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Die Steigerung des Adjektivs im Romanischen

Title: Die Steigerung des Adjektivs im Romanischen

Term Paper (Advanced seminar) , 2004 , 19 Pages , Grade: sehr gut

Autor:in: Liane Weigel (Author)

Romance Studies - Comparative Studies
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Summary Excerpt Details

Die Analyse der Gemeinsamkeiten und Unterschiede ihrer historischen Entwicklung und der strukturellen Verwandtschaft der synchron gegebenen Sprachsysteme als Gegenstand einer historisch- vergleichenden Grammatik macht aber diesen Vergleich überhaupt erst möglich. Genauso wie bei der Betrachtung der historischen Grammatik einer einzelnen romanischen Sprache, wendet sie sich den verschiedenen Teildisziplinen der Systemlinguistik (Phonetik, Phonologie, Morphologie, Lexikologie, Syntax), denen wiederum die Gliederungsebenen der jeweiligen Sprache zugeordnet werden können, zu. Hinzu kommt bei einer historisch- vergleichenden Grammatik die komparatistische Perspektive, die nicht nur die Entwicklungen innerhalb dieser Teildisziplinen einer einzelnen romanischen Sprache, sondern den Vergleich aller romanischen Sprachen innerhalb ihrer historischen Entwicklung erlaubt. Im Hinblick auf verschiedene Entwicklungen im Bereich der Morphologie der romanischen Sprachen als Teilbereich der historischen Grammatik soll in der folgenden Ausarbeitung die Steigerung des Adjektivs aus einer historisch- vergleichenden Perspektive im Mittelpunkt stehen. Denn neben den phonologischen Entwicklungen als traditionelle Grundlage für die Gliederung der romanischen Sprachräume lässt sich hier nach den Arealnormen von Bartoli die Klassifikation der Sprachräume nach Innen- und Randbereiche nachvollziehen. Grundlage hierfür bildete das Seminar „Historisch- vergleichende Grammatik der romanischen Sprachen: Gegenstände, Methoden und Probleme“, in dem wichtige Kapitel bzw. Entwicklungen in den einzelnen Teildisziplinen der historisch- vergleichenden Grammatik der romanischen Sprachen behandelt wurden. Im Mittelpunkt des folgenden historischen Vergleichs der Steigerung der Adjektive stehen die romanischen Sprachen, Französisch, Spanisch und Italienisch. Es soll dabei zunächst allgemein auf die einzelnen Steigerungsstufen und die Unterscheidung zwischen relativer und absoluter Steigerung von Adjektiven eingegangen werden. Anschließend wird versucht, die Entwicklung und Bildung der heutigen Komparativ- und Superlativ- bzw. Elativformen im Französischen, Spanischen und Italienischen zu analysieren.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Allgemeine Ausführungen zu den Steigerungsstufen: Relative und absolute Steigerung von Adjektiven

3. Komparativ

3.1. Bildung des Komparativs

3.1.1. Synthetische Bildung des Komparativs

3.1.2. Analytische Bildung des Komparativs

3.2. Doppelte Steigerung, Dopplung und Anfügung des Substantivs

4. Superlativ

4.1. Bedeutung und Bildung des Elativs

4.1.1. Synthetische Bildung des Elativs auf -issimus

4.1.2. Analytische Bildung des Elativs

4.2. Bildung des relativen Superlativs

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den historischen Wandel der Steigerung von Adjektiven in den romanischen Sprachen Französisch, Spanisch und Italienisch. Im Fokus steht dabei die Forschungsfrage, wie sich der Übergang von synthetischen, aus dem Lateinischen stammenden Formen hin zu analytischen Umschreibungen vollzogen hat und welche Faktoren diesen Prozess beeinflussten.

  • Historischer Vergleich der Steigerungsstufen (Komparativ, Superlativ, Elativ).
  • Analyse der Transformation von synthetischen Flexionen zu analytischen Konstruktionen.
  • Bedeutung der Arealnormen von Bartoli für die sprachliche Entwicklung.
  • Untersuchung von affektiven Ausdrucksweisen und deren Auswirkungen auf die Sprache.
  • Vergleich der morphologischen Entwicklung in ausgewählten romanischen Sprachen.

Auszug aus dem Buch

3.1.2. Analytische Bildung des Komparativs

Neben der Steigerung mit Hilfe von Flexionen gab es im klassischen Latein- wie schon erwähnt- auch eine zweite Form zur Steigerung der Adjektive, die im Positiv auf -eus, -ius, -us endeten. Um hier das schwierig auszusprechende Zusammenprallen von drei Vokalen zu vermeiden, wurden Komparativ- und Superlativformen periphrastisch, d.h. durch Umschreibung mit Adverbien ausgedrückt. Die synthetisch- postdeterminierende Bildung von Komparativ- und Superlativformen wurde hier also durch eine analytisch- prädeterminierende Bildung ersetzt. Holtus hält in diesem Zusammenhang fest,

Dieses periphrastische Verfahren, das im klassischen Latein nur von sekundärer Wichtigkeit war, gab das Modell ab für die Umgestaltung der Morphologie der Steigerung im Vulgärlatein und in den romanischen Sprachen hin zum analytisch- prädeterminierenden Verfahren mit Hilfe eines Adverbs (Holtus 1996: 208).

