Die Arbeit beschäftigt sich mit der ‚Offenen Jugendarbeit‘ und der ‚Heimerziehug‘.
Beide Themen haben wir unter gleichen Gesichtspunkten bearbeitet. Dabei haben wir uns die Fragen gestellt:
- Worum handelt es sich dabei und welche Prinzipien werden zu Grunde gelegt?
- Wir durchleuchten die Offene Jugendarbeit und Heimerziehung auf ihre Träger und Finanzierung.
Wichtig war es uns, die Entstehung hervorzuheben und zu sehen, wo in der heutigen Zeit die Probleme liegen.
Die Geschichte und Entwicklung haben wir besonders bei der Heimarbeit in den Vordergrund gestellt, da wir bei der Recherche viel Interessantes und Wichtiges herausarbeiten konnten.
Was ist Offene Jugendarbeit ?
Allgemein kann man sagen, dass die offene Jugendarbeit natürlich zum großen Feld der Jugendhilfe gehört und sie dementsprechend im KJHG (Kinder- und Jugendhilfegesetz) verankert ist. So heißt es im §11 (2): „Jugendarbeit wird angeboten von Verbänden, Gruppen und Initiativen der Jugend, von anderen Trägern der Jugendarbeit und den Trägern der öffentlichen Jugendhilfe. Sie umfasst für Mitglieder bestimmte Angebote, die Offene Jugendarbeit und gemeinwesenorientierte Angebote.“
Mit dieser Formulierung im Gesetzestext lässt der Gesetzgeber die quantitative sowie die qualitative Ausgestaltung offen. Damit gehört die Offene Jugendarbeit zu den „weichen“ Pflichtleistungen. (Deinet/Sturzenhecker, S. 9)
Laut B. Kammerer ist Offene Jugendarbeit ein Angebot für junge Menschen, das durch Freiwilligkeit und Unverbindlichkeit gekennzeichnet ist und sich an alle Kinder und Jugendlichen eines Stadtteils, einer Stadt richtet und zwar unabhängig vom Geschlecht, dem sozialen Status und der soziale n Schicht.
Zu den Angeboten zählen Jugendzentren, Jugendclubs, Beratungs- und Informationsstellen, Projekte der Kinder- und Jugenderholung und –begegnung. (Deinet, S.356)
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Was ist Offene Jugendarbeit?
3. Prinzipien der Offenen Jugendarbeit
4. Geschichte der Offenen Jugendarbeit
5. Rechtliche Grundlagen
6. Träger der Offenen Jugendarbeit
6.1 Dachorganisationen der Offenen Jugendarbeit
6.2 Freie Träger
6.3 Öffentliche Träger
7. Finanzierung
8. Probleme der Offenen Jugendarbeit
9. Was ist Heimerziehung?
10. Die Geschichtliche Entwicklung der Heimerziehung und die Entwicklung von den bis heute geltenden Prinzipien
10.1 Betreuung von hilfsbedürftigen Kindern im Mittelalter
10.2 Von der Entstehung der ersten Waisenhäuser zu den ersten Versuchen ein wirklich kindgerechtes Umfeld zu schaffen
10.3 Die rasante Entwicklung des vergangenen Jahrhunderts, sowie die Entstehung der heute geltenden Prinzipien und Rechtsgrundlagen
11. Träger
12. Finanzierung
13. Probleme der Heimerziehung
14. Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit setzt sich zum Ziel, das Wesen der Offenen Jugendarbeit sowie der Heimerziehung unter einheitlichen Gesichtspunkten zu beleuchten. Dabei wird explizit untersucht, worum es sich bei den jeweiligen Ansätzen handelt, welche Prinzipien ihnen zugrunde liegen und welche Strukturen bezüglich der Trägerschaft und Finanzierung bestehen, um abschließend ein Verständnis für deren Entstehung und aktuelle Problemstellungen zu entwickeln.
