Ziel dieser Arbeit ist es, einen Beitrag zur Identifikation relevanter Einflussfaktoren für proaktives Arbeitsverhalten, unter Berücksichtigung individueller und kultureller Aspekte, zu leisten.
Aus diesem Grund wurden Einflussfaktoren von proaktivem Arbeitsverhalten untersucht. Dabei wurde analysiert, welchen Effekt Rollenambiguität, ausgewählte Kulturdimensionen sowie bestimmte Persönlichkeitsfaktoren auf derartiges Verhalten ausüben. Die Kulturdimensionen, die in diese Studie aufgenommen wurden, sind Machtdistanz und Unsicherheitsvermeidung. Die untersuchten Persönlichkeitsfaktoren belaufen sich auf role breadth self-efficacy (Selbstwirksamkeit hinsichtlich einer breit definierten Rolle) und desire for control (Verlangen nach Kontrolle). Neben vermuteten direkten Einflüssen wurden zudem moderierende Einflüsse der Kulturdimensionen und der Persönlichkeitsfaktoren auf den Effekt von Rollenambiguität auf proaktives Arbeitsverhalten untersucht. Die Studie wurde mit Hilfe eines Online-Fragebogens in zwei verschiedenen Kulturen durchgeführt. 144 Teilnehmer aus Deutschland (68) und Italien (76) beantworten dazu für jedes Konstrukt eine Reihe von Fragen.
Die Ergebnisse zeigen, dass Rollenambiguität, Machtdistanz, role breadth self-efficacy, und desire for control proaktives Arbeitsverhalten beeinflussen. Lediglich Unsicherheitsvermeidung beeinflusst proaktives Arbeitsverhalten nicht. Zudem wurden keine Moderatoreffekte hinsichtlich der zusammenfassenden Skala proaktiven Arbeitsverhaltens gefunden. Bei weiterführender Datenanalyse zeigten sich jedoch moderierende Einflüsse von sowohl Machtdistanz als auch Unsicherheitsvermeidung auf Unterkategorien dieser Variable.
Inhaltsverzeichnis
- Fragestellung
- Theoretischer Hintergrund & Hypothesen
- Proaktives Arbeitsverhalten & Rollenambiguität
- Kulturelle Faktoren: Machtdistanz & Unsicherheitsvermeidung
- Persönlichkeitsfaktoren: Role Breadth Self-Efficacy & Desire for Control
- Methodik
- Stichprobe
- Design und Durchführung
- Ergebnisse
- Voranalysen
- Hypothesenüberprüfung
- Weiterführende Datenanalyse
- Diskussion
- Zusammenfassung & Theoretische Implikationen
- Praktische Implikationen
- Limitationen & Zukünftige Forschung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Masterarbeit untersucht die Einflussfaktoren von proaktivem Arbeitsverhalten. Der Fokus liegt auf dem Einfluss von Rollenambiguität, kulturellen Dimensionen und Persönlichkeitsfaktoren auf proaktives Verhalten am Arbeitsplatz. Die Arbeit zielt darauf ab, einen Beitrag zum Verständnis der Zusammenhänge zwischen Arbeitskontext, Kultur und Proaktivität zu leisten und die Lücke in der empirischen Forschung zu schließen.
- Einfluss von Rollenambiguität auf proaktives Arbeitsverhalten
- Rolle kultureller Dimensionen (Machtdistanz und Unsicherheitsvermeidung) im Zusammenhang mit proaktivem Arbeitsverhalten
- Einfluss von Persönlichkeitsfaktoren (role breadth self-efficacy und desire for control) auf proaktives Arbeitsverhalten
- Moderierende Effekte von Kulturdimensionen und Persönlichkeitsfaktoren auf den Einfluss von Rollenambiguität auf proaktives Arbeitsverhalten
- Untersuchung von Unterkategorien des proaktiven Arbeitsverhaltens
Zusammenfassung der Kapitel
Das erste Kapitel stellt die Fragestellung der Arbeit dar und beleuchtet den aktuellen Forschungsstand zum Thema Proaktivität am Arbeitsplatz. Kapitel 2 präsentiert den theoretischen Hintergrund und die Hypothesen, die in der Studie überprüft werden. Es werden die Konstrukte Rollenambiguität, proaktives Arbeitsverhalten, Kulturdimensionen (Machtdistanz und Unsicherheitsvermeidung) und Persönlichkeitsfaktoren (role breadth self-efficacy und desire for control) definiert und in Beziehung zueinander gesetzt. Das dritte Kapitel beschreibt die Methodik der Studie, inklusive Stichprobenbeschreibung, Design und Durchführung. Kapitel 4 präsentiert die Ergebnisse der Studie, darunter Voranalysen, die Überprüfung der Hypothesen und weiterführende Datenanalysen. Im letzten Kapitel, der Diskussion, werden die Ergebnisse zusammengefasst und theoretische und praktische Implikationen gezogen. Abschließend werden Limitationen der Studie und zukünftige Forschungsbedarfe beleuchtet.
Schlüsselwörter
Proaktives Arbeitsverhalten, Rollenambiguität, Machtdistanz, Unsicherheitsvermeidung, role breadth self-efficacy, desire for control, Kultur, Persönlichkeit, Arbeitskontext, empirische Forschung, Online-Fragebogen.
Häufig gestellte Fragen
Was versteht man unter proaktivem Arbeitsverhalten?
Proaktives Arbeitsverhalten bezeichnet selbstinitiiertes, zukunftsorientiertes Handeln, das darauf abzielt, die Arbeitssituation oder sich selbst positiv zu verändern.
Wie wirkt sich Rollenambiguität auf die Proaktivität aus?
Unklarheit über die eigenen Aufgaben (Rollenambiguität) kann proaktives Verhalten hemmen, da Mitarbeiter unsicher sind, welche Initiativen erwünscht oder effektiv sind.
Was bedeutet "Role Breadth Self-Efficacy"?
Es ist das Vertrauen eines Mitarbeiters in seine Fähigkeit, über die Kernaufgaben hinaus vielfältige und proaktive Aufgaben erfolgreich zu bewältigen.
Welchen Einfluss hat die Kulturdimension Machtdistanz?
In Kulturen mit hoher Machtdistanz ist proaktives Verhalten oft weniger ausgeprägt, da Mitarbeiter eher auf Anweisungen von Vorgesetzten warten.
Was ist "Desire for Control" im Arbeitskontext?
Es beschreibt das individuelle Verlangen einer Person, Einfluss auf ihre Umwelt und ihre Arbeitsabläufe auszuüben, was ein starker Treiber für Proaktivität ist.
- Quote paper
- Philipp Ilgner (Author), 2017, Kultur und Persönlichkeit als Einflussfaktoren zwischen Rollenambiguität und proaktivem Arbeitsverhalten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/372078