Die „Volkssprache“ übertrug die „handliche“ Umschreibung, die im klassischen Latein nur bei Adjektiven wie idoneus (magis idoneus) zu finden war, auch auf andere Adjektive. Der Wechsel von der synthetischen Bildungsweise zur analytischen verlief dabei als Prozess. So sind bereits im 2./3. Jahrhundert nach Christus bei Tertullian plus miser, im 5. Jahrhundert bei Sidonius Apollinarius plus dulce, plus felix und bei verschiedenen Kirchenschriftstellern und Inschriften magis mirabile als analytische Komparativformen zu finden (Rohlfs 1949: 106).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung verortet die Arbeit in der historischen romanischen Sprachwissenschaft und benennt die Zielsetzung, die Entwicklung der Adjektivsteigerung historisch-vergleichend zu analysieren.

2. Allgemeine Ausführungen zu den Steigerungsstufen: Relative und absolute Steigerung von Adjektiven: Dieses Kapitel definiert die Kategorien der Adjektivsteigerung und unterscheidet zwischen relativer Steigerung (Vergleich) und absoluter Steigerung (Graduierung ohne Vergleichsterm).

3. Komparativ: Das Kapitel behandelt die Entwicklung der Komparativbildung vom synthetischen lateinischen System hin zu den analytischen Strukturen in den heutigen romanischen Sprachen.

3.1. Bildung des Komparativs: Hier wird detailliert zwischen der synthetischen Form (Flexionsänderung) und der analytischen Umschreibung (durch Adverbien) differenziert.

3.1.1. Synthetische Bildung des Komparativs: Fokus liegt auf den verbliebenen, etymologisch selbstständigen Formen ("Überresten") aus dem Lateinischen, die sich in den romanischen Sprachen erhalten haben.

3.1.2. Analytische Bildung des Komparativs: Es wird der Übergangsprozess von synthetischen Formen zu prädeterminierenden Umschreibungen mit Adverbien wie magis und plus beschrieben.

3.2. Doppelte Steigerung, Dopplung und Anfügung des Substantivs: Dieses Kapitel beleuchtet Intensivierungsstrategien, wie die Wiederholung von Adjektiven oder die Steigerung bereits bestehender Komparativformen.

4. Superlativ: Analog zum Komparativ wird hier die historische Entwicklung und Ausdifferenzierung von Elativ- und Superlativformen erörtert.

4.1. Bedeutung und Bildung des Elativs: Es wird die höchste Steigerungsstufe ohne vergleichende Komponente definiert und ihre tatsächliche Verwendung im Sprachgebrauch analysiert.

4.1.1. Synthetische Bildung des Elativs auf -issimus: Hier werden die wenigen erhaltenen Reste der lateinischen Superlativbildung auf -issimus sowie buchwörtliche Entlehnungen thematisiert.

4.1.2. Analytische Bildung des Elativs: Dieses Kapitel erläutert die Umschreibung des Elativs mittels elativer Präfixe oder Gradadverbien als Ersatz für synthetische Formen.

4.2. Bildung des relativen Superlativs: Es wird gezeigt, wie der relative Superlativ durch die Verstärkung von Komparativformen unter Verwendung eines bestimmten Artikels gebildet wird.

5. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Synthese über den Sprachwandel der Adjektivsteigerung, der die Stabilität lateinischer Wurzeln trotz struktureller Neuanpassungen unterstreicht.

Schlüsselwörter

Historische Sprachwissenschaft, Romanische Sprachen, Adjektivsteigerung, Komparativ, Superlativ, Elativ, Synthetische Bildung, Analytische Bildung, Sprachwandel, Latein, Vulgärlatein, Morphologie, Grammatik, Gradadverbien, Arealnormen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der historischen Entwicklung und dem Wandel der Adjektivsteigerung innerhalb der romanischen Sprachen.

Welche Sprachen stehen im Zentrum der Untersuchung?

Der Fokus liegt auf der morphologischen Entwicklung des Französischen, Spanischen und Italienischen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, den historischen Prozess des Übergangs von synthetischen, lateinisch geprägten Steigerungsformen zu analytischen, periphrastischen Konstruktionen aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine historisch-vergleichende Methode, ergänzt durch die Analyse von Sprachbestandteilen und die Einordnung in die Arealnormen von Bartoli.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Komparativ und Superlativ/Elativ, wobei jeweils zwischen synthetischen Ursprüngen und analytischen Ausformungen unterschieden wird.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den zentralen Begriffen zählen Adjektivsteigerung, Morphologie, synthetische und analytische Bildung sowie der Einfluss des Vulgärlateins auf die romanischen Sprachen.

Warum sind im heutigen Sprachgebrauch noch synthetische Reste vorhanden?

Einige synthetische Formen blieben als etymologisch selbstständige Wörter durch ihre hohe Gebrauchsintensität ("Überreste") im Sprachbewusstsein verankert.

Was unterscheidet den Elativ vom relativen Superlativ?

Der Elativ drückt einen absoluten, hohen Grad ohne Vergleichsbezug aus, während der relative Superlativ die Höchststufe in Relation zu einer Gruppe von Vergleichsobjekten darstellt.

Welche Rolle spielt die "Affektgeladenheit" bei der Steigerung?

Elationsmittel sind oft von Gefühl oder Erregung geprägt; durch häufigen Gebrauch ("Abnutzung") entstehen ständig neue Ausdrucksformen, die kreativen Spielraum für Sprecher bieten.

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Details

Title
Die Steigerung des Adjektivs im Romanischen
College
University of Potsdam
Grade
sehr gut
Author
Liane Weigel (Author)
Publication Year
2004
Pages
19
Catalog Number
V37593
ISBN (eBook)
9783638368865
Language
German
Tags
Steigerung Adjektivs Romanischen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Liane Weigel (Author), 2004, Die Steigerung des Adjektivs im Romanischen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/37593
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