Diese Hausarbeit wirft einen Blick auf die Bildungsungleichheit von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund anhand von Pierre Bourdieu, weiteren soziologischen Erklärungsansätzen sowie Formen von institutioneller Diskriminierung. Dazu werde ich zuerst eine Definition der Begriffe "Migration" und "Migrationshintergrund", "soziale Ungleichheit", sowie "Bildung" skizzieren. Danach werde ich mich mit der Frage nach der Messung von Ungleichheit im Bildungssystem beschäftigen.
Anschließend werde ich das Theoriemodell von Bourdieu behandeln, da hier Begrifflichkeiten verwendet werden, die zuvor erläutert werden müssen. Durch die darauf folgende bildungssoziologische Perspektive und die institutionelle Diskriminierung werde ich versuchen, mögliche Mechanismen für die Genese sowie Dauerhaftigkeit von Bildungsungleichheit aufzuzeigen. Der nächste Punkt thematisiert den Status der Forschungslage in Deutschland. Abschließend werden zwei Ansätze vorgestellt, die eine mögliche Veränderung für die benachteiligten Kinder und Jugendlichen herbeiführenden könnte.
Das Thema Bildung wird erst seit den erschreckenden Ergebnissen der Pisa-Studien wieder vermehrt diskutiert. In der Wissenschaft wurde eine Vielzahl an Publikationen veröffentlicht, die sich mit dieser Thematik beschäftigen. Allerdings vollzieht sich seit 2006 keine weitere Annäherung zwischen den Bildungsabschlüssen von deutschen Jugendlichen und denen mit Migrationshintergrund. Seither hat die Politik eine Vielzahl an Umstellungen im Bildungssystem getätigt, wie zum Beispiel den G8-Zug, Ganztagsschulen oder Gesamtschulen. Das Problem, dass Kinder mit Migrationshintergrund immer noch schlechtere formale Bildungsabschlüsse erhalten als deutsche Kinder, besteht allerdings weiterhin.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Definition der Begriffe Migration und Migrantenkinder in Deutschland
- Definition von sozialer Ungleichheit
- Definitionen von Bildung
- Formale Bildungsabschlüsse als Indikator für soziale Ungleichheit
- Theoriemodelle zur Erklärung der sozialen Ungleichheit im Bildungsbereich
- Pierre Bourdieu
- Soziologische Erklärungsansätze für die Bildungsungleichheit von Migranten in der Schule
- Institutionelle Diskriminierung
- Problematische Forschungslage
- Partizipation von Eltern mit Migrationshintergrund in der Schule
- Rassismuskritische Perspektiven für Bildung und Erziehung
- Schluss
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Hausarbeit befasst sich mit der Thematik der Bildungsungleichheit von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund. Die Arbeit strebt an, einen Überblick über die mögliche Entstehung von Bildungsungleichheit und deren Reproduktion zu erhalten, sowie Mechanismen aufzuzeigen, die dies bedingen. Zudem soll die Frage geklärt werden, warum diese Ungleichheit im Bildungssystem trotz Reformen noch besteht.
- Definition von Migration und Migrationshintergrund
- Soziale Ungleichheit und ihre Messung im Bildungssystem
- Theoriemodelle zur Erklärung von Bildungsungleichheit, insbesondere das Modell von Pierre Bourdieu
- Soziologische Erklärungsansätze und institutionelle Diskriminierung als mögliche Faktoren für Bildungsungleichheit
- Partizipation von Eltern mit Migrationshintergrund in der Schule
Zusammenfassung der Kapitel
- Einleitung: Die Arbeit thematisiert die anhaltende Bildungsungleichheit von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund in Deutschland. Sie erläutert den persönlichen Hintergrund und die Motivation des Autors, sich mit diesem Thema zu beschäftigen.
- Definition der Begriffe Migration und Migrantenkinder in Deutschland: Dieses Kapitel definiert die Begriffe „Migration“, „Migrationshintergrund“, „soziale Ungleichheit“ und „Bildung“ und beleuchtet die Problematik der Kategorisierung von Migrantenkindern.
- Theoriemodelle zur Erklärung der sozialen Ungleichheit im Bildungsbereich: Dieses Kapitel analysiert das Theoriemodell von Pierre Bourdieu und erläutert wichtige Begrifflichkeiten. Es beleuchtet zudem soziologische Erklärungsansätze für Bildungsungleichheit von Migranten in der Schule und die Rolle der institutionellen Diskriminierung.
- Problematische Forschungslage: Dieses Kapitel befasst sich mit der aktuellen Forschungslage in Deutschland und thematisiert die Herausforderungen, die bei der Erforschung von Bildungsungleichheit bestehen.
- Partizipation von Eltern mit Migrationshintergrund in der Schule: Dieses Kapitel untersucht die Rolle von Eltern mit Migrationshintergrund bei der Bildung ihrer Kinder und analysiert mögliche Ansätze, um die Partizipation dieser Eltern zu fördern.
- Rassismuskritische Perspektiven für Bildung und Erziehung: Dieses Kapitel beleuchtet die Bedeutung rassismuskritischer Perspektiven für Bildung und Erziehung und diskutiert mögliche Lösungsansätze, um Bildungsungleichheit zu überwinden.
Schlüsselwörter
Die Arbeit behandelt die Themen Bildungsungleichheit, Migration, Migrationshintergrund, soziale Ungleichheit, Bildung, Pierre Bourdieu, Soziologie, institutionelle Diskriminierung, Partizipation, Rassismuskritik.
Häufig gestellte Fragen
Was sind die Hauptursachen für Bildungsungleichheit bei Migrantenkindern?
Die Arbeit nennt soziologische Faktoren wie mangelndes kulturelles Kapital, institutionelle Diskriminierung und die Struktur des deutschen Schulsystems als zentrale Ursachen.
Wie erklärt Pierre Bourdieu soziale Ungleichheit im Bildungswesen?
Bourdieu nutzt Konzepte wie Habitus und Kapital (ökonomisch, kulturell, sozial), um zu zeigen, wie das Bildungssystem die Privilegien der herrschenden Klasse reproduziert.
Was versteht man unter "institutioneller Diskriminierung"?
Hierbei handelt es sich um Mechanismen innerhalb von Organisationen (wie Schulen), die bestimmte Gruppen – oft unbewusst – benachteiligen, beispielsweise durch Selektionsprozesse oder Sprachbarrieren.
Haben Schulreformen wie Ganztagsschulen das Problem gelöst?
Trotz Reformen wie G8 oder Gesamtschulen besteht das Problem weiterhin, dass Kinder mit Migrationshintergrund im Durchschnitt schlechtere formale Abschlüsse erzielen als deutsche Kinder.
Welche Rolle spielt die Partizipation der Eltern?
Die Arbeit untersucht, wie die Einbindung von Eltern mit Migrationshintergrund in den Schulalltag gefördert werden kann, um die Bildungschancen der Kinder zu verbessern.
Was ist eine rassismuskritische Perspektive in der Erziehung?
Dieser Ansatz fordert eine kritische Auseinandersetzung mit Vorurteilen und rassistischen Strukturen im Bildungswesen, um eine gerechtere Teilhabe zu ermöglichen.
- Quote paper
- Daniel Arndt (Author), 2015, Bildungsungleichheit in Deutschland. Soziologische Perspektive auf die Benachteiligung von Kindern mit Migrationshintergrund, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/376259