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Homosexualität im Mittelalter

Title: Homosexualität im Mittelalter

Elaboration , 2014 , 18 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Saskia Kölsch (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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In dieser Arbeit soll der Frage nachgegangen werden, welche Rolle Homosexualität im Mittelalter spielte, welche Ansichten vorherrschten und wie damit umgegangen wurde. Dies schließt sowohl die Beleuchtung der Standpunkte von Persönlichkeiten wie Thomas von Aquin oder Albertus Magnus, die neben der christlichen Einstellung ebenfalls bedeutenden Einfluss auf die Gesellschaft bewirkten, ein und ebenfalls die Rolle der Homosexualität in der Ketzerverfolgung, wobei in diesem Kontext ein beispielhafter Blick auf den Orden der Templer geworfen werden soll.

Da es sich um eine im Inhalt und Umfang begrenzte Seminararbeit handelt würde eine sehr differenzierte Gegenüberstellung von verschiedenen Standpunkten und Theorien zu diesem Thema den Umfang dieser Arbeit sprengen würde. Nichtsdestotrotz soll ebenfalls ein kurzer Diskurs zu den Mitgliedern des Templerordens erfolgen, da diese mit dem Thema Homosexualität im Mittelalter sehr stark in Verbindung stehen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung und Fragestellung

1.1 Definition von Homosexualität

1.2 Exkurs: Der Untergang Sodoms – Grundlage der „Sodomie“?

2. Homosexualität/Sodomie – verschiedene Sichtweisen

2.1 Peter Damianus

2.2 Albertus Magnus

2.3 Thomas von Aquin

3. Die Rolle der Homosexualität in der Ketzerverfolgung

3.1 Inquisition

3.2 Dämonisierung der Homosexualität

3.3 Exkurs: Die Templer und Homosexualität

4. Zusammenfassung/Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle und gesellschaftliche Wahrnehmung von Homosexualität im Mittelalter. Dabei steht die Forschungsfrage im Vordergrund, wie theologische Ansichten und kirchenpolitische Machtinstrumente, insbesondere die Inquisition, genutzt wurden, um gleichgeschlechtliche Sexualität zu kriminalisieren, dämonisieren und politisch zu instrumentalisieren.

  • Theologische Begründung der „widernatürlichen Sünde“ bei Denkern wie Thomas von Aquin und Albertus Magnus.
  • Die historische Rolle der „Sodomie“ als Sammelbegriff für nicht fortpflanzungsorientierte Sexualpraktiken.
  • Die Instrumentalisierung von Homosexualitätsvorwürfen im Rahmen der Ketzer- und Hexenverfolgung.
  • Fallstudie zum Templerorden als Beispiel für politische Verfolgung unter dem Deckmantel moralischer Anschuldigungen.

Auszug aus dem Buch

3.1 Inquisition

Im 13. Jahrhundert nahm die Inquisition als Reaktion auf das Erscheinen immer mehr Ketzer(-gruppierungen) ihren vorläufigen Höhepunkt. Ab dem Jahr 1252 war es den Inquisitoren erlaubt, Folter als „Mittel der Wahrheitserpressung, aber auch als Unterdrückungs- und Repressionsmedium“ einzusetzen, was durch eine erhebliche Anzahl an anonymen Anzeigen und Lücken im Bußgeheimnis, beziehungsweise recht eindeutiger Aussagen der Pfarrer, häufig zum Einsatz kam.

In seinem Werk „Krötenkuß und schwarzer Kater“ beschreibt Bernd-Ulrich Hergemöller die Vorstellungen und Phantasien der Inquisitoren des 13. Jahrhunderts, in denen auch die Sodomie eine große Rolle spielt. Dabei bezieht er sich im Besonderen auf die Bulle „Vox in Rama“ (1233), wobei es sich um ein Schreiben des Papstes Georg IX handelt, in dem er darüber informiert, dass laut des Inquisitors Konrad von Marburg eine neue Form der Häresie, die Teufelsanbetung, aufgetaucht sei, worunter auch die Homosexualität und alle weiteren widernatürlichen Sünden fallen.

