Im Frühjahr des Jahres 307 n. Chr. heiratete Konstantin, der Sohn des Constantius Chlorus, nicht nur Fausta, die Tochter seines Adoptivgroßvaters Maximian, sondern wurde auch noch von diesem adoptiert. Die folgende Arbeit will die, dieser Heirat, vorausgehenden Ereignisse nicht nur wiedergeben, sondern auch dazu nutzen zu versuchen einen kleinen Einblick in die Beweggründe der beiden Hauptakteure, Konstantin und Maximian, zu gewinnen. Die Ereigniskette, die schließlich zu dieser politischen Allianz führte, begann aber bereits mit dem Rücktritt der beiden Augusti Maximian und Diocletian.
Am 1. Mai 305 n. Chr. erfolgte der Rücktritt von Maximian und Diocletian der von den kaiserlichen Münzstätten mit den Providentia Deorum Quies Augusti Prägungen und noch von den Panegyrikern 307 und 310 n. Chr. als geplanter Akt propagiert wurde. Dieser offiziellen Propaganda entgegenlaufend gibt es auch andere antike Erklärungen für den Rücktritt. Aber auch die wissenschaftlichen Werke sind sich, nicht zuletzt aufgrund der späteren Wirren, darin uneins ob und wenn ja wann der Beschluss zum Rücktritt gefasst wurde. Dass Maximian nur unwillig zurücktrat legt zumindest der Anonymus von 307 n. Chr. nahe, da er berichtet, Maximian sei nur auf Zurede des kränkelnden Diocletian zurückgetreten.
Wie dem auch sei, dem tetrarchischen System gemäß wurden nun die beiden Caesares Galerius und Constantius zu neuen Augusti, zu deren neue Caesares wurden im Westen Flavius Valerius Severus und im Osten Maximinus Daia, ein Neffe des Galerius.
Da sowohl Daia als auch Severus aus dem Umfeld des Galerius stammten vermutet Schmitt, dass dieser mit Constantius eine Abmachung bezüglich der Einbindung seines ältesten Sohnes in das Herrschaftssystem getroffen habe und dafür Galerius Zugeständnisse bei der Machtverteilung gemacht habe. Darum sei Konstantin auch 305 n. Chr. zu seinem Vater gekommen.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- I Rücktritt Maximians, Proklamation Konstantins
- II. Die Erhebung des Maxentius und die Rückkehr Maximians
- III. Drei Chronologien. Drei Geschichten
- IV. Heirat Konstantins mit Fausta
- Resümee
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit untersucht die Heirat Konstantins, des Sohnes des Constantius Chlorus, mit Fausta, der Tochter seines Adoptivgroßvaters Maximian, im Jahr 307 n. Chr. Sie analysiert die Ereignisse, die zu dieser Heirat führten, und versucht, die Beweggründe der beiden Hauptakteure, Konstantin und Maximian, zu verstehen.
- Der Rücktritt Maximians und Diocletians und die Folgen für das tetrarchische System.
- Die Erhebung des Maxentius und die Rückkehr Maximians zur Macht.
- Die verschiedenen Chronologien der Ereignisse und ihre Auswirkungen auf die Interpretation.
- Die politische Bedeutung der Heirat Konstantins mit Fausta.
- Die Rolle des dynastischen Prinzips im tetrarchischen System.
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung führt in die Thematik der Heirat Konstantins mit Fausta ein und erläutert die Zielsetzung der Arbeit. Sie beschreibt die Ereignisse, die zum Rücktritt der Augusti Maximian und Diocletian führten, und die damit verbundene Proklamation Konstantins als Caesar.
Kapitel II behandelt die Erhebung des Maxentius zum Princeps in Rom und die Rückkehr Maximians zur Macht. Es analysiert die Gründe für den Aufstand des Maxentius und die Folgen für die politische Situation im Westen des Römischen Reiches.
Kapitel III stellt drei verschiedene Chronologiekonzepte vor und diskutiert ihre Auswirkungen auf die Interpretation der Ereignisse. Es untersucht die unterschiedlichen Perspektiven auf die Rolle Konstantins und Maximians in der politischen Krise des Jahres 306 n. Chr.
Kapitel IV analysiert die Heirat Konstantins mit Fausta im Kontext der politischen und dynastischen Machtverhältnisse. Es untersucht die Beweggründe der beiden Hauptakteure und die Bedeutung dieser Heirat für die Stabilität des Römischen Reiches.
Schlüsselwörter
Die wichtigsten Schlüsselwörter dieser Arbeit sind: Konstantin, Maximian, Fausta, Tetrarchie, Dynastie, Machtkampf, Heirat, politische Allianz, Römisches Reich, Spätantike, Chronologie, Historiographie.
Häufig gestellte Fragen
Warum heiratete Konstantin Maximians Tochter Fausta?
Die Heirat im Jahr 307 n. Chr. war eine politische Allianz, um Konstantins Machtanspruch im tetrarchischen System zu legitimieren und ein Bündnis mit dem erfahrenen Ex-Augustus Maximian zu schmieden.
Was war die Tetrarchie?
Die Tetrarchie („Viererherrschaft“) war ein von Diokletian eingeführtes Regierungssystem, bei dem das Römische Reich von zwei Oberkaisern (Augusti) und zwei Unterkaisern (Caesares) regiert wurde.
Warum kehrte Maximian nach seinem Rücktritt zur Macht zurück?
Nach dem Aufstand seines Sohnes Maxentius sah Maximian eine Chance, seine alte Machtposition wiederzuerlangen, und nutzte die Heirat seiner Tochter Fausta mit Konstantin als diplomatisches Werkzeug.
Welche Rolle spielte Constantius Chlorus?
Constantius Chlorus war der Vater von Konstantin und der rechtmäßige Augustus im Westen. Sein Tod im Jahr 306 löste die Krise aus, die schließlich zur Allianz zwischen Konstantin und Maximian führte.
War der Rücktritt von Diokletian und Maximian freiwillig?
Während die offizielle Propaganda einen geplanten Akt feierte, deuten Quellen darauf hin, dass Maximian nur sehr unwillig und auf Druck Diokletians zurücktrat.
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- BA Winfried Kumpitsch (Author), 2016, Warum Konstantin Maximians Tochter Fausta heiratete. Der Sohn des Schwiegersohnes wird zum Schwiegersohn, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/374210