- Definition und Prinzipien der Offenen Jugendarbeit
- Historische Entwicklung der Heimerziehung
- Strukturen der Trägerschaft im Bereich der Jugendhilfe
- Finanzierungsmodelle von Jugendarbeit und Heimerziehung
- Aktuelle Herausforderungen und Problemlagen in beiden Feldern
Auszug aus dem Buch
3. Prinzipien der Offenen Jugendarbeit
Den zu Beginn der Siebziger Jahre entwickelten Konzeptionen der Offenen Jugendarbeit liegen die folgenden Prinzipien zugrunde:
Offenheit: für alle zugänglich, ohne Rücksicht auf Mitgliedschaftserklärungen und soziale Milieus, gegen die traditionellen, elitären Vorstellungen der früheren Jugendverbände, in denen es um Verbindlichkeit und Zugehörigkeit ging, wo verbandseigene Werte und Normen angenommen Traditionen und weltanschauliche Werte angenommen werden sollten. Exklusivität und Selektion waren Kennzeichen, die in der Offenen Jugendarbeit keine Rolle spielen sollten. Vielmehr ging es hier um Neutralität und demokratische Offenheit gegenüber allen. Jeder, also die Gesamtheit der jungen Generation, sollte Zugang zu den Angeboten und Einrichtungen finden. Es wurden also niedrigschwellige Konzepte entwickelt, die jeder ohne Vorbedingungen nutzen konnte. Diese Offenheit musste in vielfältiger Weise umgesetzt werden, damit alle die Möglichkeit haben ständig die vielseitigen Angebote nutzen zu können. Es ging also um:
Räumliche Zugänglichkeit und Verfügbarkeit
Zielgruppenoffenheit und
Aktivitätenvielfalt
Vorstellung von der einheitlichen jungen Generation: hinter dem Prinzip der Offenheit verbarg sich ein pädagogisch politischer Traum. Man glaubte, dass die junge Generation zu einer Einheit verschmelzen und veraltete Strukturen aufbrechen und überwinden könnte. Die Jugend sollte neue Formen des demokratischen Dialoges finden, neue Impulse zur gesellschaftlichen Reform geben. Dabei verfolgte die Offene Jugendarbeit pädagogisch-politische Perspektiven, die zutiefst dem Emanzipationsanspruch der neuen sozialen Bewegungen und der kritischen Pädagogik verpflichtet war. Unbewusst hatte man Elemente der bürgerlichen Jugendbewegung, die man eigentlich ablehnte, übernommen. Im Laufe der Jahre musste man zudem erkennen, dass sich die Idee einer einheitlichen Generation nicht umsetzen lässt, und dass sich in der heutigen Zeit die Differenzen zwischen verschiedenen Jugendgruppen, trotz eines einheitlichen Bildungssystems, eher vergrößert als verkleinert haben.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Themenfelder Offene Jugendarbeit und Heimerziehung ein und skizziert die methodische Vorgehensweise sowie die zentralen Fragestellungen.
2. Was ist Offene Jugendarbeit?: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Offenen Jugendarbeit als Teil der Jugendhilfe gemäß KJHG und hebt Merkmale wie Freiwilligkeit und Niedrigschwelligkeit hervor.
3. Prinzipien der Offenen Jugendarbeit: Hier werden die theoretischen Grundpfeiler wie Offenheit, Bedürfnisorientierung und politische Bildung analysiert, die seit den Siebziger Jahren die Konzeptionen prägen.
4. Geschichte der Offenen Jugendarbeit: Das Kapitel zeichnet den historischen Weg von den Ansätzen der Weimarer Republik über die Zeit des Nationalsozialismus bis hin zur Nachkriegszeit nach.
5. Rechtliche Grundlagen: Die rechtliche Basis der Jugendhilfe wird durch das SGB VIII erläutert, welches den Förderauftrag für die Entwicklung junger Menschen festschreibt.
6. Träger der Offenen Jugendarbeit: Es werden die verschiedenen Organisationsformen wie Dachorganisationen, freie und öffentliche Träger unterschieden und in ihrer Funktion beschrieben.
