Die Hausarbeit bewertet die Gesetzgebung bezüglich Sterbehilfe anlässlich des neu verabschiedenden § 217 unter ethischen Aspekten und der neuen Rolle der Ärzte.
Dieses neue Gesetz zur geschäftsmäßigen Förderung der Selbsttötung wurde am 06. November 2015 im Bundestag beschlossen und mittlerweile als §217 im Strafgesetzbuch verankert. Bei der Selbsttötung geht es vor allem um organisierte Sterbehilfe, die von verschiedenen Organisationen mit aber auch ohne Einkommensziel angeboten wird. Dabei handelt es sich um Beihilfe zum Suizid.
In dieser Arbeit wird das neue Gesetz zum Anlass genommen, die Gesetzgebung in Deutschland zum Thema Sterbehilfe zu untersuchen und anschließend zu bewerten. Ist die Situation in Deutschland bezüglich der Sterbehilfe vertretbar? Mit in die Bewertung einfließen sollen sowohl ethische Aspekte als auch die Rolle der Ärzte und ob diese durch die Gesetzgebung ausreichend definiert ist. Ziel dieser Untersuchung ist es, Position bezüglich der aktuellen Gesetzgebung und speziell zu dem neuen Paragraphen zu beziehen. Zuvor soll zum besseren Verständnis die neue Situation der Ärzte aus medizinischer Sicht dargestellt und bewertet werden.
In der Forschung nimmt das Thema Sterbehilfe einen großen Raum ein und es gibt viele Positionen hinsichtlich der vielen Aspekten des Themas, die zum Teil in dieser Arbeit Erwähnung finden werden. Der §217 im Strafgesetzbuch wird zum Großteil in der vorhandenen Literatur, wenn überhaupt vorläufig beachtet, da die Verabschiedung noch sehr aktuell ist.
Nachdem in der Einleitung das Thema und die Fragestellung vorgestellt wurden, geht es im zweiten Kapitel zunächst darum, Sterbehilfe zu definieren und unterschiedliche Formen voneinander abzugrenzen. Anschließend gilt es einen Blick in die Geschichte der Bundesrepublik Deutschland zu werfen, um nachzuvollziehen inwieweit sich die Gesetzgebung bezüglich Sterbehilfe verändert hat und warum es zum neuen Gesetz kam. Im dritten Unterkapitel wird schließlich der neue Paragraph 217 im Strafgesetzbuch ausführlich erläutert. Der darauffolgende Teil dieser Arbeit erläutert und bewertet die neue, veränderte Rolle der Ärztinnen und Ärzte, die mit in die Beurteilung einfließen soll. Diese folgt dann im vierten Kapitel und nimmt darüber hinaus Bezug auf ethische Aspekte. Das abschließende Fazit fasst die Erkenntnisse und die Position dieser Untersuchung zusammen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Sterbehilfe
2.1. Definition
2.2. Gesetzliche Entwicklung in der BRD
2.3. Aktuelle Gesetzgebung und der neue § 217
3. Rolle der Medizin durch das neue Gesetz
4. Ethische Beurteilung
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Gesetz zur geschäftsmäßigen Förderung der Selbsttötung (§ 217 StGB) in Deutschland. Ziel ist es, die aktuelle Rechtslage sowie deren ethische Implikationen zu bewerten, wobei insbesondere die Rolle der Ärzteschaft und die Abgrenzung zur organisierten Sterbehilfe im Fokus stehen.
