Diese Hausarbeit ist eine Auseinandersetzung mit Begriff und Konzept der Förderplanung. Hier zeigt sich ein Widerspruch hinsichtlich der Kompetenz- und Schülerorientierung der Lehrpläne. Das Kompositum Förderplanung in seinen Bestandteilen Förderung und Planung deutet auf eine Fremdaktivität am Schüler oder der Schülerin hinsichtlich seines Lernverhaltens und Wissenstandes hin. Bei beiden Komponenten findet meines Erachtens eine Steuerung von außen statt, wobei dem Lehrenden die Fähigkeit der Eigenaktivität und des selbstständigen Lernens gewissermaßen abgesprochen wird. Fachleute wie Lehrer, Psychologen oder Pädagogen entscheiden anhand von objektiven Kriterien, was Ist- und Sollzustand zu sein hat. Die individuelle Perspektive des Kindes scheint da wenig Berücksichtigung zu finden.
Seit der ersten PISA-Studie aus dem Jahr 1999 befindet sich die Bildungslandschaft in Deutschland im Umbruch. Die Lehrpläne postulierten eine konsequente Kompetenzausrichtung und stärkere Schülerorientierung mit dem Leitgedanken „etwas fürs Leben zu lernen“. Dies bedeutet, dass Kinder und Jugendliche im Laufe ihres Schullebens verschiedene Fähig- und Fertigkeiten entwickeln sollen, die sie dann im späteren (Berufs)Leben anwenden können.
Diese allgemeine Zielsetzung für alle Schüler und Schülerinnen suggeriert einen individuellen Entwicklungsprozess. Dabei kann dieser Prozess mit den vorherrschenden Regelungen des Curricula kollidieren und es bedarf Unterstützung seitens der Lehrkräfte, damit beide Seiten im Sinne einer Zielerreichung übereinstimmen. Doch es gibt euch Schüler und Schülerinnen, deren Entwicklungsprozess nicht durch Eigenaktivität gestützt sein kann, sondern die durch spezielle Förderung erst am Schul- und Lernalltag teilnehmen können. Um behinderten und benachteiligten Schülern diese Chance des Lernens ermöglichen zu können, existieren die Instrumente der Förderdiagnostik und Förderplanung.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Konzeption und geschichtliche Entwicklung
- Definition Förderplan
- Politische Rahmenbedingungen der Förderdiagnostik
- Förderpläne zwischen Theorie und Praxis
- Entwicklung von Förderplänen
- Förderansätze
- Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Ausarbeitung untersucht den Förderplan als Instrument der Sonderpädagogik. Sie beleuchtet zunächst seine Definition und geschichtliche Entwicklung, skizziert die politischen Rahmenbedingungen und beschreibt den Weg von der Diagnose zum Förderplan. Abschließend wird die Frage behandelt, wie sich das Instrument der Förderpläne in der Praxis realisieren lässt.
- Definition und Entwicklung des Förderplans
- Politische Rahmenbedingungen der Förderdiagnostik
- Entwicklung und Umsetzung von Förderplänen
- Verschiedene Förderansätze
- Praktische Realisierung von Förderplänen
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung
Die Einleitung beleuchtet die Bedeutung von Förderplänen im Kontext der aktuellen Bildungslandschaft, die durch die Kompetenzorientierung und Schülerorientierung geprägt ist. Dabei wird der Widerspruch zwischen dem individualisierten Entwicklungsprozess von Schülerinnen und Schülern und den bestehenden Regelungen des Curricula aufgezeigt. Insbesondere Schülerinnen und Schüler mit besonderen Bedürfnissen benötigen Unterstützung, um am Schul- und Lernalltag teilhaben zu können. Die Förderdiagnostik und Förderplanung sind wichtige Instrumente, um diese Teilhabe zu ermöglichen.
Konzeption und geschichtliche Entwicklung
Dieser Abschnitt beschäftigt sich mit der Definition und Entwicklung des Förderplans. Es werden verschiedene Perspektiven auf den Förderplan dargestellt, die von einer rein sonderpädagogischen Sichtweise bis hin zu einem umfassenden Instrument zur Unterstützung von Schülerinnen und Schülern mit unterschiedlichen Bedürfnissen reichen.
Politische Rahmenbedingungen der Förderdiagnostik
Dieser Abschnitt beleuchtet die politischen Rahmenbedingungen, die die Förderdiagnostik und Förderplanung beeinflussen. Dabei werden insbesondere die Ziele der Bildungspolitik und die zugrundeliegenden pädagogischen Konzepte betrachtet.
Förderpläne zwischen Theorie und Praxis
Dieser Abschnitt behandelt die praktische Umsetzung von Förderplänen. Dabei werden die einzelnen Schritte der Entwicklung und die verschiedenen Förderansätze vorgestellt.
Schlüsselwörter
Förderplan, Sonderpädagogik, Lernbeeinträchtigung, individuelle Förderung, Diagnostik, Schulversagen, Kompetenzorientierung, Schülerorientierung, politische Rahmenbedingungen, pädagogische Konzepte, Förderansätze, Praxis
Häufig gestellte Fragen
Was ist ein Förderplan?
Ein Förderplan ist ein schriftliches Instrument der Sonderpädagogik, das den Ist-Zustand eines Schülers dokumentiert, individuelle Lernziele festlegt und Maßnahmen zur Erreichung dieser Ziele beschreibt.
Warum wird der Begriff „Förderplanung“ kritisch hinterfragt?
Kritiker sehen darin eine „Fremdsteuerung“, bei der Experten über das Kind entscheiden, anstatt die Eigenaktivität und die individuelle Perspektive des Schülers ausreichend zu berücksichtigen.
Welche Rolle spielte die PISA-Studie für die Förderdiagnostik?
Seit PISA 1999 rückten Kompetenzorientierung und individuelle Förderung stärker in den Fokus, um Bildungsbenachteiligungen abzubauen und Schülern „etwas fürs Leben“ beizubringen.
Wie hängen Diagnose und Förderplan zusammen?
Die Förderdiagnostik ist die Basis. Sie ermittelt die spezifischen Stärken und Schwächen, aus denen dann passgenaue Förderansätze für den Plan abgeleitet werden.
Wer ist an der Erstellung eines Förderplans beteiligt?
In der Regel arbeiten Lehrkräfte, Sonderpädagogen, Psychologen und idealerweise auch die Eltern und der Schüler selbst zusammen, um Ziele realistisch zu formulieren.
Was sind die politischen Rahmenbedingungen für Förderpläne?
Diese werden durch die Schulgesetze der Länder und pädagogische Konzepte bestimmt, die zunehmend Inklusion und die Teilhabe behinderter oder benachteiligter Kinder fordern.
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- Sandra Beiske (Author), 2015, Der Förderplan als diagnostisches Instrument. Grundlagen, Möglichkeiten, Ausgestaltung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/376242