Diese Arbeit beschäftigt sich mit Leon Festingers Theorie der kognitiven Dissonanz.
Gegliedert ist diese Arbeit in eine Kurzbiografie über den Sozialpsychologen Leon Festinger, einer Erklärung und Definition wichtiger Begriffe und einer Ausführung der Theorie der kognitiven Dissonanz in den verschiedenen Ausprägungen. Im Weiteren werden wissenschaftlich belegte Möglichkeiten und Methoden zur Dissonanzauflösung aufgezeigt. Anschließend wird die Hypothese untersucht, dass kognitive Dissonanzen im alltäglichen Bereich immer und überall vorkommen können. Dies soll dabei speziell auf die Entscheidungsfindung im Geldanlagegeschäft im Finanzsektor und der Zeit nach einer getroffenen Anlageentscheidung praxisnah dargestellt werden.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
2 GRUNDLAGEN DER THEORIE
2.1 Kurzbiografie Leon Festinger
2.2 Begriffsdefinitionen
2.2.1 Kognition
2.2.2 Konsonanz
2.2.3 Dissonanz
3 THEORIE DER KOGNITIVEN DISSONANZ
3.1 Entstehung von Dissonanzen
3.2 Folgen von Dissonanzen
3.3 Arten zur Dissonanzreduktion
3.3.1 Änderung des Verhaltens
3.3.2 Änderung der eigenen Einstellung
3.3.3 Addition neuer konsonanter Elemente
3.4 Klassische Forschungsparadigmen
3.4.1 Forced-Compliance-Paradigma
3.4.2 Free-Choice-Paradigma
3.4.3 Selective-Exposure-Paradigma
4 PRAXISBEZUG
5 FAZIT
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Theorie der kognitiven Dissonanz von Leon Festinger und analysiert deren psychologische Mechanismen sowie die praktischen Auswirkungen bei der Entscheidungsfindung im Finanzsektor.
- Biografie und wissenschaftliche Einordnung von Leon Festinger
- Definition zentraler Begriffe: Kognition, Konsonanz und Dissonanz
- Methoden zur Reduktion kognitiver Dissonanz
- Analyse klassischer sozialpsychologischer Forschungsparadigmen
- Übertragung der Theorie auf die Finanzpsychologie und Anlageentscheidungen
Auszug aus dem Buch
3.4.1 Forced-Compliance-Paradigma
Bei diesem Paradigma eignet sich das klassische 20-Dollar-Experiment von Festinger und Carlsmith zur Erläuterung. Hier wurden Versuchspersonen gebeten an einer langweiligen Aufgabe teilzunehmen. Anschließend ordnete der Versuchsleiter die Probanden an, die nächste Versuchsperson über die vermeintlich aufregende und interessante Aufgabe anzulügen. Für diese Lüge erhielten sie entweder 1 Dollar (Personenkreis A) oder 20 Dollar (Personenkreis B) als Belohnung. Ergebnis: Die Personen, die 1 Dollar erhielten, bewerteten die Aufgabe als weniger langweilig als die Personen die 20 Dollar erhielten. Eine Erklärung lieferten Festinger und Carlsmith: Alle Personen erlebten kognitive Dissonanz. Personenkreis B konnte die Lüge gut mit der hohen Belohnung vor sich selbst rechtfertigen (Addition einer konsonanten Kognition). Personenkreis A war dies nicht möglich. Ihnen blieb nur übrig, ihre eigene Einstellung zu ändern um eine interne Rechtfertigung für ihr Handeln zu finden („Es hätte auch schlimmer sein können“).29 Sie führten also eine Reduktion dissonanter Kognitionen durch. Demnach ändern Personen recht schnell ihre Einstellung in Richtung des Verhaltens wenn nur geringe Rechtfertigungsgründe für dieses bestehen.30
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Die Arbeit führt in die kognitive Dissonanztheorie ein und verknüpft sie mit alltäglichen Entscheidungsprozessen.
2 GRUNDLAGEN DER THEORIE: Dieses Kapitel liefert eine Biografie des Begründers Leon Festinger und definiert die theoretischen Kernbegriffe.
3 THEORIE DER KOGNITIVEN DISSONANZ: Hier werden die Entstehung, die Reduktionsarten und die klassischen Forschungsparadigmen der Dissonanz detailliert erläutert.
4 PRAXISBEZUG: Anwendung der Theorie auf das Feld der Finanzpsychologie, insbesondere im Kontext von Anlageentscheidungen privater Investoren.
5 FAZIT: Eine abschließende Betrachtung der anhaltenden Relevanz der Festinger’schen Theorie für die Sozialpsychologie und menschliches Handeln.
Schlüsselwörter
Kognitive Dissonanz, Sozialpsychologie, Leon Festinger, Kognition, Konsonanz, Dissonanzreduktion, Entscheidungsfindung, Finanzpsychologie, Forced-Compliance, Free-Choice, Selective-Exposure, Verhaltensänderung, Einstellung, Anlageberatung, Behavioral Finance
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die von Leon Festinger begründete Theorie der kognitiven Dissonanz, die erklärt, wie Menschen mit inneren Widersprüchen zwischen ihrem Verhalten und ihren Einstellungen umgehen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Schwerpunkten zählen die psychologischen Definitionen von Kognition, Konsonanz und Dissonanz, die verschiedenen Strategien zur Dissonanzauflösung sowie die Anwendung dieser Prozesse in der Finanzpsychologie.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die kognitive Dissonanztheorie wissenschaftlich darzustellen und ihre Relevanz anhand von praktischen Beispielen, insbesondere bei Anlageentscheidungen, aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse sowie der Auswertung und Zusammenfassung klassischer sozialpsychologischer Experimente (Paradigmen).
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen, die Erläuterung der verschiedenen Paradigmen (Forced-Compliance, Free-Choice, Selective-Exposure) und einen spezifischen Praxisbezug zur Finanzpsychologie.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Kognitive Dissonanz, Festinger, Finanzpsychologie, Verhaltensänderung und Dissonanzreduktion.
Welche Rolle spielt das Raucherbeispiel für das Verständnis der Theorie?
Das Raucherbeispiel illustriert eindrücklich, wie Menschen bei widersprüchlichen Informationen ihr Verhalten ändern, ihre Einstellung anpassen oder neue Argumente (Konsonanz) hinzufügen, um ein psychologisches Gleichgewicht wiederherzustellen.
Warum unterscheidet sich die Entscheidungsfindung in Deutschland von der im angelsächsischen Raum?
Die Arbeit legt dar, dass die im Deutschen übliche Formulierung, eine Entscheidung „treffen“ zu müssen, den psychologischen Druck bei Fehlentscheidungen erhöhen kann, im Gegensatz zur eher prozessorientierten Ausdrucksweise („machen“ oder „nehmen“), die flexiblere Anpassungen erlaubt.
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- Christian Luber (Author), 2015, Die Theorie der kognitiven Dissonanz nach Leon Festinger. Eine sozialpsychologische Einordnung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/370275