-Swaps am Beispiel der Pfleiderer AG
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung führt in die Problemstellung und das Ziel der Arbeit ein. Kapitel 2 beleuchtet die Anlässe zur Durchführung des Debt-Equity-Swaps und betrachtet diesen aus verschiedenen Perspektiven, wie z.B. der des Krisenunternehmens, der Gläubiger und der Finanzinvestoren.
Kapitel 3 widmet sich der zivilrechtlichen Betrachtung des Debt-Equity-Swaps. Es werden dabei Themen wie die vereinfachte Kapitalherabsetzung, die Bar- und Sachkapitalerhöhung und das Bezugsrecht der Altgesellschafter behandelt. Auch die Risiken beim Debt-Equity-Swap, wie z.B. die Differenzhaftung und das Blockadepotential der Altgesellschafter, werden in diesem Kapitel untersucht.
Kapitel 4 widmet sich der insolvenzrechtlichen Betrachtung des Debt-Equity-Swaps. Es werden der Debt-Equity-Swap innerhalb und außerhalb des Insolvenzverfahrens, der teilweise Debt-Equity-Swap und die Veränderungen beim Debt-Equity-Swap nach dem ESUG behandelt.
Kapitel 5 beinhaltet die Schlussbetrachtung, in der die Ergebnisse der Arbeit zusammengefasst und ein Ausblick auf zukünftige Entwicklungen gegeben werden.
Schlüsselwörter
Debt-Equity-Swap, Unternehmenssanierung, ESUG, Insolvenzrecht, Zivilrecht, Kapitalherabsetzung, Kapitalerhöhung, Finanzinvestoren, Gläubiger, Altgesellschafter, Differenzhaftung, Sanierungsprivileg, Change-of-Control-Klauseln, Bilanzierung.
Häufig gestellte Fragen zum Debt-Equity-Swap nach dem ESUG
Was analysiert diese Masterthesis im Kern?
Die Arbeit untersucht die zivil- und insolvenzrechtliche Umsetzung des Debt-Equity-Swaps bei Kapitalgesellschaften unter Berücksichtigung der Neuerungen durch das ESUG.
Was genau ist ein Debt-Equity-Swap?
Ein Debt-Equity-Swap ist ein Sanierungsinstrument, bei dem Gläubigerforderungen in Eigenkapital (Gesellschaftsanteile) des Krisenunternehmens umgewandelt werden.
Welche rechtlichen Rahmenbedingungen werden untersucht?
Die Untersuchung umfasst Vorschriften für AGs und GmbHs, Themen wie Kapitalherabsetzung, Sachkapitalerhöhung und das Bezugsrecht der Altgesellschafter.
Welche Rolle spielt das ESUG bei der Unternehmenssanierung?
Das ESUG hat den Debt-Equity-Swap erleichtert, indem es beispielsweise die Differenzhaftung bei Sachkapitalerhöhungen und Blockadepotenziale der Altgesellschafter reduziert hat.
Welche Risiken bestehen beim Debt-Equity-Swap?
Zu den Risiken zählen die Differenzhaftung, Pflichtangebote bei börsennotierten AGs und sogenannte Change-of-Control-Klauseln in Verträgen.
Welches reale Unternehmen dient als Praxisbeispiel?
Die praktische Umsetzung und die Auswirkungen der gesetzlichen Regelungen werden am Fall der Pfleiderer AG demonstriert.
- Quote paper
- Lukas Dähnert (Author), 2017, Die Umsetzung des Debt-Equity-Swaps bei einer Kapitalgesellschaft nach der Einführung des ESUG, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/379373