„Der Leviathan (so nennen wir den Staat) ist ein Kunstwerk, oder ein künstlicher Mensch – obgleich an Umfang und Kraft weit größer als der natürliche Mensch, welcher dadurch geschützt und glücklich gemacht werden soll. Bei dem Leviathan ist derjenige, welcher die höchste Gewalt besitzt, gleichsam die Seele, welchen den gesamten Körper belebt und in Bewegung setzt.“
Was Hobbes unter dieser Freiheit versteht und warum er deren Aufgabe für so zwingend notwendig erachtet soll im Folgenden herausgearbeitet und anschließend in Verhältnis zu der Frage gestellt werden, was vom natürlichen Menschen im entstehenden Bürger übrigbleibt.
Zu Beginn soll dazu das Hobbessche Menschenbild im Naturzustand und seine Vorstellung des Begriffs von Freiheit vorgestellt werden. Anschließend wird auf den Moment des Vertragsschlusses eingegangen und die damit verbundene Aufgabe der universellen Selbstbestimmung. Im letzten Teil soll der neue Bürger beschrieben werden, der aus dem ursprünglichen Menschen im Naturzustand hervorgeht.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Der Naturzustand bei Thomas Hobbes
- Der Freiheitsbegriff bei Thomas Hobbes
- Der Ausgang des Menschen aus dem Naturzustand in die Obhut der Gesellschaft
- Die Rechte und Freiheiten des Leviathans und die des Bürgers
- Der Mensch im Bürger
- Resümee
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Der Text beleuchtet Thomas Hobbes’ Staatsmodell, das er im 17. Jahrhundert vor dem Hintergrund des englischen Bürgerkriegs entwickelte. Hobbes argumentiert für einen Gesellschaftsvertrag, der eine absolute Macht zur Gewährleistung von Sicherheit und Ordnung etabliert. Im Zentrum steht die Frage, welche Freiheit im Zuge dieses Vertrags aufgegeben wird und welche im neuen, durch den Leviathan geprägten, Gesellschaftszustand verbleibt.
- Das Menschenbild im Naturzustand bei Hobbes
- Die Hobbessche Definition von Freiheit
- Der Gesellschaftsvertrag und die Abgabe individueller Freiheiten
- Die Rolle des Leviathan im neuen Gesellschaftszustand
- Die Auswirkungen des Gesellschaftsvertrags auf den Menschen
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung
Der Text stellt Thomas Hobbes und sein Hauptwerk „Leviathan“ vor, welches vor dem Hintergrund des englischen Bürgerkriegs entstand. Hobbes’ Ziel ist es, ein Staatsmodell zu entwickeln, das die Sicherheit und Ordnung im Gesellschaftssystem gewährleistet.
Der Naturzustand bei Thomas Hobbes
Hobbes beschreibt den Naturzustand als einen Zustand der Angst und des Krieges aller gegen alle. Er argumentiert, dass die Gleichheit der Menschen in ihren Bedürfnissen und Fähigkeiten zu Konflikten führt, da es keine übergeordnete Instanz gibt, die die Menschen vor der Willkür anderer schützt.
Der Freiheitsbegriff bei Thomas Hobbes
Hobbes definiert Freiheit als die Abwesenheit von äußeren Hindernissen. Für ihn hat der Begriff der Freiheit nichts mit Willensfreiheit zu tun, sondern bezieht sich ausschließlich auf die physische Handlungsfreiheit.
Der Ausgang des Menschen aus dem Naturzustand in die Obhut der Gesellschaft
Hobbes argumentiert, dass der Mensch nur durch den Abschluss eines Gesellschaftsvertrags dem Naturzustand entfliehen kann. Dieser Vertrag beinhaltet die Abgabe individueller Freiheiten an eine absolute Macht, den Leviathan, der die Sicherheit aller gewährleisten soll.
Die Rechte und Freiheiten des Leviathans und die des Bürgers
Hobbes erklärt, dass der Leviathan im Austausch für die Übertragung individueller Freiheiten die Sicherheit aller Bürger garantieren soll. Diese Sicherheit beinhaltet die Einhaltung von Gesetzen und die Verhinderung von Gewalt.
Der Mensch im Bürger
Der Mensch, der in den Gesellschaftsvertrag eintritt, wird zum Bürger. Dieser Bürger hat zwar einen Teil seiner ursprünglichen Freiheit aufgegeben, genießt aber im Gegenzug Schutz und Sicherheit. Die Frage, was vom Menschen im Bürger übrigbleibt, steht im Zentrum des Textes.
Schlüsselwörter
Der Text beschäftigt sich mit dem Menschenbild im Naturzustand, dem Gesellschaftsvertrag, dem Leviathan als absolute Macht, dem Freiheitsbegriff bei Hobbes, der Abgabe individueller Freiheiten und dem Vergleich zwischen Mensch und Bürger im Hobbesschen System.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der "Leviathan" bei Thomas Hobbes?
Der Leviathan ist ein künstliches Gebilde, das den Staat repräsentiert. Er besitzt absolute Gewalt, um Schutz, Sicherheit und Ordnung für die Bürger zu gewährleisten.
Wie definiert Hobbes den Begriff "Freiheit"?
Freiheit ist für Hobbes die Abwesenheit von äußeren physischen Hindernissen. Sie bezieht sich auf die Handlungsfreiheit, nicht auf die Willensfreiheit.
Warum geben Menschen im Gesellschaftsvertrag ihre Freiheit auf?
Um dem gefährlichen Naturzustand ("Krieg aller gegen alle") zu entkommen, übertragen die Menschen ihre universelle Selbstbestimmung auf den Leviathan im Austausch für Sicherheit.
Was bleibt vom "natürlichen Menschen" im Bürger übrig?
Der Bürger behält das Recht auf Selbsterhaltung. Er gibt zwar die unbegrenzte Freiheit auf, gewinnt aber einen geschützten Raum innerhalb der staatlichen Gesetze.
In welchem historischen Kontext entstand Hobbes' Werk?
Sein Denken wurde maßgeblich durch die Erfahrungen des englischen Bürgerkriegs im 17. Jahrhundert geprägt, was sein Bedürfnis nach einer starken Zentralgewalt erklärt.
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- Oliver Nettelbeck (Author), 2017, Die Freiheit im Gesellschaftsvertrag von Thomas Hobbes. „Was vom Menschen im Bürger übrig bleibt“, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/370799