EINLEITUNG
Wahrscheinlich hat jeder selbst schon einmal die Erfahrung gemacht, dass besonders zur kalten Jahreszeit dunkle, trübe Tage auf das Gemüt schlagen und ebenso dunkle und triste Gedanken verursachen können. Tatsächlich erhöht sich bei einigen saisonal die Vulnerabilität für depressive Störungen. Man sollte jedoch nicht gleich jedes Stimmungstief als echte Depression bewerten. Es ist ganz natürlich, dass sowohl trübe und negative Gefühle, wie Niedergeschlagenheit, Lustlosigkeit und Hoffnungslosigkeit, als auch Glück und Freude Bestandteile unseres emotionalen Erlebens sind, und somit keinen pathologischen Wert haben. Da besonders die Pubertät durch Stimmungsschwankungen gekennzeichnet ist, ist es sehr schwierig in dieser Lebensphase eine Depression zu diagnostizieren und zu der ganz normalen Entwicklung Jugendlicher abzugrenzen.
Seit den 70er Jahren wurden „Depressionen“ überhaupt erst als wissenschaftlicher Gegenstand betrachtet. Demzufolge rückte die Tatsache, dass auch Kinder und Jugendliche an depressiven Störungen leiden können erst viel später in den Blickpunkt der Kinder- und Jugendpsychiatrie. Acht Prozent aller Jugendlichen und ca. 2, 5 Prozent aller Kinder in Deutschland leiden unter depressiven Störungen. Der ermittelte Altersdurchschnitt für das erstmalige Auftreten einer Depression liegt bei 15 Jahren. Aufgrund der Schwierigkeit der Abgrenzung der kindlichen Depression zur Erwachsenendepression, wurde die kindliche Affektstörung lange Zeit als entwicklungsspezifisches Merkmal, und somit nicht als behandlungsbedürftig angesehen. Erst seit den letzten Jahren erkannte man die Kinder- und Jugenddepression als eigenständiges Krankheitsbild an. Die vorliegende Arbeit soll über diese umfangreiche Thematik einen Einblick, nicht jedoch ein vollständiges Gesamtbild, vermitteln.
Inhaltsverzeichnis
- EINLEITUNG
- DEFINITION UND KLASSIFIKATION DEPRESSIVER STÖRUNGEN
- SYMPTOMATIK
- Komorbidität in Zusammenhang mit kindlichen Depressionen
- URSACHEN DER KINDER- UND JUGENDDEPRESSION
- THERAPIEMÖGLICHKEITEN
- SCHLUSSBETRACHTUNG
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit zielt darauf ab, einen Einblick in die Thematik der Depressionen bei Kindern und Jugendlichen zu geben. Die Arbeit beleuchtet die Definition und Klassifikation depressiver Störungen, beschreibt die Symptomatik und geht auf die Ursachen und Therapieformen ein.
- Definition und Klassifikation depressiver Störungen
- Symptome der Depression bei Kindern und Jugendlichen
- Ursachen für die Entstehung von Depressionen im Kindes- und Jugendalter
- Therapiemöglichkeiten bei depressiven Störungen im Kindes- und Jugendalter
- Abgrenzung der kindlichen Depression von der Erwachsenendepression
Zusammenfassung der Kapitel
- Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik der Depressionen bei Kindern und Jugendlichen ein und beleuchtet die wachsende Bedeutung dieser Thematik in der Kinder- und Jugendpsychiatrie. Sie verdeutlicht die Schwierigkeiten bei der Diagnose und Abgrenzung von Depressionen in der Pubertät und stellt die wissenschaftliche Betrachtung von Depressionen seit den 1970er Jahren heraus.
- Definition und Klassifikation depressiver Störungen: Dieses Kapitel behandelt die Definition und Klassifikation depressiver Störungen. Es werden verschiedene Definitionen und Beschreibungen von Depressionen vorgestellt und die diagnostische Einordnung in die affektiven Störungen nach ICD-10 und DSM-IV erläutert. Dabei werden die Unterscheidung zwischen unipolaren und bipolaren Störungen sowie die Untergruppen der Major Depression und der dysthymen Störung näher betrachtet.
- Symptomatilk: Dieses Kapitel beleuchtet die verschiedenen Symptome, die bei depressiven Störungen bei Erwachsenen auftreten können. Es werden die Auswirkungen auf die Gefühlsebene, die vegetativ-physiologische Ebene, die Handlungsebene und die kognitive Ebene beschrieben. Zudem wird darauf hingewiesen, dass die Symptomatik bei Kindern und Jugendlichen komplexer ist und sich mit zunehmendem Alter den Symptomen der Erwachsenendepression annähert.
Schlüsselwörter
Die Arbeit befasst sich mit den Themen Depression, kindliche Depression, Jugenddepression, affektive Störungen, ICD-10, DSM-IV, Major Depression, dysthyme Störung, Symptomatik, Ursachen, Therapie, Komorbidität, Entwicklungsspezifische Merkmale.
Häufig gestellte Fragen
Wie häufig treten Depressionen bei Kindern und Jugendlichen auf?
In Deutschland leiden etwa 8 Prozent aller Jugendlichen und circa 2,5 Prozent aller Kinder unter depressiven Störungen. Der Altersdurchschnitt für das erstmalige Auftreten liegt bei 15 Jahren.
Warum ist die Diagnose in der Pubertät besonders schwierig?
Da die Pubertät ohnehin durch starke Stimmungsschwankungen geprägt ist, fällt es schwer, eine echte Depression von normalen Entwicklungsschritten abzugrenzen.
Was ist der Unterschied zwischen unipolaren und bipolaren Störungen?
Bei unipolaren Störungen treten nur depressive Phasen auf, während bipolare Störungen durch einen Wechsel zwischen depressiven Tiefs und manischen Hochphasen gekennzeichnet sind.
Welche Symptome sind typisch für eine kindliche Depression?
Die Symptome reichen von Niedergeschlagenheit und Lustlosigkeit bis hin zu vegetativen Beschwerden. Bei Kindern sind sie oft komplexer und weniger eindeutig als bei Erwachsenen.
Was versteht man unter Komorbidität?
Komorbidität bedeutet das gleichzeitige Auftreten von Depressionen mit anderen Störungen, wie beispielsweise Angststörungen oder Verhaltensauffälligkeiten.
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- Stefanie Stiemerling (Autor), 2004, Depressionen bei Kindern und Jugendlichen - ein Einblick, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/37551