Die Thesis geht der Frage nach, ob die Gesellschaft fundamentales Interesse an einer institutionalisierten Sorge für ihre Individuen haben kann, deren Ziel die freie Entfaltung der Persönlichkeit statt Anpassung ist.
Das Individuum der postmodernen Gesellschaft ist alltäglich mit Folgen des Pluralismus und der Globalisierung konfrontiert, ohne über eindeutige Orientierungslinien für die Bewältigung zu verfügen. Für den einzelnen Menschen stellt dies eine hohe Anforderung dar. Die Prävalenz psychischer Störungen in der Bevölkerung steigt kontinuierlich. Neben der Behandlung diagnostizierter Störungen werden zunehmend präventive Angebote in Gesundheitswesen, Arbeitswelt und Privatwirtschaft entsprechend der jeweiligen Systemlogik gestaltet. Ansätze der Psychotherapie und Kommunikationspsychologie bieten Modelle und Methoden für die Begleitung des Individuums in seiner Persönlichkeitsentwicklung.
Inhaltsverzeichnis
- 1 Einleitung
- 2 Gesellschaftliche Orientierung und Relevanz
- 2.1 Postmoderne
- 2.1.1 Charakteristik der Postmoderne
- 2.1.2 Das Subjekt der postmodernen Gesellschaft
- 2.2 Herausforderung und Risiko
- 2.2.1 Suchtstrukturen als Fehlstabilisierung
- 2.2.2 Der humanistische Ansatz von Erich Fromm
- 2.2.3 Eingeschliffene Bewältigungsstrategien
- 2.3 Folgen der Überforderung des Individuums
- 2.3.1 Psychische Erkrankungen: Fehlzeiten, Diagnosen, Kosten
- 2.3.2 Gegenwärtige Ansätze im Umgang mit den Folgen
- 2.1 Postmoderne
- 3 Differenz und Vielfalt als Chance
- 3.1 Persönlichkeitsentwicklung: Ansätze und Modelle
- 3.1.1 Entwicklung der Persönlichkeit nach Rogers
- 3.1.2 Gestalttherapie, Achtsamkeit und Akzeptanz
- 3.1.3 Spiritualität
- 3.1.4 Watzlawick und die 'Wirklichkeit'
- 3.1.5 Kommunikationsmodelle nach Schulz von Thun
- 3.1.6 Gruppe und Gemeinschaft
- 3.2 Wegweiser in die Zukunft der Persönlichkeitsentwicklung
- 3.1 Persönlichkeitsentwicklung: Ansätze und Modelle
- 4. Fazit: Persönlichkeitsentwicklung - Risiko oder Chance?
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Thesis befasst sich mit der Frage, ob die Gesellschaft ein fundamentales Interesse daran haben kann, die persönliche Entwicklung ihrer Individuen durch professionelle Begleitung aktiv zu fördern. Dabei wird die Perspektive der Sozialen Arbeit eingenommen, ohne jedoch bestehende Angebote dieser Disziplin im Detail zu betrachten. Die Arbeit analysiert die Notwendigkeit, Möglichkeiten und den Nutzen der Persönlichkeitsentwicklung für die Gesellschaft. Der Fokus liegt dabei auf den besonderen Herausforderungen und Anforderungen der postmodernen Gesellschaft, wobei aktuelle Daten aus Arbeitswelt und Gesundheitswesen die Folgen der Überforderung des Einzelnen beleuchten.
- Die Herausforderungen der postmodernen Gesellschaft für das Individuum
- Die Auswirkungen von Überforderung auf die psychische Gesundheit des Einzelnen
- Mögliche Ansätze zur Persönlichkeitsentwicklung und deren Bedeutung für die Gesellschaft
- Die Rolle der Gesellschaft in der Förderung individueller Entwicklung
- Die Bedeutung von Eigenverantwortung in der persönlichen Entwicklung
Zusammenfassung der Kapitel
- Kapitel 1: Einleitung: Die Einleitung stellt die Frage nach der Bedeutung der persönlichen Entwicklung in der postmodernen Gesellschaft und formuliert die These, dass die Gesellschaft ein fundamentales Interesse an der professionellen Begleitung individueller Entwicklung haben kann. Die Perspektive der Sozialen Arbeit wird als Ausgangspunkt gewählt, ohne dabei bestehende Angebote der Sozialen Arbeit zu fokussieren.
- Kapitel 2: Gesellschaftliche Orientierung und Relevanz: Dieses Kapitel analysiert die Herausforderungen und Risiken, die sich aus der postmodernen Gesellschaft für das Individuum ergeben. Es werden Suchtstrukturen als Fehlstabilisierung, der humanistische Ansatz von Erich Fromm sowie die Folgen der Überforderung des Einzelnen behandelt.
- Kapitel 3: Differenz und Vielfalt als Chance: In diesem Kapitel werden verschiedene Ansätze und Modelle zur Persönlichkeitsentwicklung vorgestellt. Hierzu gehören die Entwicklung der Persönlichkeit nach Rogers, Gestalttherapie, Achtsamkeit und Akzeptanz, Spiritualität, die Kommunikationsmodelle von Schulz von Thun sowie Gruppe und Gemeinschaft.
Schlüsselwörter
Postmoderne, Gesellschaft, Individuum, Persönlichkeitsentwicklung, Überforderung, psychische Erkrankungen, Suchtstrukturen, humanistischer Ansatz, Prävention, Spiritualität, Kommunikationsmodelle, Eigenverantwortung, Gesellschaftliche Verantwortung, professionelle Begleitung.
Häufig gestellte Fragen
Warum ist Persönlichkeitsentwicklung ein Thema für die Gesellschaft?
In der Postmoderne führen Globalisierung und Pluralismus zu Orientierungslosigkeit. Die Gesellschaft hat ein Interesse an stabilen Individuen, um psychische Erkrankungen und Kosten zu minimieren.
Welche Folgen hat die Überforderung des Individuums?
Die Arbeit nennt steigende Fehlzeiten am Arbeitsplatz, Suchtstrukturen als Fehlstabilisierung und eine Zunahme diagnostizierter psychischer Störungen.
Welche Modelle zur Persönlichkeitsentwicklung werden vorgestellt?
Es werden Ansätze von Carl Rogers, Erich Fromm, die Gestalttherapie sowie Kommunikationsmodelle von Schulz von Thun und Paul Watzlawick analysiert.
Was ist das Ziel einer institutionalisierten Sorge für Individuen?
Das Ziel sollte die freie Entfaltung der Persönlichkeit statt bloßer Anpassung an Systemlogiken sein, um präventiv die psychische Gesundheit zu fördern.
Welche Rolle spielt Spiritualität in diesem Kontext?
Spiritualität wird als einer der Wege zur Sinnfindung und persönlichen Stabilisierung in einer komplexen postmodernen Welt betrachtet.
- Quote paper
- Christina Clayton (Author), 2010, Persönlichkeitsentwicklung als Präventionsauftrag der postmodernen Gesellschaft, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/378741