Trotz der hohen Anzahl an empirischen Untersuchungen in den Wirtschaftswissenschaften, besonders im amerikanischen Sprachraum, gibt es wenige empirische Arbeiten, die auf die wissenschaftstheoretischen Grundlagen dieser Methode hinweisen. Im dieser Arbeit soll deshalb in einem ersten Schritt ein Überblick über die Grundidee und Entwicklung des Positivismus gegeben werden. Dabei soll insbesondere die Entwicklung vom klassischen Positivismus zum kritischen Rationalismus und die daraus resultierenden Veränderungen dargestellt werden.
Darauf aufbauend wird die Relevanz positivistischer Einflüsse auf die Betriebswirtschaftslehre dargestellt. Im dritten Kapitel werden mit Wertrelevanztests und Studien zur Wirkung von Ad-hoc-Meldungen auf den Kapitalmarkt konkrete Anwendungsbeispiele empirischer Untersuchungen in der rechnungsorientierten Betriebswirtschaftslehre vorgestellt. Abschließend wird das Grundkonzept des Positivismus kritisch hinterfragt und es werden Kritikpunkte zum Einsatz empirischer Verfahren in der rechnungsorientierten Betriebswirtschaftslehre, insbesondere anhand der Kritik an den in dieser Arbeit vorgestellten Verfahren, dargestellt.
Inhaltsverzeichnis
- Abkürzungsverzeichnis
- 1 Positivismus: Fruchtbare Theorie oder Sackgasse
- 2 Positivismus
- 2.1 Grundidee und Entwicklungsgeschichte
- 2.2 Einfluss auf die Betriebswirtschaftslehre
- 3 Positivismus in der rechnungsorientierten Betriebswirtschaftslehre
- 3.1 Wertrelevanztests in der Rechnungslegung
- 3.2 Aktienmarktwirkung von Ad-hoc-Meldungen
- 4 Kritische Betrachtung
- 4.1 Allgemeines
- 4.2 Positivismus und rechnungsorientierte Betriebswirtschaftslehre
- 5 Fazit
- Quellenverzeichnis
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Seminararbeit untersucht den Einfluss des Positivismus auf die rechnungsorientierte Betriebswirtschaftslehre. Im Fokus steht die Frage, ob der Positivismus eine fruchtbare Theorie oder eine Sackgasse darstellt. Dabei wird insbesondere die Relevanz empirischer Studien für die internationale Rechnungslegung beleuchtet.
- Grundidee und Entwicklungsgeschichte des Positivismus
- Einfluss des Positivismus auf die Betriebswirtschaftslehre
- Anwendungsbeispiele empirischer Untersuchungen in der rechnungsorientierten Betriebswirtschaftslehre
- Kritische Betrachtung des Positivismus und der Anwendung empirischer Verfahren
Zusammenfassung der Kapitel
Das erste Kapitel führt den Leser in die Thematik des Positivismus und seiner Bedeutung für die rechnungsorientierte Betriebswirtschaftslehre ein. Im zweiten Kapitel werden die Grundidee und die Entwicklung des Positivismus von seinen Anfängen im klassischen Empirismus bis hin zum Neopositivismus des Wiener Kreises erläutert. Das dritte Kapitel präsentiert konkrete Anwendungsbeispiele empirischer Untersuchungen in der rechnungsorientierten Betriebswirtschaftslehre, wie Wertrelevanztests und Studien zur Aktienmarktwirkung von Ad-hoc-Meldungen. Abschließend werden im vierten Kapitel kritische Punkte zum Einsatz empirischer Verfahren in der rechnungsorientierten Betriebswirtschaftslehre diskutiert.
Schlüsselwörter
Positivismus, empirische Forschung, Rechnungslegung, Betriebswirtschaftslehre, Wertrelevanztests, Ad-hoc-Meldungen, Aktienmarkt, kritische Betrachtung
Häufig gestellte Fragen
Was ist die Grundidee des Positivismus in der BWL?
Der Positivismus basiert auf der Annahme, dass Erkenntnis auf beobachtbaren Fakten und empirischen Untersuchungen beruhen sollte, um objektive Gesetzmäßigkeiten abzuleiten.
Was versteht man unter Wertrelevanztests?
Dies sind empirische Verfahren in der Rechnungslegung, die untersuchen, inwiefern Bilanzdaten (z. B. Eigenkapital, Gewinn) den Marktwert eines Unternehmens beeinflussen oder erklären.
Wie wirken sich Ad-hoc-Meldungen auf den Kapitalmarkt aus?
Positivistische Studien untersuchen die unmittelbare Reaktion von Aktienkursen auf Pflichtmitteilungen, um die Informationseffizienz des Marktes und die Relevanz der Meldungen zu prüfen.
Was ist die Kritik am Positivismus in der Rechnungslegung?
Kritiker hinterfragen, ob rein empirische Verfahren die Komplexität wirtschaftlicher Realität erfassen können und ob die Fokussierung auf beobachtbare Daten wichtige normative Aspekte vernachlässigt.
Wie entwickelte sich der Positivismus zum kritischen Rationalismus?
Die Arbeit zeigt den Wandel vom klassischen Positivismus, der auf Verifikation setzte, hin zum kritischen Rationalismus (Karl Popper), der die Falsifizierbarkeit von Hypothesen ins Zentrum stellt.
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- Jennifer Fey (Author), 2016, Positivismus in der rechnungsorientierten Betriebswirtschaftslehre, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/373275