- Rechtliche Analyse des § 217 StGB und der historischen Gesetzgebung
- Differenzierung der verschiedenen Formen der Sterbehilfe
- Diskussion des berufsethischen Konflikts von Ärztinnen und Ärzten
- Ethische Beurteilung der Patientenautonomie versus Schutz des Lebens
- Kritische Reflexion der Rolle von Sterbehilfevereinen und Angehörigen
Auszug aus dem Buch
2.1. Definition
Zunächst muss man zwischen drei Arten der Anwendung von Sterbehilfe differenzieren. Dabei geht es um freiwillige, unfreiwillige und nicht-freiwillige Sterbehilfe aus Sicht des Patienten. Freiwillig meint den ausdrücklichen Wunsch des Patienten nach einer bestimmten Form. „Alle Handlungen, die durch Zwang oder Unwissenheit begangen werden, oder deren Effekt vom Handelnden nicht intendiert war“ gelten als unfreiwillig. Dabei ist die Zustimmungsfähigkeit ein bedeutender Faktor und der generelle Unterschied zu Patienten, die Opfer nicht-freiwilliger Sterbehilfe wurden: „Diejenigen, die nicht in der Lage sind, ihre Zustimmung zu geben, […] [oder] das Entscheidungsproblem zu verstehen, ohne daß sie zuvor Euthanasie unter diesen Umständen gefordert oder abgelehnt hätten“. Man kann zwischen fünf Formen unterscheiden, die mittels dieser drei Arten praktiziert werden können. Gemeint sind die palliative Begleitung, die passive Sterbehilfe, die indirekte Sterbehilfe, die aktive Sterbehilfe sowie der assistierte Suizid.
Die palliative Begleitung umfasst „die psychischen, körperlichen, sozialen, juristischen, pflegerischen und medikamentösen Bedürfnisse des Patienten und seiner Angehörigen“.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Sterbehilfe ein und erläutert die Relevanz des neuen Paragraphen 217 im Strafgesetzbuch.
2. Sterbehilfe: Dieses Kapitel definiert die unterschiedlichen Formen der Sterbehilfe und zeichnet die historische Entwicklung der entsprechenden Gesetzgebung in der BRD nach.
3. Rolle der Medizin durch das neue Gesetz: Hier wird der ethische Konflikt der Ärzteschaft zwischen dem Erhalt von Leben und der Linderung von Schmerzen im Kontext der neuen Gesetzeslage beleuchtet.
4. Ethische Beurteilung: In diesem Teil wird die moralische Zulässigkeit der Sterbehilfe unter Berücksichtigung von Patientenautonomie und Menschenwürde kritisch hinterfragt.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet kritisch, dass die aktuelle Gesetzgebung durch unklare Definitionen weiterhin juristische Grauzonen für Mediziner offenlässt.
Schlüsselwörter
Sterbehilfe, § 217 StGB, assistierter Suizid, Patientenautonomie, Medizinethik, Tötung auf Verlangen, Patientenverfügung, Menschenwürde, aktive Sterbehilfe, passive Sterbehilfe, indirekte Sterbehilfe, palliative Begleitung, ärztliche Beihilfe, Gesetzeslage Deutschland, Bioethik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit behandelt die juristische und ethische Bewertung des Paragraphen 217 StGB, der die geschäftsmäßige Förderung der Selbsttötung in Deutschland neu regelt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit konzentriert sich auf die Definition von Sterbehilfeformen, die Rolle der Ärzte bei Suizidassistenz und die ethische Abwägung zwischen Selbstbestimmung und Lebensschutz.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Untersuchung fragt, ob die derzeitige Gesetzeslage in Deutschland in Bezug auf die Sterbehilfe ethisch vertretbar ist und ob die Rolle der Ärzte ausreichend definiert wurde.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer Literaturanalyse sowie der Auswertung juristischer und ethischer Fachbeiträge basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Definitionen der Sterbehilfe, die historische Entwicklung der Gesetzgebung, die ärztliche Perspektive und die ethische Bewertung der Selbstbestimmung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Sterbehilfe, § 217, assistierter Suizid, Patientenautonomie und ärztliche Ethik.
Warum wird die Rolle der Angehörigen im Gesetz kritisch gesehen?
Obwohl die Legalisierung der Sterbehilfe durch Angehörige nachvollziehbar ist, birgt sie die Gefahr, dass der Suizid von Betroffenen als eine Art unausgesprochene Pflicht empfunden wird, anstatt eine professionelle, objektive Unterstützung in Anspruch zu nehmen.
Wie bewertet die Arbeit die aktuelle Situation der Ärzte?
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass Ärzte durch das Gesetz in einer juristischen Grauzone verbleiben, da ihre Mitwirkung weder explizit verboten noch ausreichend legalisiert ist.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2016, Ist das neue Gesetz in Deutschland bezüglich Sterbehilfe sinnvoll?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/376263