Jede Aktiengesellschaft ist gesetzlich verpflichtet, jährlich einen Geschäftsbericht zu veröffentlichen. Er besteht in der Regel aus zwei Teilen: dem Textteil und dem Zahlenwerk. Letzteres enthält die Bilanz und die Gewinn- und Verlust-Rechnung; der Textteil umfasst den Lagebericht, den Bericht über Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten sowie einen Bericht über die Personalsituation. Dabei dient der Geschäftsbericht längst nicht mehr alleine dazu, den Eigentümern gegenüber Rechenschaft abzulegen über das abgelaufene Geschäftsjahr, sondern er erfüllt vielmehr fünf Funktionen:
1) informieren
2) überzeugen
3) Image prägen
4) Beziehung pflegen
5) unterhalten
Natürlich muss man den einzelnen Funktionen eine unterschiedliche Gewichtung zuordnen. Primär steht die Informationsfunktion an erster Stelle - trotzdem dürfen die übrigen Funktionen auf keinen Fall außer Acht gelassen werden. So muss ein Text verständlich sein, um die Informationsfunktion zu erfüllen; um den Leser überzeugen
zu können, sollte er Vertrauen erwecken und Kompetenz ausstrahlen, und glaubwürdig sein. Weiterhin wichtig ist die Imagepflege. Deshalb sollte der Stil imageadäquat sein, also zum Unternehmen passen. Um Beziehungen pflegen zu können, muss der Text leserorientiert und sympathisch formuliert sein.
[...]
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Brief an die Aktionäre
- Rechtschreibung
- Orthographie
- Interpunktion
- Morphologie
- Lexik
- Wortwahl
- Wortwiederholung
- Unbeholfene Wortwahl
- Inkonsequente Begrifflichkeit
- Metaphorik
- Wortwahl
- Syntax
- Ist die Syntax korrekt?
- Satzklammer
- Satzlänge
- Schachtelsätze
- Abwechslungsreiche Satzgestaltung
- Ist die Syntax korrekt?
- Stil
- Verständnis hemmender Fachjargon
- Typische Merkmale des Bürokratendeutsch
- Substantivhäufung
- Passivkonstruktionen
- Funktionsverbegefüge
- Doppelte Präpositionen
- Besondere Leseanreize
- Leserorientierung
- Unternehmensprofil
- Sprachliche Signale leiten den Leser durch den Text
- Aufzählungen werden optisch gegliedert
- Diagramme und Tabellen
- Textlogik
- Ist die Argumentation klar und stringent?
- Textaufbau
- Leitidee und Textdramaturgie
- Textstrukturierung
- Gliederungsstufen der Überschriften
- Entsprechung: Überschrift - Kapitel
- Textorganisation
- Inhaltsverzeichnis
- Glossar - Stichwortverzeichnis
- Organisationsstruktur des Unternehmens
- Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Der vorliegende Text analysiert den Geschäftsbericht der Deutsche Post World Net, um die sprachlichen Mittel und Strategien zu untersuchen, die im Text zum Einsatz kommen. Das Ziel ist es, die Stärken und Schwächen des Berichts hinsichtlich seiner Informationsfunktion, Überzeugungskraft, Imagepflege, Beziehungsqualität und Unterhaltungswert zu beurteilen.
- Sprachliche Analyse des Geschäftsberichts
- Bewertung der Informationsfunktion des Berichts
- Analyse der Überzeugungskraft und Imagepflege
- Untersuchung der Leserorientierung und Beziehungsqualität
- Bewertung der Textlogik und Strukturierung
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung erläutert die gesetzliche Verpflichtung zur Veröffentlichung eines Geschäftsberichts und beschreibt die fünf Funktionen, die er erfüllen soll: Informieren, Überzeugen, Image prägen, Beziehungen pflegen und Unterhalten. Die unterschiedliche Gewichtung dieser Funktionen wird betont, wobei die Informationsfunktion im Vordergrund steht. Der Autor verdeutlicht die Bedeutung einer klaren Sprache, um die Informationsfunktion zu erfüllen, sowie von Vertrauen und Kompetenz für die Überzeugungskraft.
Der zweite Abschnitt widmet sich dem Brief an die Aktionäre als wichtigstem Teil des Geschäftsberichts, da er dem Verfasser die Möglichkeit bietet, die Leser direkt anzusprechen. Der Autor kritisiert die Anrede im Geschäftsbericht der Deutsche Post World Net und plädiert für eine persönlichere Ansprache, um Vertrauen und Kompetenz zu vermitteln. Er bemängelt zudem, dass die Persönlichkeit des Vorstandsvorsitzenden nicht deutlich genug zum Ausdruck kommt.
Die weiteren Abschnitte befassen sich mit der Rechtschreibung, Morphologie, Wortwahl, Syntax, Stil, Leserorientierung, Textlogik, Textstrukturierung und Textorganisation. Anhand dieser Kriterien werden Stärken und Schwächen des Geschäftsberichts der Deutsche Post World Net analysiert und bewertet.
Schlüsselwörter
Geschäftsbericht, Sprachliche Analyse, Deutsche Post World Net, Informationsfunktion, Überzeugungskraft, Imagepflege, Leserorientierung, Textlogik, Textstrukturierung, Rechtschreibung, Morphologie, Wortwahl, Syntax, Stil.
Häufig gestellte Fragen
Welche Funktionen erfüllt ein moderner Geschäftsbericht?
Ein Geschäftsbericht dient nicht nur der Information, sondern soll auch überzeugen, das Image prägen, die Beziehung zu Stakeholdern pflegen und einen gewissen Unterhaltungswert bieten.
Warum ist der "Brief an die Aktionäre" sprachlich so wichtig?
Er ist das zentrale Element für die direkte Leseransprache. Er sollte Vertrauen erwecken, Kompetenz ausstrahlen und die Persönlichkeit des Vorstands widerspiegeln.
Was sind typische Merkmale von "Bürokratendeutsch" in Berichten?
Dazu gehören Substantivhäufungen, häufige Passivkonstruktionen, Funktionsverbgefüge und doppelte Präpositionen, die die Verständlichkeit oft hemmen.
Wie wird die Leserorientierung in einem Geschäftsbericht verbessert?
Durch klare sprachliche Signale, optisch gegliederte Aufzählungen, den Einsatz von Diagrammen und Tabellen sowie eine stringente Textlogik.
Welche Rolle spielt die Metaphorik in der Wirtschaftssprache?
Metaphern helfen dabei, komplexe wirtschaftliche Zusammenhänge anschaulicher zu machen, bergen aber auch die Gefahr einer unpräzisen oder klischeehaften Ausdrucksweise.
- Quote paper
- Annette Leurs (Author), 2002, Geschäftsbericht - Sprachliche Analyse, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/3741