Bausparen ist keine brandneue Idee, sondern blickt auf eine lange Tradition zurück. Bereits vor ca. 230 Jahren entstand der Gedanke des Kollektivsparens in England und erreichte in der Zeit der Weimarer Republik den deutschen Raum. Nach dem 2. Weltkrieg waren die finanziellen Mittel knapp um sich eigenen Wohnraum leisten zu können. Das Konzept des Bausparens basiert auf der Idee einer Gemeinschaft indem mehrere Sparer eine freiwillige Summe in einen Fonds (Geldmittelbestand für bestimmte Zwecke) einzahlen. Durch Eigenkapital sowie durch die Darlehenszinsen der restlichen Einzahler konnten die ersten Sparer schneller ihr Bauvorhaben umsetzen. Dieses Prinzip gilt bis heute und hat sich nur auf Grund von Gesetzesänderungen an die aktuelle Situation angepasst. Jahrzehntelang war diese Methode der erste Zugang junger Sparer zum Kapitalmarkt. Lange bevor sich Aktienfonds und Banksparpläne verbreiteten, bekamen junge Auszubildende und Abiturienten Bausparverträge zum 18. Geburtstag geschenkt – um sich irgendwann einmal den Traum vom Eigenheim erfüllen zu können.
In heutigen Zeiten ist es für Privatanleger besonders schwer für das hart ersparte Kapital vernünftige Anlegeoptionen zu finden, ohne ein Risiko einzugehen. In meiner Arbeit geht es um die Zukunftsfähigkeit dieser Spar- und Darlehensform sowie um die Chancen und Risiken in Verbindung mit der aktuellen Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). Um die Zusammenhänge besser erklären zu können werde ich zunächst auf das Prinzip Bausparen eingehen und im letzten Abschnitt meiner Arbeit werden Schlussfolgerungen aus den Erkenntnissen gezogen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Prinzip des Bausparens
3. Phasen des Bausparens
3.1. Sparphase
3.1.1. Wohnungsbauprämie
3.1.2. Vermögenswirksame Leistungen
3.1.3. Wohn-Riester
3.2. Tarife des Bausparens
4. Zuteilungsphase des Bausparvertrages
5. Darlehens- und Tilgungsphase
6. Umkehr des Grundprinzips durch die Niedrigzinsphase
7. Wohnimmoblilienkreditrichtlinie
8. Finanzkrise – Entstehung Niedrigzinspolitik
9. Folgen der Niedrigzinspolitik
10. Bausparkassen im Wandel
10.1. Novellierung des Bausparkassengesetz
10.2. Risiken durch die Gesetzesänderung
10.3. Chancen durch die Gesetzesänderung
11. Schlussfolgerungen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Zukunftsfähigkeit des Bausparens im Kontext einer anhaltenden Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). Dabei wird die Entwicklung von der klassischen Spar- und Darlehensform hin zu modernen Finanzierungslösungen kritisch hinterfragt und analysiert, wie sich Bausparkassen durch rechtliche Anpassungen und digitale Angebote behaupten.
- Historische Entwicklung und Grundlagen des Bausparprinzips
- Staatliche Förderinstrumente wie Wohnungsbauprämie und Wohn-Riester
- Auswirkungen der Niedrigzinsphase auf das Bausparmodell
- Anpassungsstrategien der Bausparkassen durch Gesetzesänderungen
- Potenziale der Digitalisierung für das Bausparprodukt
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
Bausparen ist keine brandneue Idee, sondern blickt auf eine lange Tradition zurück. Bereits vor ca. 230 Jahren entstand der Gedanke des Kollektivsparens in England und erreichte in der Zeit der Weimarer Republik den deutschen Raum. Nach dem 2. Weltkrieg waren die finanziellen Mittel knapp um sich eigenen Wohnraum leisten zu können. Das Konzept des Bausparens basiert auf der Idee einer Gemeinschaft indem mehrere Sparer eine freiwillige Summe in einen Fonds (Geldmittelbestand für bestimmte Zwecke) einzahlen. Durch Eigenkapital sowie durch die Darlehenszinsen der restlichen Einzahler konnten die ersten Sparer schneller ihr Bauvorhaben umsetzen. Dieses Prinzip gilt bis heute und hat sich nur auf Grund von Gesetzesänderungen an die aktuelle Situation angepasst. Jahrzehntelang war diese Methode der erste Zugang junger Sparer zum Kapitalmarkt. Lange bevor sich Aktienfonds und Banksparpläne verbreiteten, bekamen junge Auszubildende und Abiturienten Bausparverträge zum 18. Geburtstag geschenkt – um sich irgendwann einmal den Traum vom Eigenheim erfüllen zu können.
In heutigen Zeiten ist es für Privatanleger besonders schwer für das hart ersparte Kapital vernünftige Anlegeoptionen zu finden, ohne ein Risiko einzugehen. In meiner Arbeit geht es um die Zukunftsfähigkeit dieser Spar- und Darlehensform sowie um die Chancen und Risiken in Verbindung mit der aktuellen Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). Um die Zusammenhänge besser erklären zu können werde ich zunächst auf das Prinzip Bausparen eingehen und im letzten Abschnitt meiner Arbeit werden Schlussfolgerungen aus den Erkenntnissen gezogen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Beschreibt die historische Entwicklung des Bausparens und definiert die Zielsetzung der Arbeit unter Berücksichtigung der aktuellen EZB-Niedrigzinspolitik.
