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Die europäische Kolonisierung Afrikas

Title: Die europäische Kolonisierung Afrikas

Seminar Paper , 2001 , 22 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Marko Ferst (Author)

Politics - Region: Africa
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Summary Excerpt Details

Von vielen Autoren wird behauptet, das Afrika der vorkolonialen Zeit habe an der Geschichte nicht teilgenommen. Für Coupland beginnt die Geschichte Afrikas mit dem europäischen Forschungsreisenden Livingstone, der den Süden des Kontinents erkundete. Die Mehrheit der Bewohner, so Coupland, lebe seit ewigen Zeiten in tiefer Barbarei(1). Hegel meinte aus angeblich fehlender geschichtlicher Bewegung und Entwicklung, das Befangensein der Menschen noch ganz im natürlichen Geiste konstatieren zu dürfen, daß der afrikanische Weltteil ohne Geschichte sei und unaufgeschlossen. Gaxotte wirft den afrikanischen Völkern gar vor, sie hätten keine großen Philosophen, Literaten und Wissenschaftler hervorgebracht. Andere vermissen „richtige“ Staaten oder Revolutionen und schlußfolgern daraus das Nicht-Stattfinden von Geschichte. (2)
[...]
_____
1 Joseph Ki-Zerbo; Die Geschichte Schwarzafrikas, Wuppertal, 1979, S.24
2 ebenda, S.24-26

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einstieg und Vorbemerkung

2. Die Kolonisierung Afrikas

3. Der lange Schatten des Kolonialismus

3.1 a) Politische Unabhängigkeit und wirtschaftliche Abhängigkeit

3.2 b) Schuldenkrise

3.3 c) Aspekte der Wiedergutmachung und Konsequenzen

4. Der deutsche Völkermord in Namibia und die Wiedergutmachung

5. Zitierte und benutze Bücher/ Endnoten

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit analysiert die historischen und strukturellen Auswirkungen der europäischen Kolonisierung Afrikas mit dem Ziel, Möglichkeiten und Notwendigkeiten einer moralischen und materiellen Wiedergutmachung zu erörtern. Die Forschungsfrage konzentriert sich dabei insbesondere auf das Spannungsfeld zwischen kolonialem Erbe, aktueller wirtschaftlicher Abhängigkeit und der notwendigen Aufarbeitung des Völkermords an den Herero und Nama.

  • Historische Analyse des europäischen Kolonialismus und Sklavenhandels.
  • Strukturelle Untersuchung wirtschaftlicher Abhängigkeiten und Schuldenkrisen afrikanischer Staaten.
  • Ethische Reflexion über Wiedergutmachung und Versöhnung.
  • Fallstudie: Der Völkermord an den Herero und Nama in Namibia als Beispiel historischer Schuld.
  • Diskussion über Wege einer zukünftigen, auf Eigenentwicklung basierenden afrikanischen Renaissance.

Auszug aus dem Buch

Die Kolonisierung Afrikas

1482 landen Portugiesen in Westafrika an der sogenannten Goldküste. Sie bitten einen dortigen Häuptling, eine christliche Kirche auf seinem Gebiet bauen zu dürfen. Er lehnt ab, die Portugiesen bauen ein Fort und setzen sich fest. Dies ist nun kaum als Akt christlicher Nächstenliebe zu verstehen, sondern hat den Zweck, den Sklavenhandel in Gang zu bringen. So sehen die ersten Spatenstiche für das Zeitalter des Kolonialismus in Afrika aus. Die Portugiesen waren von den Europäern als erste am Zug.

Auf Vorschlag des Dominikaners B. De Las Casas hob der Kaiser Karl der V. 1517 das 1503 erlassene Verbot auf, schwarze Sklaven aus Westafrika in die spanischen Kolonien der neuen Welt zu transportieren. Bis Ende des 17. Jahrhunderts blieb der Sklavenhandel in den Händen privilegierter Handelskompanien, seitdem betrieben private Kaufleute der seefahrenden Nationen Europas das lukrative Geschäft.

Die Sklavenwirtschaft wurde zum Motor des Dreieckshandels. Alkohol, Tand und Waffen wurden nach Afrika für die Sklavenbeschaffer gebracht. Von dort wurden die Sklaven unter unwürdigsten Bedingungen auf den amerikanischen Kontinent verschifft. Nach Europa gelangten: Zucker, Kaffee, Baumwolle, Tabak, Rum. Diesem Dreieckshandel verdankte Europa eine ungeheure Zunahme seines Wohlstandes. Ohne diese Gewinne, so Gerd v. Paczensky, wäre der Start zur industriellen Revolution und der Ausbau der westlichen Überlegenheit über die anderen Kontinente nicht so schwungvoll, vielleicht überhaupt nicht möglich gewesen.