Zum Audruck kommt immer wieder der Hass des Papstes gegen Sodomiter und Homosexuelle, die auch von bedeutsamen Predigern, wie Berthold von Regensburg geteilt wird. Weiterhin tauchen hier wieder die Ansichten von Albertus Magnus und Thomas von Aquin auf und auch die radikalen Worte des Peter Damianus lassen sich wiederfinden.

In „Vox in Rama“ beschreibt Papst Georg IX, wie Sodomie immer wieder zu schlimmen Strafen Gottes führe, was er zu Beginn mit dem Untergang Sodoms begründet und im Weiteren auch das Abschlachten der Benjamiter, nachdem sie sich ebenso wie die Männer Sodoms verhielten, als Beispiel aufführt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung und Fragestellung: Die Arbeit führt in die Thematik der gesellschaftlichen Rolle von Homosexualität im Mittelalter ein und erläutert die Relevanz der Untersuchung sowie die Definition der Begriffe.

2. Homosexualität/Sodomie – verschiedene Sichtweisen: Dieses Kapitel analysiert die theologischen Standpunkte einflussreicher Denker wie Peter Damianus, Albertus Magnus und Thomas von Aquin, welche die moralische Grundlage für die Stigmatisierung legten.

3. Die Rolle der Homosexualität in der Ketzerverfolgung: Die Untersuchung zeigt auf, wie durch die Inquisition Vorwürfe der Sodomie als politisches Werkzeug gegen Häretiker, Hexen und den Templerorden eingesetzt wurden.

4. Zusammenfassung/Fazit: Das Fazit resümiert die Instrumentalisierung von Sexualitätsvorwürfen als Machtinstrument und stellt eine Verbindung zur anhaltenden Diskriminierung in der Gegenwart her.

Schlüsselwörter

Homosexualität, Sodomie, Mittelalter, Inquisition, Ketzerverfolgung, Thomas von Aquin, Albertus Magnus, Hexenhammer, Templerorden, widernatürliche Sünde, Machtinstrument, Diskriminierung, Vox in Rama, Moraltheologie, Ketzerei.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die gesellschaftliche und kirchliche Behandlung von Homosexualität im Mittelalter und untersucht deren Verknüpfung mit der Ketzerverfolgung.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die theologischen Diskurse des Hochmittelalters, die Inquisition als Machtapparat und die Instrumentalisierung von Sodomievorwürfen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit fragt nach der Rolle der Homosexualität im Mittelalter, den vorherrschenden Ansichten und wie diese zur Ausgrenzung und Verfolgung von Menschen genutzt wurden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine Seminararbeit, die historische Quellen und wissenschaftliche Fachliteratur auswertet, um die Entwicklung der Sichtweisen auf Homosexualität darzustellen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil beleuchtet die Theorien von Gelehrten wie Thomas von Aquin sowie die Anwendung dieser Ideologien durch die Inquisition, inklusive einer Fallstudie zum Untergang des Templerordens.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Sodomie, Inquisition, Ketzerei und die Stigmatisierung von Lebensformen durch kirchliche Institutionen.

Welche Bedeutung hatte die Bulle „Vox in Rama“ für die Verfolgung?

Diese Bulle unterstellte Häretikern den Pakt mit dem Teufel und führte Homosexualität als eine Form der Teufelsanbetung ein, was die Verfolgung und Stigmatisierung massiv verschärfte.

Warum wurde der Templerorden zum Ziel von Vorwürfen?

König Philipp IV. nutzte den Vorwurf der Sodomie und Ketzerei als politisches Instrument, um den mächtigen und wohlhabenden Orden zu zerschlagen und sich dessen Reichtum anzueignen.

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Details

Title
Homosexualität im Mittelalter
College
University of Cologne
Grade
2,0
Author
Saskia Kölsch (Author)
Publication Year
2014
Pages
18
Catalog Number
V371209
ISBN (eBook)
9783668490628
ISBN (Book)
9783668490635
Language
German
Tags
homosexualität mittelalter
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Saskia Kölsch (Author), 2014, Homosexualität im Mittelalter, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/371209
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