2. Prinzip des Bausparens: Erläutert die rechtliche Definition von Bausparkassen gemäß BauSparkG und stellt das grundlegende Funktionsprinzip der Bauspargemeinschaft dar.
3. Phasen des Bausparens: Analysiert die Sparphase mit ihren staatlichen Förderinstrumenten sowie die unterschiedlichen Tarifarten, die den Bausparern zur Verfügung stehen.
4. Zuteilungsphase des Bausparvertrages: Erklärt die Voraussetzungen für die Zuteilung, wie etwa die Bewertungszahl, und zeigt die Handlungsoptionen des Sparers nach Erreichen der Zuteilungsreife auf.
5. Darlehens- und Tilgungsphase: Behandelt die Phase der Darlehensrückzahlung, charakterisiert durch feste Zinssätze und gleichbleibende Raten über die gesamte Laufzeit.
6. Umkehr des Grundprinzips durch die Niedrigzinsphase: Beschreibt die Entstehung der Bauspar-Sofortfinanzierung als Reaktion auf das veränderte Zinsumfeld, bei der erst gebaut und dann gespart wird.
7. Wohnimmoblilienkreditrichtlinie: Diskutiert die Auswirkungen der neuen EU-Richtlinie auf die Kreditwürdigkeitsprüfung und die daraus resultierenden Herausforderungen für den Eigenheimtraum.
8. Finanzkrise – Entstehung Niedrigzinspolitik: Zeichnet die Ursprünge der Finanzkrise ab 2007 nach und deren direkte Folgen für die Zinspolitik der EZB.
9. Folgen der Niedrigzinspolitik: Erörtert die Konsequenzen der anhaltenden Niedrigzinsen, insbesondere die Kündigung von Altverträgen durch Bausparkassen und die damit verbundenen Rechtsstreitigkeiten.
10. Bausparkassen im Wandel: Untersucht die Novellierung des Bausparkassengesetzes sowie die daraus resultierenden Chancen und Risiken für die Branche und deren digitale Transformation.
11. Schlussfolgerungen: Fasst zusammen, dass Bausparen trotz eines schwierigen Marktumfeldes ein robustes Produkt bleibt, das sich durch notwendige Anpassungen zukunftsfähig aufstellt.
Schlüsselwörter
Bausparen, Niedrigzinspolitik, EZB, Bausparkassen, BauSparkG, Eigenheim, Sparphase, Zuteilung, Bauspardarlehen, Wohn-Riester, Wohnungsbauprämie, Finanzkrise, Immobilienkreditrichtlinie, Digitalisierung, Kapitalmarkt
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Zukunftsfähigkeit des Bausparens vor dem Hintergrund der kontinuierlichen Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Felder umfassen die Funktionsweise des Bausparens, staatliche Fördermöglichkeiten, die Auswirkungen der Finanzkrise auf das Zinsniveau sowie gesetzliche Neuregelungen für Bausparkassen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, die Zukunftsfähigkeit der Spar- und Darlehensform Bausparen in einem schwierigen Marktumfeld kritisch zu diskutieren und Chancen sowie Risiken durch gesetzliche Änderungen aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es handelt sich um eine analytische Hausarbeit, die auf einer theoretischen Fundierung durch Fachliteratur, Gesetze, aktuelle Urteile und Datenanalysen basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit primär behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Erläuterung des Bausparprinzips, die Analyse der Auswirkungen der Niedrigzinspolitik auf die Bausparkassen und die Darstellung der Anpassungsstrategien durch Gesetzesnovellierungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung am besten?
Die wichtigsten Begriffe sind Bausparen, Niedrigzinspolitik, EZB, Bausparkassen, Bauspardarlehen, Eigenheimfinanzierung und gesetzliche Novellierung.
Wie hat die Finanzkrise 2007/2008 das Bausparen nachhaltig beeinflusst?
Die Krise löste die Niedrigzinspolitik der EZB aus, was die klassischen Ertragsmodelle der Bausparkassen unter Druck setzte und zu einer notwendigen Neuausrichtung des Produkts führte.
Was bedeutet die "Umkehr des Grundprinzips" beim Bausparen?
In Zeiten niedriger Zinsen wurde die "Bauspar-Sofortfinanzierung" populär, bei der Kunden den Kreditbetrag sofort erhalten und das Sparen quasi nachgelagert oder durch Fremdgeldbesparung ersetzt wird.
Welche Chancen bietet die Novellierung des Bausparkassengesetzes den Instituten?
Die Gesetzesänderung ermöglicht eine breitere Kreditvergabe, die Erlaubnis zur Emission von Hypothekenpfandbriefen und flexiblere Anlagemöglichkeiten, was die Reichweite und Produktvielfalt erhöht.
Warum ist das Image der Bausparkassen laut Arbeit trotz Krisenfestigkeit belastet?
Die Kündigung von zehntausenden Altverträgen mit hohen Guthabenzinsen durch die Bausparkassen führte zu Rechtsstreitigkeiten und einem Vertrauensverlust bei den Kunden, auch wenn die Gerichte teilweise zugunsten der Kassen entschieden.
- Arbeit zitieren
- Stefan Haßfurter (Autor:in), 2017, Bausparen in Zeiten einer kontinuierlichen Niedrigzinspolitik der EZB, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/373490