Zusammenfassung der Kapitel

Einstieg und Vorbemerkung: Das Kapitel hinterfragt die eurozentrische Geschichtsschreibung, die Afrika die Teilhabe an der Geschichte abspricht, und legt die Grundlage für die Analyse des kolonialen Erbes.

Die Kolonisierung Afrikas: Dieser Abschnitt beleuchtet den Beginn des Sklavenhandels und den daraus resultierenden Aufbau des europäischen Wohlstandes durch Ausbeutung und Dreieckshandel.

Der lange Schatten des Kolonialismus: Hier werden die fortbestehenden wirtschaftlichen Abhängigkeiten, die Schuldenkrise afrikanischer Staaten sowie Forderungen und Konzepte zur Wiedergutmachung diskutiert.

Der deutsche Völkermord in Namibia und die Wiedergutmachung: Anhand des Völkermords an den Herero und Nama wird die deutsche Verantwortung aufgezeigt und kritisch bewertet, wie die Bundesrepublik mit diesem historischen Unrecht umgeht.

Zitierte und benutze Bücher/ Endnoten: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur sowie Verweise auf Quellenbelege.

Schlüsselwörter

Kolonialismus, Afrika, Sklavenhandel, Herero, Nama, Namibia, Wiedergutmachung, Völkermord, wirtschaftliche Abhängigkeit, Schuldenkrise, Entwicklungszusammenarbeit, deutsche Geschichte, Eurozentrismus, Landreform, Versöhnung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die geschichtliche und soziale Dimension der europäischen Kolonisierung Afrikas sowie die daraus erwachsende moralische und politische Verantwortung Europas, insbesondere Deutschlands, gegenüber den geschädigten Völkern.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind der transatlantische Sklavenhandel, die koloniale Ausbeutung von Ressourcen, heutige strukturelle wirtschaftliche Abhängigkeiten, die Schuldenkrise sowie der Völkermord an den Herero und Nama.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, den Verlust der afrikanischen Entwicklungspotenziale durch den Kolonialismus darzustellen und zu diskutieren, wie eine ernsthafte Wiedergutmachung aussehen könnte, die über materielle Entschädigungen hinausgeht.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine historische und politikwissenschaftliche Analyse, die unter anderem Reisebeschreibungen, offizielle Statistiken und eine kritische Auseinandersetzung mit historischer sowie aktueller Fachliteratur kombiniert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt den Dreieckshandel, die koloniale Grenzziehung, die strukturelle Armut durch Weltwirtschaftsmechanismen und ausführlich das historische Unrecht der deutschen Schutztruppen in Namibia.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Kolonialismus, Völkermord, Wiedergutmachung, Schuldenkrise, wirtschaftliche Ausbeutung und historische Verantwortung charakterisiert.

Wie bewertet der Autor das Verhalten der deutschen Bundesregierung gegenüber Namibia?

Der Autor kritisiert die deutsche Regierung scharf dafür, dass sie sich lange Zeit der Anerkennung des Völkermords entzog, Forderungen nach Entschädigungen abwies und die historische Verantwortung nur zögerlich und unvollständig wahrnahm.

Warum spielt die Landfrage in Namibia eine so zentrale Rolle?

Die Landfrage ist aufgrund der historischen Enteignung der Herero und Nama durch deutsche Siedler und der nach wie vor bestehenden ungleichen Landverteilung ein zentraler Konfliktpunkt für soziale Gerechtigkeit und ökonomische Stabilität in Namibia.

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Details

Title
Die europäische Kolonisierung Afrikas
College
Free University of Berlin  (Otto-Suhr-Institut)
Course
Proseminar 15109: Einführung in die politische Geschichte des afrikanischen Kontinents. Überblick von den Anfängen bis zur Gegenwart (Politik und Geschichte)
Grade
2,3
Author
Marko Ferst (Author)
Publication Year
2001
Pages
22
Catalog Number
V3720
ISBN (eBook)
9783638123020
Language
German
Tags
Kolonisierung Afrikas Proseminar Einführung Geschichte Kontinents Anfängen Gegenwart Geschichte)
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Marko Ferst (Author), 2001, Die europäische Kolonisierung Afrikas, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/3720
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