7. Finanzierung: Die wirtschaftliche Absicherung der Non-Profit-Einrichtungen durch öffentliche Zuschüsse und andere Mittel wird hier dargelegt.
8. Probleme der Offenen Jugendarbeit: Kritische Aspekte wie rückläufige Teilnehmerzahlen und die Relevanz der Angebote in einer digitalisierten Lebenswelt werden thematisiert.
9. Was ist Heimerziehung?: Das Kapitel definiert Heimerziehung als heutige Aufgabe, Kindern und Jugendlichen bei familiärer Nicht-Verfügbarkeit positive Lebensorte zu bieten.
10. Die Geschichtliche Entwicklung der Heimerziehung und die Entwicklung von den bis heute geltenden Prinzipien: Eine detaillierte Aufarbeitung der Heimgeschichte vom Mittelalter über Waisenhäuser bis hin zur Reformphase nach 1968.
11. Träger: Die Verteilung der Trägerschaft von Heimeinrichtungen zwischen öffentlicher und freier Hand wird anhand statistischer Daten beleuchtet.
12. Finanzierung: Die gesetzliche Regelung und die hohen Kosten der stationären Unterbringung sowie der ambulanten Hilfen werden erläutert.
13. Probleme der Heimerziehung: Die Gefahr der sozialen Isolierung und die mögliche Anpassung an autoritäre Anstaltsstrukturen werden als Risikofaktoren diskutiert.
14. Schlussbetrachtung: Ein Resümee über den gesellschaftlichen Wandel und die Bedeutung der Reformen für die Unterstützung junger Menschen in beiden Arbeitsfeldern.
Schlüsselwörter
Jugendhilfe, Offene Jugendarbeit, Heimerziehung, KJHG, SGB VIII, Trägerschaft, Finanzierung, Pädagogik, Geschichte, Sozialarbeit, Kinder, Jugendliche, Benachteiligung, Demokratie, Emanzipation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Hausarbeit befasst sich mit den zwei Säulen der Jugendhilfe: der Offenen Jugendarbeit und der Heimerziehung, wobei deren Strukturen, Geschichte und aktuelle Probleme verglichen werden.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Im Zentrum stehen die rechtlichen Rahmenbedingungen, die Trägerstrukturen, die Finanzierungsmodelle sowie die historischen Entwicklungslinien beider Fachbereiche.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, ein tiefgreifendes Verständnis für die Entstehung und die heutigen pädagogischen Prinzipien sowie die Herausforderungen in der Jugendarbeit und Heimerziehung zu vermitteln.
Welche wissenschaftliche Methode wurde für die Arbeit genutzt?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturrecherche und der Aufarbeitung einschlägiger Fachpublikationen zu den Themenfeldern der Erziehungswissenschaft.
Welche Aspekte werden im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse der Prinzipien und Geschichte der Jugendarbeit sowie eine entsprechende historische und strukturelle Untersuchung der Heimerziehung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Ausarbeitung?
Zentrale Begriffe sind unter anderem Jugendhilfe, KJHG, Trägerschaft, Freiwilligkeit, stationäre Unterbringung, soziale Integration und pädagogischer Wandel.
Warum ist das Prinzip der "Offenheit" in der Jugendarbeit so wichtig?
Es dient dazu, eine niedrigschwellige Teilhabe aller jungen Menschen unabhängig von sozialem Status oder Herkunft zu ermöglichen und elitäre Exklusionsmechanismen zu verhindern.
Welchen Einfluss hatte das KJHG auf die heutige Heimerziehung?
Das Gesetz führte zu einer qualitativen Verbesserung durch verbindliche Standards bezüglich Gruppengrößen, Personalqualifikationen und der Ausrichtung an familiennahen Zielen.
- Arbeit zitieren
- Kerry Herrmann (Autor:in), 2004, Offene Jugendarbeit und Heimerziehung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/36997